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Reingestochert: Tyler Fiddler (M) trifft zum Ausgleich, Jan Bednar (r.) und Torwart Sinisa Martinovic können nur noch hinterherschauen.

Eishockey

EC Bad Nauheim: Ex-Teufel beendet Siegesserie

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Die Siegesserie des EC Bad Nauheim in der DEL2 ist gerissen. Immerhin reichte es gegen die Tölzer Löwen aber noch zu einem Punktgewinn.

Es war nicht genug. Die Siegesserie des EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 ist nach vier Siegen in Folge gerissen. Im Heimspiel gegen die Tölzer Löwen unterlagen die Roten Teufel vor 1848 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion mit 2:3 (1:0; 0:2; 1:0; 0:1) nach Verlängerung. Stefan Reiter, in der vergangenen Saison noch in Bad Nauheim aktiv, sorgte für die Entscheidung (62.). Marvin Ratmann hatte den EC kurz vor der ersten Sirene in Führung gebracht (20.), Tyler Fiddler sorgte in der 49. Minute für den Ausgleich, nachdem Timo Gams (22.) und Marco Pfleger (37.) die Partie zwischenzeitlich gedreht hatten.

"Wir sind gut gestartet, haben es aber verpasst, die Tore zu schießen. Bad Tölz hat ab dem zweiten Drittel zugelegt, davon haben wir uns überrumpeln lassen. Die Führung für Bad Tölz war verdient. So wie das Spiel gelaufen ist, bin ich froh, dass wir den Punkt geholt haben", sagte EC-Cheftrainer Christof Kreutzer.

In der Tat war der Punkt am Ende etwas glücklich, wenngleich hart erarbeitet. Dabei kamen die Gäste unter keinen guten Vorzeichen in die Wetterau. Während der EC mit unverändert voller Kapelle in die Partie ging, traten die Tölzer Löwen mit einem dezimierten Kader an. Mit dem gesperrten Max French und Shawn Weller (persönliche Gründe) fehlten zwei Leistungsträger, dazu standen Philipp Schlager, Dominik Kolb und Niklas Heinzinger ebenfalls nicht zur Verfügung.

Vom ersten Bully weg übernahm der EC das Kommando. "Sie haben uns am Anfang überrollt", sagte Gäste-Trainer Kevin Gaudet. Schon im ersten Powerplay nach nur zwei Minuten hätten Kyle Gibbons und Andrej Bires, jeweils nach Querpass von Mike Card das offene Tor vor sich, für die Führung sorgen müssen. Bad Nauheim dominierte, traf aber nicht. Zwei weitere von insgesamt fünf Überzahlsituationen blieben ungenutzt. Zudem schien es, als hätte Sinisa Martinovic im Tölzer Tor einen guten Tag erwischt - bis 25 Sekunden vor der ersten Sirene. Der Schuss von Marvin Ratmann war der wohl ungefährlichste der elf Schüsse im ersten Abschnitt (Bad Tölz hatte drei), aber er fand leicht abgefälscht den Weg über die Torlinie.

Doch wie schon gegen Freiburg vor einer Woche riss der Faden. "Wir haben ab dem zweiten Drittel gefightet und uns viele Chancen erarbeitet", sagte Gaudet, während Kreutzer damit haderte, dass das erste Drittel für manchen Kopf in seinem Team wohl zu leicht abgelaufen sei. Bad Tölz glich nach nur 100 Sekunden im zweiten Abschnitt aus. Timo Gams traf im zweiten Nachschuss. Nach einem Check gegen den Kopf von Geburtstagskind Andreas Pauli (26) verpuffte anschließend die fünfte Überzahlsituation der Roten Teufel und stand sinnbildlich für die nun fehlende Leichtigkeit im Spiel der Hausherren. Besser machten es die Gäste, die Rothelm Marco Pfleger innerhalb von zehn Sekunden im Powerplay mit zwei Pässen in Stellung brachten - anders als Gibbons und Bires scheute er das Risiko nicht und versenkte seinen Onetimer - 1:2 aus Bad Nauheimer Sicht (37.). Vorausgegangen war ein Stockschlag vom insgesamt glücklosen Zach Hamill hinter dem Gäste-Tor.

Auch im Schlussdrittel hatte der EC zunächst Probleme für Torgefahr zu sorgen. Und wenn es doch mal ansatzweise klappte, war ein Tölzer mit Körper oder Schläger im Weg. Es brauchte das berühmtes dreckige Tor. Die Roten Teufel ackerten unablässig dafür, auch wenn es nicht immer schön anzusehen war. Schließlich war es Tyler Fiddler, der einen Schuss von Card im Nachsetzen irgendwie zum Ausgleich ins Tor stocherte (54.). Zu diesem Zeitpunkt im Spiel spiegelte das Ergebnis den Spielverlauf durchaus wider.

Danach hatten beide Mannschaften Gelegenheiten, die Führung zu übernehmen, letztlich musste aber die Verlängerung entscheiden. Ausgerechnet Stefan Reiter, der im Vorjahr noch als Förderlizenzspieler keinen bleibenden Eindruck beim EC hinterließ, beendete die Bad Nauheimer Siegesserie.

EC Bad Nauheim: Bick - Ketter, Sekesi, Kokkila, Card, Slaton, Gnyp - Bindels, Cornett, El-Sayed, Strodel, Hamill, Gibbons, Pauli, Fiddler, Bires, Kahle, Ratmann, Köhler.

Tölzer Löwen: Sinisia Martinovic - Edfelder, Sasa Martinovic, MacKenzie, Bednar, Schwarz - Gams, Reiter, McNeely, Sedlmayr, Pfleger, Tosto, Eberhardt, Kiefersauer, Dibelka.

Steno / Tore: 1:0 (20.) Ratmann (Köhler, Gnyp), 1:1 (22.) Gams (McNeely, Bednar), 1:2 (37.) Pfleger (MacKenzie, Dibelka), 2:2 ( 53.) Fiddler (Pauli, Card), 2:3 (62.) Reiter (McNeely, MacKenzie). - Schiedsrichter: Noeller/Westhaus. - Strafminuten: Bad Nauheim 6, Bad Tölz 10 plus je 10 Minuten Disziplinarstrafe gegen Eberhardt und Pfleger. - Zuschauer: 1848.

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