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EC Bad Nauheim: Entscheidung über Vergabe des DEL2-Event-Games ist gefallen

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Die DEL2 hat entschieden, wer den Zuschlag für das Event-Game 2019 bekommt. Die Pressekonferenz zur Vergabe in Dresden hatte ein ganz besonderes Ende für die beiden Bewerber.

Eishockey vor 20 000 Zuschauern – mit dem EC Bad Nauheim: Der Traum von Verantwortlichen, Spielern und Fans in der Wetterau wird wahr. Am Freitagabend verkündete der Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga 2, René Rudorisch, bei einer eigens dafür angesetzten Pressekonferenz in Dresden: Das DEL 2-Event-Game geht nach Bad Nauheim – und auch nach Dresden. Denn erstmals in der Geschichte der zweithöchsten deutschen Spielklasse wird es zwei Event-Games in einer Saison geben. Erst empfangen die Roten Teufel am 14. Dezember die Löwen Frankfurt zum Hessen-Derby im Sparda-Bank-Hessen-Stadion am Bieberer Berg in Offenbach, dann erlebt Dresden im Fußballstadion von Dynamo Dresden am 4. Januar zum zweiten Mal in der Geschichte ein Freiluftspiel gegen die Lausitzer Füchse.

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Ein Beitrag geteilt von EC Bad Nauheim (@ecbadnauheim_offiziell) am Apr 5, 2019 um 10:06 PDT

EC Bad Nauheim: Geschäftsführer Andreas Ortwein euphorisch - "Ein Highlight in der Historie"

Der Hintergrund: Nach dem Rückzug des dritten Bewerbers Eispiraten Crimmitschau Ende Februar hatte sich die DEL 2-Geschäftsleitung die beiden übrig gebliebenen Bewerbungen angeschaut – und anschließend einen außergewöhnlichen Antrag gestellt, den der fünfköpfige Aufsichtsrat der Liga letztlich positiv entschied: Beide Bewerbungen bekommen einen Zuschlag. „Beide Bewerbungen sind schlüssig und weisen, jede für sich, ein interessantes Konzept nach. Ich sehe in der Ausrichtung beider Veranstaltungen eine weitere große Chance, den Eishockeysport in Deutschland und im Speziellen die zweite Profiliga mit zwei weiteren tollen Events positiv nach außen zu tragen", sagte Rudorisch während der Pressekonferenz.

Es ist eine einmalige Chance in 74 Jahren Eishockey in Bad Nauheim

Andreas Ortwein

"Das ist eine sensationelle Nachricht für uns. Aus einer losen Idee wurde zunächst ein Plan, dann eine Bewerbung und nun ist es Realität. Das ist ein Traum. Das wird sicher ein Highlight in der langen Historie des EC Bad Nauheim",  sagte EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein hocherfreut . Er sei sich sicher, dass das "eishockeyverrückte Mittelhessen und das eishockeyverrückte Rhein-Main-Gebiet" die große Kraftanstrengung des Vereins zu würdigen wisse.

EC Bad Nauheim: Kosten liegen bei rund 400.000 Euro - 12.500 Fans nötig

Noch stehen keine Details fest, aber die interne Planungsgruppe der Roten Teufel wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zu Gesprächen mit externen Dienstleistern zusammensetzen, um das bis zu 400 000 Euro teure Projekt auf die Beine zu stellen. In einer ersten Kalkulation war davon ausgegangen worden, dass rund 12 500 der 20 000 möglichen Tickets verkauft werden müssen, damit sich die Veranstaltung trägt. "Wir sind jetzt hochmotiviert und gehen in die Planungsphase", sagte Ortwein. Im Mai soll Genaueres bekanntgegeben werden.

