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Alle Hände voll zu tun: Daniel Ketter und Torwart Felix Bick vom EC Bad Nauheim klären gegen Löwen-Center Max French. FOTO: RABUSER

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Vor einem dramatischen Finish

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Der EC Bad Nauheim bestreitet am Sonntag das spannedste Hauptrunden-Finish seit dem Zweitliga-Aufstieg 2013.

Platz sechs ist erstmal futsch! Der EC Bad Nauheim handelte sich während einer offensiv lange Zeit trostlosen Vorstellung zu viele Strafen ein und ist am vorletzten Hauptrunden-Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 auf einen Pre-Playoff-Rang abgerutscht. Nach einer 1:3 (0:1, 0:1, 1:1)-Niederlage bei den Tölzer Löwen stehen die Roten Teufeln damit aber zum Heimspiel am Sonntag (18.30 Uhr, Colonel-Knight-Stadion) gegen den ESV Kaufbeuren vor dem spannendsten Liga-Finish seit dem Aufstieg 2013. Neben Punkten wird aber auch Schützenhilfe benötigt, um noch auf direktem Weg in das Viertelfinale einzuziehen.

Vor 2989 Zuschauern in der Wee-Arena kassierten die Hessen gleich zwei Gegentreffer in Unterzahl. Für Bad Nauheim traf Marc El-Sayed zum zwischenzeitlichen 1:2 (47.). "Ich gratuliere Tölz zum Sieg. Mehr sage ich momentan nicht, weil es mich sonst nur Geld kostet", ärgerte sich Christof Kreutzer, der Trainer der Roten Teufel.

Zwei Hinausstellungen bei eigener Überzahl, was letztlich zu einer numerischen Unterlegenheit führte, gleich zwei Drei-gegen-fünf-Situationen, eine strittige Bankstrafe wegen eines falschen Wechsels, dazu Hinausstellungen teils mit Ansage, teils auch diskussionswürdig - alles das passt irgendwie zur momentanen Lage. Und das ausgerechnet gegen Bad Tölz, ein Top-Powerplay-Team. Die Gäste leisteten sich zu viele Strafminuten und wurden durch Lubor Dibelka, der zweimal am langen Pfosten gelauert hatte, bestraft.

Die Hausherren, bis dato Tabellennachbar, gewannen die Partie verdientermaßen. Mit nur fünf Verteidigern angetreten, darunter zwei gelernte Stürmer, investierten die Hausherren nach zehn Minuten des beiderseitigen Abtastens deutlich mehr in die Partie. Drei Torschüsse im ersten Drittel, zehn (weitgehend ungefährliche) Abschlüsse im zweiten Durchgang - offensiv fand Bad Nauheim in den ersten 40 Minuten nicht statt. Die Rotation auf den Kontingentstellen (Jack Combs spielte wie angekündigt anstelle von Cody Sylvester) verpuffte völlig. Zu ungenau und auch erkennbar ohne Selbstvertrauen wurde im Zusammenspiel agiert.

Felix Bick, der Torwart der Roten Teufel, verhindert eine frühe Vorentscheidung. Zunächst hatte er Glück, als Tyler McNeely das leere Tor verfehlte (17.), dann parierte er zweimal äußerst spektakulär gegen den Kanadier (18.) und schließlich musste er sich gegen Dibelka nach Querpass an den langen Pfosten geschlagen geben (18.).

Wie das erste Drittel eröffnete Bad Nauheim auch den zweiten Abschnitt mit einer Überzahl-Situation (insgesamt gab es fünf). Mike Card leitete dann einen Tölzer-Konter ein, zog - wie quasi zeitgleich Zach Hamill - eine Strafzeit, während Bick das Solo von Max French stoppen konnte. Das Spiel auf beiden Seiten wirkte unruhig, zerrissen durch die Hinausstellungen. Eine Möglichkeit zum Ausgleich bot sich Andreas Pauli, nach der einem Andrej-Bires-Schuss auf einen Rebound gelauert hatte.

Der Anschlusstreffer durch El-Sayed, der den Puck einfach mal in Richtung Tor gebracht hatte (47.), erzeugte wie aus dem Nichts noch einmal Spannung. Bad Nauheim hatte nun zehn gute Minuten, drängte leidenschaftlich auf den Ausgleich und hatte auch seine Chancen, ehe eine erneute Hinausstellung (57.) die Hoffnung auf eine Wende raubte. Schließlich setzte Shawn Weller den Schlusspunkt.

Tölzer Löwen: Franzreb - Mac Kenzie, Edfelder, Schwarz, Leitner, Schlager - Dibelka, McNeely, Weller, Sedlmayr, French, Pfleger, Kiefersauer, Reiter, Heatley, Tosto.

EC Bad Nauheim: Bick - Ketter, Sekesi, Card, Kokkila, Slaton, Gnyp - Pauli, Fiddler, Bires, El-Sayed, Hamill, Combs, Ratmann, Köhler, Palka, Bindels, Kahle, Cornett.

Im Stenogramm / Torfolge: 1:0 (18.) Dibelka (Sedlmayr, Mac Kenzie - 5-4), 2:0 (34.) Dibelka (Pfleger, Mac Kenzie - 5-4), 2:1 (47.) El-Sayed (Combs, Gynp), 3:1 (60.) Weller (Dibelka, French - Empty-Net). - Schiedsrichter: Patrick Altmann/Stephan Bauer. - Strafminuten: Bad Tölz 10, Bad Nauheim 16 plus Spieldauer (El-Sayed). - Zuschauer: 2989.

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