EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Daniel Ketter in ungewohnter Rolle

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Daniel Ketter wurde zum zweiten Mal als Spieler des Tages beim EC Bad Nauheim ausgezeichnet. Das ist untypisch für den Verteidiger. In die Torhüter-Frage könnte diese Woche Klarheit bringen.

Rang acht. Die bislang beste Platzierung der (allerdings noch jungen) Saison in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Bad Nauheim ist nach Holper-Start durch drei Siege aus den letzten vier Spielen auf Kurs gekommen. "Ein neuer Trainer. Ein neues System. Das braucht eben seine Zeit. Ich denke, jeder hat inzwischen einigermaßen verstanden, wie es funktionieren kann", sagt Daniel Ketter und lacht. "So ist’s nunmal; auch wenn das wie eine Floskel klingt." Nach dem 5:2-Erfolg gegen Deggendorf am Sonntag wurde der 33-Jährige als Spieler des Tages ausgezeichnet. Zum zweiten Mal schon in dieser Spielzeit (zuvor beim Spiel in Freiburg). Das ist ungewöhnlich für einen Verteidiger; speziell auch für ihn, der eher unspektakulär spielt Sein erstes Saisontor beim 5:2-Erfolg hatte allerdings spielentscheidenden Charakter. Zwei Tage zuvor hatte Bad Nauheim bei Meister Bietigheim verloren (3:5).

EC Bad Nauheim: Treffer von Daniel Ketter richtungsweisend

"Naja, bei einem solchen Tor ist auch Glück dabei. Da standen ja noch drei, vier Leute vor mir." So wirklich eine Lücke suchen und zielen können habe er nicht, sagt Ketter über seinen Treffer zum 3:2-Zwischenstand, der die sportlichen Verhältnisse nach fünf konzentrationsschwachen Minuten samt dem Gegentor-Doppelschlag wieder gerade gerückt hatte. "Wir hatten mehr Chancen, mehr Spielanteile und auch zahlreiche Abpraller. Wir hätten das Ding eigentlich schon früher zumachen müssen", sagt er.

EC Bad Nauheim: Kontinuität reinbringen

Christof Kreutzer, der Trainer, betrachtet die jüngste Entwicklung ähnlich wie sein Abwehr-Routinier, für den es ihn besonders gefreut habe. "Daniel spielt sehr beständig und konsequent. Das Tor hat er sich verdient." Seiner Mannschaft bescheinigte er, sich aus dem Ergebnis-Tief der ersten Wochen "toll herausgearbeitet" zu haben. "Die Jungs kapieren langsam, was sie abrufen müssen, um erfolgreich sein zu können." Jetzt gelte es aber auch, Kontinuität sicherzustellen.

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Offensiv scheint bei den Sylvester-Brüdern der Knoten geplatzt; erst recht, seitdem beide getrennt auflaufen. Cody Sylvester traf in sechs der letzten sieben Spiele, sein zwei Jahre älterer Bruder in vier der letzten fünf Partien. Und auch James Livingston wurde endlich für sein nimmermüdes Vorangehen belohnt. Im elften Spiel erzielte der aufgrund des mageren Scorings oft kritisierte Kanadier seinen ersten Treffer.

EC Bad Nauheim: Schon fünf Torhüter gemeldet

Auffällig: Die Roten Teufel kassierten am Wochenende nur drei Hinausstellungen. Kreutzer sieht dies auch als Beleg für die Bereitschaft, den berühmten Schritt mehr zu machen. Man komme deshalb seltener in die Verlegenheit, haken oder halten zu müssen. Die zuletzt wenigen Unterzahl-Situationen erlauben gar ein Spiel mit aktuell nur zwei offensiven Duos; Marcel Kahle/Max Brandl sowie die Sylvester-Brüder. "Marcel und Max machen das richtig gut. Die kann ich zweimal bringen. Und die anderen beiden leben von ihrer Erfahrung und Schnelligkeit", sagt Kreutzer. Und genau diese beiden Faktoren hatten am Sonntag auch das Unterzahl-Break zum 4:2-Zwischenstand ermöglicht.

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Eine Baustelle bleibt die Torwart-Position. Und eine Entwicklungsrichtung ist noch nicht wirklich zu erkennen. Wann kommt Jonathan Boutin zurück? Kommt er denn nach seiner Gehirnerschütterung überhaupt zurück? Der 33-Jährige steigt aktuell unterschiedlich lange und intensiv auf das Fahrrad. Mal beschwerdefrei, mal nicht. In dieser Woche wird er sich einem sogenannten Brain Check unterziehen. Dieser beinhaltet neurologische, neuropsychologische, psychiatrische und psychotraumatologische Untersuchungen. Dann wisse man hoffentlich mehr, sagt Matthias Baldys, der Sportliche Leiter. Am zehnten Spieltag hatten die Roten Teufel deshalb am Freitag in Bietigheim ihren bereits fünften Torwart im Spielbericht eingetragen; als bislang einziger Verein in den beiden deutschen Profiligen. Mit dem 18-jährigen Hendrik Hane und dem nur ein Jahr älteren Nils Flemming hatte Bad Nauheim - angesichts der kurzfristigen Erkrankung von Jan Guryca - das mit Abstand jüngste Torhüter-Duo der Liga gestellt. Während der Herbst-Ferien soll Hane in der Wetterau bleiben und auch trainieren. Über die Zeit darüberhinaus kann nur spekuliert werden.

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