"Es ist eine einmalige Chance in 74 Jahren Eishockey in Bad Nauheim. Natürlich ist das ein zusätzlicher Aufwand, aber es ist auch ein nationales Sportereignis", sagte Ortwein. Denn neben den Fans steht vor allem die Chance der Sponsorengewinnen und die Übertragung durch einen TV-Sender im Mittelpunkt des Interesses in punkto Werbewirksamkeit und Imagegewinn. Dies würde dem EC  nach einer starken Saison mit Platz sechs nach der Hauptrunde und eher durchwachsenen Playoffs  mit dem 0:4-Aus gegen die Ravensburg Towerstars vor dem Hintergrund der Diskussion um einen Arena-Neubau in Bad Nauheim zusätzliche (positive) Aufmerksamkeit verschaffen. "Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um Werbung für den Eishockey-Sport zu machen. Es wird uns als auch Dresden als Standort helfen, daher sehe ich auch die Vergabe von zwei Spielen in der Summe komplett positiv", sagte Ortwein. Und Rudorisch fügte hinzu: "Ich bin überzeugt, dass beide Standorte die Ressourcen haben, um ein tolles Event zu kreieren und im Sinne der Liga und des Eishockeysports umzusetzen:"

EC Bad Nauheim: Abhängigkeit von Ligazugehörigkeit der Löwen Frankfurt

Bereits seit November vergangenen Jahres hatten die Roten Teufel im Hintergrund an der Bewerbung gearbeitet, die Ende Januar eingereicht werden musste. Seitdem wurde die Vergabe durch die Liga geprüft, die 2016 in das aus der nordamerikanischen Tradition stammende Geschäft rund um Freiluftspiele im Eishockey eingetreten war (siehe Info-Kasten unten).

Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um Werbung für den Eishockey-Sport zu machen

Andreas Ortwein

Klar ist aber auch: Das Spiel, dem mittels einer Fan-Meile mit Mitmach- und Aktionsflächen, einer Eis-Show oder auch eines öffentlichen Eislaufes zusätzlicher Event-Charakter verliehen werden soll, steht und fällt mit den Löwen als Gegner. Sollte Frankfurt, das sich um eine Aufnahme in die DEL beworben hat, vom Erstliga-Rückzug eines anderen Standorts im Sommer profitieren, würde es auch kein Event-Game geben.

Info

Die Event-Games in der Geschichte des deutschen Eishockey

  1. 5. Januar 2013: In Nürnberg findet das erste Freiluftspiel in der DEL statt. Die Nürnberg Ice Tigers schlagen Meister Eisbären Berlin vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften Fußballstadion mit 4:3 – Europarekord für ein Liga-Freiluftspiel. Der TV-Sender "ServusTV" überträgt die Partie live.
  2. 10. Januar 2015: Vor 51 125 Zuschauern schlägt die Düsseldorfer EG die Kölner Haie in der heimischen Esprit-Arena mit 3:2. Das Stadion war nicht ganz ausverkauft und holte sich auch nicht den Freiluftrekord, da wegen Sturms das Dach geschlossen bleiben musste. "ServusTV" übertrag erneut live. 
  3. 9. Januar 2016: In Anlehnung an das Konzept der DEL startet auch die DEL 2 ein Event-Game. Im Stadion des Fußballklubs Dynamo Dresden kommt es zum Sachsenderby zwischen den Dresdner Eislöwen und den Lausitzer Füchsen, die sich vor 31 853 Zuschauern 3:4 nach Verlängerung geschlagen geben müssen. Das Spiel ist Zuschauerrekord für die DEL 2, das bestbesuchteste Zweitliga-Eishockey-Spiel Europas und klettert auch unter allen Eishockeyspielen in Europa unter die top fünf. Der "MDR" überträgt live (Marktanteil: 8,5 Prozent).
  4. 10. September 2016: 30 000 Zuschauer sehen in der Frankfurter Commerzbank-Arena das Hessen-Derby zwischen den Löwen aus der Mainmetrople und den Kassel Huskies, die sich 5:4 nach Verlängerung durchsetzen. 
  5. 7. Januar 2017: In Sinsheim findet die dritte Auflage des DEL-Winter-Games zwischen den Schwenninger Wild Wings und den Adler Mannheim statt, die sich vor 25 022 Zuschauern einen 7:3-Sieg erspielen.
  6. 12. Januar 2019: Erneut kommt es zum rheinischen DEL-Derby: In der 222. Auflage holt sich die Düsseldorfer EG vor 47 011 Zuschauern mit 3:2 nach Verlängerung den 100. Sieg gegen die Kölner Haie. Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski führt im Rheinenergiestadion das erste Bully aus.

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