Willkommen im Klub: Geschäftsführer Andreas Ortwein (links) hat Dag Heydecker (rechts) am Montagabend als Mitglied der Geschäftsleitung des EC Bad Nauheim vorgestellt. Moderiert wurde der Abend im exklusiven Kreis von Aufsichtsräten und Kommanditisten der Spielbetriebs GmbH von Jana Duderstadt.
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Willkommen im Klub: Geschäftsführer Andreas Ortwein (links) hat Dag Heydecker (rechts) am Montagabend als Mitglied der Geschäftsleitung des EC Bad Nauheim vorgestellt. Moderiert wurde der Abend im exklusiven Kreis von Aufsichtsräten und Kommanditisten der Spielbetriebs GmbH von Jana Duderstadt.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Wie ein ehemaliger Bundesliga-Geschäftsführer überzeugt werden konnte

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Der EC Bad Nauheim hat die Geschäftsleitung mit einem ehemaligen Geschäftsführer der Fußball-Bundesliga erweitert. Das hat ganz besondere Gründe.

Der Montagabend hat die Herzen der Eishockey-Fans in Bad Nauheim höher schlagen lassen. Auf der Betonfläche im Colonel-Knight-Stadion zeichneten sich erste kleinere Wasserpfützen ab, die auf den Beginn der Eisaufbereitung in der kommenden Woche hinweisen, und oben im VIP-Raum überraschte Andreas Ortwein, der Geschäftsführer des EC Bad Nauheim, im Kreis der Aufsichtsratsmitglieder und GmbH-Kommanditisten gleich mit zwei personellen Top-Meldungen. Dag Heydecker wird die Geschäftsleitung mit seinen mehr als zwei Jahrzehnten in Diensten von DEL-Klub Mannheim und Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 bereichern, und mit Cason Hohmann wurde zugleich noch der zweite Importspieler präsentiert. Zur Überraschung schauten zudem Hannu Järvenpää, der neue Trainer, und »Königstransfer« Kelsey Tessier vorbei und plauderten mit den etwa 50 geladenen Gästen.

EC Bad Nauheim: Kreis schließt sich

»Für mich schließt sich der Kreis«, sagt Heydecker, der beruflich zu seiner ersten großen Liebe aus Kindheitstagen zurückgekehrt ist. Als Fünfjähriger war er von seinem Vater zu den Spielen des VfL mitgenommen worden, das Bundesliga-Aus und Neu-Start des EC begleitete er als Journalist, um später bei Eishockey- und Fußball-Erstligisten die Entwicklung abseits des Sports, in den Bereichen Marketing und Vertrieb, voranzutreiben. Ein junges, homogenes Team habe er auf der Geschäftsstelle in Bad Nauheim kennengelernt, und aus der anfangs vielleicht noch recht fixen Idee war letztlich die tiefe Überzeugung entstanden, bei den Roten Teufeln mitzuwirken. »Halbe Sachen mache ich nicht. Mein Herz hängt an diesem Klub. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich, wenn der EC ruft, schlecht Nein sagen kann«, sagt Heydecker, in dessen Worten die emotionale Nähe deutlich zu spüren war. »Eishockey in Bad Nauheim ist sicherlich eine Ausnahmesituation. Ich hätte bei keinem anderen Klub zugesagt.« Heydecker, der zuletzt unter anderem auch als Business-Coach tätig war, ist verheiratet, lebt in Mainz und wird pendeln.

Die GmbH sieht er gut aufgestellt. In der Geschäftsstelle sowie mit dem Engagement von Aufsichtsräten und Kommanditisten habe der Klub ein tolles Fundament und die Arbeit Ortweins habe den EC über Jahre geprägt. »Hier wird auch jetzt schon erfolgreich gearbeitet. Der Klub spielt seit 2013 gefestigt wieder in der DEL2, und wer hätte denn vor drei oder vier Jahren an die Umsetzung eines Winter-Derbys in Offenbach gedacht? Jetzt gilt es, diese Arbeit fortzuführen.«

EC Bad Nauheim: Alternativlos

Intern war längst beschlossen, Geschäftsführer Andreas Ortwein nach nun rund zwölf Jahren im Tagesgeschäft zu entlasten. Dass sich die Roten Teufel einen Ex-Bundesliga-Geschäftsführer leisten könnten, war wiederum nicht zu erwarten. »Dag hat keine Bundesliga-Bezüge verlangt«, lacht Ortwein. Der Kreis der Aufsichtsräte habe sich eingebracht. Der für den sportlichen Bereich eingeplante Etat sei nicht belastet worden. »Wir haben offen kommuniziert, was wir zu leisten in der Lage sind, und waren uns schnell einig.« Langweilig wird dem Hans Dampf aber sicher nicht werden. Die Projektskizze Multifunktionsarena soll Ende August/Anfang September präsentiert werden. Zweimal schon - 2005 vom Stadion im Friedrichspark in Mannheim und 2011 vom Stadion am Bruchweg in die damalige Coface-Arena in Mainz - hat Heydecker im übrigen Umzüge eng begleitet; ein Fingerzeig? Der Weg sei alternativlos, betonte Ortwein am Montag erneut. »Alle unsere Ideen und Konzepte setzen auf ein neues Stadion auf. Wir als Klub wollen der Motor sein, um eine Klärung herbeizuführen.«

EC Bad Nauheim: Auf einer Linie

Jetzt, im Corona-Jahr 2020, kommt dem EC Bad Nauheim die veraltete Spielstätte aufgrund ihrer offenen Seiten nochmal entgegen. Basierend auf den Hygiene-Vorordnungen der DEL2 haben die Roten Teufel ihr Konzept vom organisatorischen Ablauf erarbeitet und dieses bereits dem Wetteraukreis und der Stadt Bad Nauheim vorgestellt.

Mit welchen Einschränkungen ist zu rechnen? Mit welchen Kapazitäten kann - immer nach heutigen Stand - geplant werden? Welche Maßnahmen auf dem Areal im Kurpark sind zu treffen? Wie ist die Wegeführung? Wie können Steh- und Sitzplatz-Kapazitäten optimal genutzt werden? Man sei gewillt, den EC Bad Nauheim zu unterstützen, hat Ortwein in den Dialogen festgestellt. »Unser Stadion hat viele Nachteile, doch im Moment bietet es uns durch die Frischluft einen großen Vorteil.« Aktuell sei eine Kapazität von 2000 Zuschauern denkbar.

Bezüglich der behördlichen Genehmigungen umtreiben Ortwein als Vorsitzenden der DEL2-Kommission Sorgen bezüglich anderer Standorte in den fünf teilnehmenden Bundesländern. In Bayern und Baden-Württemberg etwa gestalten sich entsprechende Dialoge schleppender. Am Donnerstag komme die Kommission erneut zusammen, um Szenarien durchzuspielen.

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