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Für den ehemaligen EC-Spieler Patrick Strauch ist ein sechs Jahre andauernder Rechtsstreit nun beendet. (Foto: Nici Merz)

Eishockey

EC Bad Nauheim: Fall Strauch vor dem BGH

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Der "Fall Patrick Strauch" hatte bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) geführt - und jetzt für den früheren Kapitän des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim abgeschlossen.

Der "Fall Patrick Strauch" hatte bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) geführt - und wurde dort mit einem für den früheren Stürmer des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim (2012 bis 2016) zufriedenstellenden Beschluss abgeschlossen. "Ich bin enorm erleichtert. Jetzt kann auch ich endlich mit der Sache abschließen", sagt der 39-Jährige. Am 30. November 2012 - vor mehr als sechs Jahren also - hatte Strauch nach einem Oberliga-Spiel der Roten Teufel in Ratingen einen damals 67-Jährigen im Kabinengang gestoßen, der daraufhin so unglücklich gestürzt war, dass er seitdem auf ständige Betreuung angewiesen ist.

Patrick Strauch kann nach vorn blicken

Im Strafverfahren war Strauch im Dezember 2015 zunächst wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung sowie einer Schmerzensgeldzahlung von weiteren 12 500 Euro verurteilt worden. Die Kosten, die Strauch nach dem folgenden Zivilprozess zu tragen hatte, gehen nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 27. April 2018 nun zulasten der privaten Haftpflichtversicherung des Ex-Profis. Ein Antrag des Versicherungsunternehmens auf Revision samt Beschwerde über eine Nicht-Zulassung wurde vom BGH abgewiesen. "Ich bin immer wieder auf die Sache angesprochen worden und bin überglücklich, dass ich nun nach vorne blicken kann." Dem Vater eines sechsjährigen Sohnes hatte - je nach BGH-Entscheidung - die Privatinsolvenz gedroht.

Ein folgenschwerer Stoß

Was war passiert? Am 30. November 2012 hatte das Oberliga-Spiel zwischen den Ratinger Ice Aliens und dem EC Bad Nauheim höchst unsportlich geendet. Beim Stand von 0:18 hatte ein Frustfoul der Gastgeber die Emotionen kurz vor Schluss hochkochen lassen. Ohne den üblichen Händedruck mit dem Gegner gingen die Spieler vom Eis. Vor der Kabine, im einem Bereich, in der die Gastgeber für die Sicherheit der Spieler verantwortlich sind, sprach Strauch noch mit seinem Vater, als sich ein Anhänger der Ice Aliens von hinten genähert hatte, den Kapitän ansprechen wollte und diesem auf die Schulter klopfte. Strauch drehte sich um und stieß den Rentner vor die Brust. Dieser prallte mit dem Kopf gegen eine Betonmauer – folgenschwer. Der Mann, der zwei Jahre zuvor einen Schlaganfall hatte, erlitt eine Gehirnblutung. Dem Krankenhaus-Aufenthalt folgte eine mehrmonatige Reha. Heute leidet der Rentner unter anderem an einer rechtsseitigen Lähmung sowie einer Sprachstörung und ist auf ständige Betreuung angewiesen. "Die Situation tut mir unendlich leid und sie ist durch nichts gutzumachen", sagt Strauch, der in einem Brief an die Familie des Mannes sein Bedauern ausgedrückt hatte.

Patrick Strauch: Heute Nachwuchstrainer in Köln

Strauch, nach dem Aufstieg der Roten Teufel Kapitän der DEL 2-Mannschaft, hatte 2016 seine aktive Laufbahn beendet und ist seitdem in seiner Heimatstadt Köln in die Eishockey-Nachwuchsarbeit eingebunden; als Assistenzcoach der U 20 sowie Trainer der U 13. "Klar, irgendwann möchte ich in Richtung der Profis orientierten. Aber aktuell macht’s riesig Spaß, wenn man sieht, wie sich die Jungs entwickeln und was am Ende herauskommt", sagt Strauch, der die Trainer-A-Lizenz anstrebt und mit der U 20 die Finalserie um den Titel in der Deutschen Nachwuchs-Liga erreicht hat. (Foto: Nici Merz)

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