Freudensprung! Torwart Felix Bick und der EC Bad Nauheim haben ihre Top-Sechs-Position in der Deutschen Eishockey-Liga 2 zwei Wochen vor dem Abschluss der Hauptrunde verteidigen können. Vor dem Spiel hatte der Keeper seinen Vertrag bei den Roten Teufeln um ein Jahr verlängert. FOTO: CHUC
+
Freudensprung! Torwart Felix Bick und der EC Bad Nauheim haben ihre Top-Sechs-Position in der Deutschen Eishockey-Liga 2 zwei Wochen vor dem Abschluss der Hauptrunde verteidigen können. Vor dem Spiel hatte der Keeper seinen Vertrag bei den Roten Teufeln um ein Jahr verlängert. FOTO: CHUC

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: (Fast) alles in eigenen Händen

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
    schließen

Zum Primärziel, Platz zehn, fehlt nicht mehr viel: In der verrückten Deutschen Eishockey-Liga 2 stehen dem EC Bad Nauheim vier Spieltage vor Schluss noch viele Türen offen.

Die Deutsche Eishockey-Liga 2 spielt regelrecht verrückt. Da überraschen Bayreuth und Landshut - eigentlich schon als Playdown-Teilnehmer abgestempelt - und können plötzlich wieder auf Platz zehn spekulieren. Da flattern arrivierten Klubs wie Bietigheim, Kaufbeuren und Dresden die Nerven. Und da verteidigt der EC Bad Nauheim mit dem ersten "Dreier" nach elf Spielen seine Top-Sechs-Position; wie schon seit dem 20. Oktober 2019. Vier Spieltage vor Abschluss der Hauptrunde haben die Roten Teufel (fast) alles in eigener Hand.

"Platz zehn steht über allem. Da darf man nicht die Realität verlieren. Wir müssen die kommenden vier Spiele nutzen, um unsere Form und unsere Formationen zu finden", sagt Christof Kreutzer, der Trainer. Und das gehe nur über den über Zusammenhalt am Standort, ergänzt er angesichts einer latenten Unruhe rund um den Kurpark. "Das geht mir schon gegen den Strich. Man muss in der Bewertung auch die Umstände betrachten", sagt der Trainer mit Blick auf Ausfälle und Transfers. Trotz aller Bemühungen und stetem Austausch mit abgeschlagenen DEL-Klubs: Es ist nicht gelungen, die deutschen Januar-Abgänge (Daniel Stiefenhofer/Manuel Strodel) zu ersetzen. "Wir haben alles versucht. Aber die Spieler, die infrage kommen, wollten eben lieber in der DEL bleiben", sagt Geschäftsführer Andreas Ortwein. Immerhin: Der Heimsieg am Sonntag hat die Emotionen erstmal umschlagen lassen. Das Gefühl der Erleichterung hat kritische Töne (vorerst) unterdrückt.

Kreutzer sieht in den 120-Wochenend-Minuten seiner Mannschaft ein "Spiegelbild der Liga". In Weißwasser, beim 1:4 am Freitag, habe er gerade bei den Gegentoren "manche Dinge gesehen, die genau so nicht laufen sollten". Im zweiten Duell habe die Mannschaft aber gezeigt, dass "sie heiß ist und ihre Chancen nutzen kann". Ohnehin: Fehlenden Willen könne man dem Team nicht vorwerfen.

Die Kontingentspieler-Rotation (Cody Sylvester anstelle von Jack Combs) ist aufgegangen. Sylvester wirkte durch die Zwangspause vom Freitag angestachelt und zeigte seine beste Leistung seit seinem Comeback. Der Versuch, Tyler Fiddler auf der Flügelposition stürmen zu lassen, wurde nach nur einer Partie als misslungen betrachtet. Der Kanadier führte und stabilisierte stattdessen am Sonntag als Center zwei junge Nebenleute.

Und dann war da noch Steve Slaton. Er stand am Sonntag mit seinen 39 Jahren wie selbstverständlich mit Daniel Ketter sowie im Wechsel Cody Sylvester und Marc El-Sayed während einer 106-sekündigen doppelten Unterzahl, einer Schlüsselszene, auf dem Eis, blockte alles weg. "Für Slats ist eine solche Situation wie ein Powerplay. Das ist genau sein Ding. Und wenn du ihn vom Eis holst, ist er eher noch sauer", beschreibt Kreutzer das "Phänomen Slaton".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare