Derbysieg

EC Bad Nauheim gewinnt bei den Löwen Frankfurt

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
    schließen

Der EC Bad Nauheim hat auch das zweite Derby gegen die Löwen Frankfurt gewonnen. Mit 5:4 nach Penalty-Schießen setzen sich die Roten Teufel beim ewigen Rivalen durch.

Zwei Punkte gegen Frankfurt. Schon wieder. Der EC Bad Nauheim gewinnt auch das zweite Saisonduell gegen den Meister der Deutschen Eishockey-Liga 2. Vor 6771 Zuschauern in der ausverkaufen Eissporthalle am Ratsweg bezwingen die Roten Teufel die Löwen mit 5:4 (2:1, 2:1, 0:2/1:0) nach Penaltyschießen. Die Matchwinner: zum einen Torwart Felix Bick, der im Sturmlauf der Hausherren nie den Überblick verloren hatte, zum anderen Mike McNamee, der dreifache Torschütze. Neben ihm konnten sich Cody Sylvester und Eric Meland in die Torschützenliste eintragen und als Kontingentspieler den Unterschied ausmachen. »Die Emotionen waren von Anfang an da. Das Spiel hätte enger nicht sein können. Von der ersten bis zur letzten Minute. Wir sind sehr glücklich, dass wir gewonnen haben«, sagt Bick, der von den rund 600 mitgereisten Fans aus der Wetterau lautstark gefeiert wurde.

Der entscheidende Penalty im Video:

Zwei Torschüsse, zwei Tore. Gnadenlos effektiv. Und gerade einmal 4:40 Minuten waren gespielt. Bad Nauheim erwischte einen Traumstart. Zunächst traf Sylvester im Alleingang auf Löwen-Torwart Florian Proske, nachdem James Livingston mit einem Lupfer die neutrale Zone überwunden hatte (0:47 Minuten). Und während der ersten Überzahl ließ McNamee den Keeper der Hausherren schlecht aussehen (5.). Die Roten Teufel zeigten in den ersten zehn Minuten, natürlich beflügelt von zuletzt eher seltenen Torerfolgen, ein richtig gutes Auswärtsspiel, ehe ein haarsträubender Patzer von Meland das Stadion wachrütteln sollte. Tyler Gron bedankte sich mit dem Anschlusstreffer (10.) und die Gäste verloren ihre bis dahin gezeigte Stabilität in der Defensive, zeigten sich anfällig gegen nun spielbestimmende Löwen.

Fünf Minuten Überzahl ungenutzt

Zunächst scheiterte Löwen-Liebling Nils Liesegang an Bick, anschließend entschärfte der Schlussmann der Gäste Eins-gegen-eins-Situationen gegen Matt Pistilli und schließlich gegen Vladislav Filin, den die Powerplay-Formation der Badestädter schlichtweg an der blauen Linie »vergessen« hatte. Fünf Minuten lang stand die Mannschaft aus der Wetterau zum Drittelende hin mit einem Spieler mehr auf dem Eis, nachdem Löwen-Stürmer Dalton Yorke für einen Check gegen Noureddine Bettahar mit einer Spieldauerdisziplinstrafe zum Duschen geschickt worden war. Kopfüber war der EC-Stürmer in die Bande gekracht und konnte die Partie nicht mehr fortsetzen.

Hier den Facebook-Liveticker nachlesen:

Bad Nauheim kam auch zum zweiten Abschnitt besser aus der Kabine. Dusan Frosch und Radek Krestan steuerten jeweils alleine auf Proske zu, diesmal war der Torwart der Löwen nicht zu überwinden. Ob sich das rächen würde? In der 27. Minute hatte Frankfurt den Ausgleich hergestellt. Bad Nauheim hatte gerade die erste Unterzahl überstanden, als Brett Breitkreuz den Puck über die Linie drücken konnte. Nur neun (!) Sekunden später schoss McNamee die Roten Teufel erneut in Führung; wieder über die linke Seite kommend. Frankfurt machte das Spiel, Bad Nauheim verteidigte mit Leidenschaft und Bick als ruhendem Pol.

Ruppiges Drittelende

Zum Drittelende wurde es zunehmend ruppig. Nach einem Bandencheck von Gron marschierte EC-Verteidiger Marius Erk direkt zur Behandlung in die Kabine (38), dann hielt sich sein Mitspieler Steve Slaton nach einem Stockschlag die Hand (beide konnten weiterspielen). Als Liesegang seine Strafe verbüßte, machte Meland seinen Fehler zum 1:2 wieder gut und erzielte 16 Sekunden vor der zweiten Sirene den vierten Treffer der Gäste.

Frankfurt, das alleine im zweiten Drittel 19 Torschüsse zu verzeichnen hatte (so viele wie Bad Nauheim bis dahin im gesamten Spiel) erhöhte in den letzten 20 Minuten noch einmal die Drehzahl. Wieder war es Breitkreuz, der in der 45. Minute den Anschluss herstellen konnte.

Löwen mit Publikum im Rücken zum Ausgleich

Jetzt hatten die Löwen auch ihr Publikum im Rücken. Würde die Abwehr der Roten Teufel den knappen Vorsprung eine Viertelstunde lang verteidigen können? Nein! Aus der Distanz traf Maximilian Gläßl zum 4:4-Ausgleich. Bad Nauheim hatte sich gegen die vier Reihen der Löwen wahrlich aufgerieben. Es konnte einzig darum gehen, irgendwie einen Zähler mitzunehmen. Das gelang.

Im Penaltyschießen hatte Bad Nauheim das bessere Ende. Während Ex-Löwe Dennis Reimer und McNamee gegen den zum Schlussabschnitt eingewechselten Brett Jaeger trafen, parierte Bick zwei von drei Penaltys der Löwen.

Löwen Frankfurt: Proske (ab 41- Jaeger) - Dronia, Card, Stephan, Tiffels, Gläßl, Schüle - Gron, Stretch, MacLeod, Brett Breitkreuz, Liesegang, Pistilli, Filin, Jarrett, Dumont, Seeger, Valentin, Yorke.

EC Bad Nauheim: Bick - Meland, Slaton, Woidtke, Mannes, Ketter, Erk - Reimer, Sylvester, Livingston, Frosch, McNamee, Krestan, Bettahar, Meisinger, Lange, Kolb.

Steno: Tore: 0:1 (1.) Sylvester (Livingston), 0:2 (5.) McNamee (Sylvester, Livingston - 5-4), 1:2 (10.) Gron (MacLeod), 2:2 (27.) Breitkreuz (Liesegang, Tiffels), 2:3 (27.) McNamee (Mannes, Frosch), 2:4 (40.) Meland (McNamee - 5-4, 3:4 (45.) Breitkreuz (Tiffels, Pistilli), 4:4 (50.) Gläßl (Schüle, Filin), 4:5 McNamee (Penalty). - Schiedsrichter: Bastian Haupt/Carsten Lenhart. - Strafminuten: Frankfurt 6 plus fünf Minuten plus Spieldauer (Yorke), Bad Nauheim 4 - Zuschauer: 6770 (ausverkauft).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare