+
Derbysieg in Frankfurt, Kantersieg gegen Crimmitschau: (v. l.) Zach Hamill, Jesper Kokkila, Andreas Pauli, Tyler Fiddler und Kyle Gibbons haben Grund zur Freude. Trainer Christof Kreutzer warnt aber vor Zufriedenheit.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Vier Erkenntnisse vom Sechs-Punkte-Wochenende

  • schließen

Derbysieg am Freitag, zweites Sechs-Punkte-Wochenende der Saison, Tabellendritter - läuft beim EC Bad Nauheim. Dennoch hebt Trainer Christof Kreutzer den Zeigefinger.

Oh, wie ist das schön", sangen die Fans im Colonel-Knight-Stadion. Auf den Derbysieg bei den Löwen Frankfurt am Freitag ließ Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim ein 8:3 gegen die Eispiraten Crimmitschau folgen. Es war das zweite Sechs-Punkte-Wochenende der Saison, aus den vergangenen sieben Spielen holten die Roten Teufel sechs Siege. Als Tabellendritter, mit nun schon 15 Punkten Vorsprung auf die Play-Down-Zone, geht es in die Länderspielpause. Obendrauf sorgte Steve Slaton gegen Crimmitschau mit seinem ersten Tor im 151. Einsatz für den EC für einen tollen Moment. Gefühlt kommt die zweiwöchige Länderspielpause zur Unzeit, EC-Cheftrainer Christof Kreutzer sagt aber: "Die Jungs haben sich ein paar freie Tage verdient, eine Pause tut immer gut." Außerdem gebe es einige Dinge, an denen man im Training arbeiten müsse. Vier Punkte - positiv wie negativ - fallen auf.

Stürmertausch:Kreutzer tauschte Zach Hamill und Tyler Fiddler. Trainingseindrücke oder Bauchentscheidung? Kreutzer: "Ein paar Sachen haben uns da nicht gefallen, deswegen haben wir die Mittelstürmer ausgetauscht. Ich glaube, dass es besser harmoniert". Stimmt. Hamill sammelte in der Reihe mit Andrej Bires und Andreas Pauli am Wochenende fünf Scorerpunkte (zwei Powerplay-Tore, drei Vorlagen), im ganzen Oktober gelangen ihm nur sechs. Fiddler, der mit neun Punkten aus den ersten sechs Spielen stark anfing, danach aber nur ein Tor und drei Vorlagen in zehn Spielen lieferte, hat nun in der Länderspielpause die Chance, sich mit Kyle Gibbons und Manuel Strodel einzuspielen.

Die Kadertiefe:Der Wechsel des DEL-Kooperationspartners von Düsseldorf zu Köln war der wohl beste Transfer der EC-Verantwortlichen in der Sommerpause. "Vergangene Saison haben wir keine vierte Reihe gehabt. Nun haben wir vier Reihen, die nach vorne gefährlich sind und nach hinten gut arbeiten. Das hilft uns", sagt Kreutzer. Die jungen Spieler stehen den Etablierten in Nichts nach. Nicolas Cornett und Dani Bindels sprühen bei jedem Wechsel vor Energie, Verteidiger Simon Gnyp belohnte sich mit seinem ersten Saisontor gegen Crimmitschau für seine bislang souveränen Auftritte. Mit Mick Köhler hat der EC im Oktober einen Center aus Köln dazubekommen, der genau den Spielstil verkörpert, den Kreutzer von seiner Mannschaft erwartet - giftig, gallig, Zug zum Tor. Dazu kommt, dass sich Marvin Ratmann in seinem dritten Jahr beim EC zu einem regelmäßigen Scorer entwickelt hat. In der internen Rangliste liegt er mit Pauli auf Rang drei (14 Punkte), hinter Bires und Hamill (je 17). "Die Konkurrenz hilft uns natürlich. Jeder muss im Training hart arbeiten, damit er am Wochenende in der Aufstellung dabei ist", sagt Kreutzer. Huba Sekesi, gelernter Stürmer, wird wohl weiterhin in der Verteidigung seinen Dienst verrichten. "Er macht da einen guten Job", lobt Kreutzer. Zudem wird Cody Sylvester in voraussichtlich drei Wochen zurückkehren. Kyle Gibbons, als Sylvester-Ersatz verpflichtet, hat bislang nicht viel Eigenwerbung für eine Beschäftigung über den 15. Dezember hinaus betrieben.

Starke Schlussdrittel:"Wenn wir konsequent verteidigt haben, haben wir auch unsere Konterchancen bekommen", sagte Kreutzer. Das galt am Wochenende vor allem in den Schlussdritteln. Den Löwen zog man nach insgesamt starken 60 Minuten (Kreutzer: "Da haben wir unseren Plan von Anfang bis Ende durchgezogen.") mit zwei blitzsauberen Kontern den Zahn, gegen Crimmitschau war es das 5:3 durch Ratmann, das die Eispiraten kaltstellte. Das einzige Gegentor in den letzten 20 Minuten am Wochenende kassierten die Roten Teufel in Unterzahl.

Verbesserungswürdig:Hat der EC in der Defensive die Zügel ein wenig lockerer gelassen, gab es Gegentore. Sowohl vor dem Ausgleichstreffer der Frankfurter zum 2:2 als auch bei den Gegentoren gegen Crimmitschau luden die Roten Teufel den Gegner durch einfache Puckverluste oder zögerlichen Begleitschutz zum Toreschießen ein. "Wir haben in der eigenen Zone nicht immer konsequent gespielt und zu oft nach dem Puck gesucht, statt den Mann zu nehmen", sagt Kreutzer. Auch mit dem Powerplay ist der Cheftrainer weiterhin nicht zufrieden. Aus 15 Überzahlspielen am Wochenende generierte seine Mannschaft vier Tore. Das ist okay, zumal sich darunter drei Führungstreffer befanden. Gegen Crimmitschau ärgerte sich der 52-jährige Coach aber über die vergebene Chance, das Spiel in doppelter Überzahl mit dem Tor zum 5:2 Anfang des Schlussdrittels zu entscheiden. "Das machen wir im Training viel besser. Stattdessen kassieren wir danach das 4:3, da kann das Spiel auch kippen", sagt Kreutzer. Dass es nicht kippte, ist mittlerweile aber auch eine Qualität der Roten Teufel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare