EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Den Glauben noch lange nicht verloren

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Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim steht nach zwei Niederlagen im Viertelfinale gegen Ravensburg mit dem Rücken zur Wand. Den Glauben an ein Comeback haben die Roten Teufel noch nicht verloren.

Christof Kreutzer könnte viele Geschichten erzählen; vor allem aus seiner aktiven Zeit. Fünf deutsche Meistertitel hat er gewonnen, entsprechend viele Playoff-Serien bestritten und wohl schon so fast alles erlebt. Von einer Vorentscheidung im Viertelfinale – das ist klar – will der Trainer des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim nichts wissen. Mit 0:2 liegt seine Mannschaft gegen die Ravensburg Towerstars im Rückstand. "Klar, am Abend war der Frust groß. Die Jungs kotzen wegen der einfachen Gegentore und wollen das nicht auf sich beruhen lassen. Ich habe aber keinen gesehen, der jetzt aufgeben will." Am Freitag (20 Uhr) wird die Best-of-seven-Serie in Ravensburg fortgesetzt, das Heimspiel der Roten Teufel am Sonntag (18.30 Uhr) könnte das letzte der Saison sein.

EC Bad Nauheim: Die Probleme liegen derzeit im Über- und Unterzahlspiel

Mit einem einzigen Sieg sei man "back in business", sprich: wieder im Geschäft, meint Matthias Baldys. "Auch uns muss man erst viermal schlagen." Der Sportliche Leiter sprach am Montagmorgen von einer gewissen Ernüchterung. "Weil wir die Dinge, die uns ausgemacht und durch die Saison getragen haben, jetzt nicht auf’s Eis bringen." Markant: das Über- und Unterzahlspiel. In sage und schreibe 14 Powerplay-Situationen blieben die Roten Teufel – während der Saison in jedem vierten Überzahlspiel erfolgreich – ohne Treffer; viel schlimmer: Einmal schlug es gar im eigenen Tor ein.

 Towerstars-Coach Rich Chernomaz  hatte die Spielzüge in der Vorbereitung offenbar ausgelesen und seine Mannschaft optimal eingestellt. "Wenn du in den Playoffs im Powerplay nicht triffst, kannst du nicht gewinnen. Ravensburg hat einige sehr erfahrene Spieler, die haben das eben auch clever gemacht", sagt Baldys, während Kreutzer die Chancenverwertung als Knackpunkt sieht. "Die Möglichkeiten waren ja da; im normalen Spiel wie auch in Überzahl. Wir müssen sie eben auch nutzen", sagt der EC-Coach.

Vier der acht Gegentreffer kassierten die Teufel in Unterzahl, verteilten darüberhinaus gleich drei Geschenke, die Spieler mit der Qualität der Towerstars eben zu nutzen verstehen. Umgekehrt haben die Wetterauer aus den ganz wenigen Missgeschicken der Oberschwaben nicht entsprechend profitieren können.

EC Bad Nauheim: Mangelnden Einsatz ist der Mannschaft sicher nicht vorzuwerfen

Die Leichtigkeit, die Selbstverständlichkeit, die Bad Nauheim im Dezember/Januar in die Top-Sechs gespült hat, fehlte am Wochenende; selbst nach der überraschenden Zwei-Tore-Führung nach nur drei Minuten in Ravensburg. Der Fanclub "Rote Teufel" war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht im Stadion. Der Fanbus war erst mit leichter Verspätung auf dem Parkplatz an der Eissporthalle vorgefahren. Bad Nauheim hatte am Freitag die Präsenz in den Zweikämpfen gefehlt. Als die Scheibe endlich mühsam erkämpft worden war, fehlte die Energie für’s Offensivspiel. Am Sonntag sah das schon viel besser aus; gerade zu Beginn. Da rappelte es im Duell Mann gegen Mann mitunter ganz ordentlich. Mangelnden Einsatz kann man den Hessen gewiss nicht vorwerfen, allerdings fehlte irgendwie doch die Frische, um den qualitativ stark besetzten Kader der Towerstars im erforderlichen Maß unter Druck zu setzen. 32 Spieltage lang hatten die Oberschwaben die Tabelle angeführt.

Die Atmosphäre im Colonel-Knight-Stadion dient bekanntlich als Seismograph für die Stimmungslage im Fanlager. Lautstark, teils mit stehenden Ovationen war die Mannschaft in den ersten Minuten unterstützt worden. Zunehmend aber wurde es ruhiger am Sonntagabend. In den Fan-Foren der Sozialen Medien war später die Enttäuschung nachzulesen. An ein Comeback glauben nur die Wenigsten.

EC Bad Nauheim: Matthias Baldys fordert seine Leistungsträger heraus

"Der eine oder andere unserer Jungs muss jetzt über sich hinauswachsen und vorangehen", sagt Baldys, der seinen Glauben an die Mannschaft begründen kann. "Die Jungs haben im Laufe der Saison immer wieder bewiesen, dass sie sich Schwierigkeiten stellen und anpassen können." Und schließlich gibt’s ja noch diese eigenen Playoff-Dynamiken und die vielen Geschichten, die Kreutzer erzählen könnte. Und vielleicht wird ja in dieser Saison doch noch eine besondere Viertelfinal-Story geschrieben.

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