EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim bleibt zu Hause erstmals punktlos

  • Michael Nickolaus
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Enttäuschung bei den Roten Teufeln: Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim unterliegt den Lausitzer Füchsen vor 2327 Zuschauern mit 1:2. Radek Krestan trifft in Überzahl.

Die Serie der Roten Teufel ist gerissen. Im siebten Heimspiel blieb Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim zum ersten Mal in dieser Saison ohne Punktgewinn. Mit 1:2 (0:1, 0:0, 1:1) unterlag die Mannschaft von Petri Kujala vor 2327 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion den Lausitzer Füchsen, dem bisherigen Tabellen-Zwölften. Während schwachen 60 Minuten erzielte Radek Krestan im Powerplay den einzigen Treffer für die Hessen. »Wir waren heute nicht bereit und sind nicht ins Forechecking gekommen. Weißwasser hat mit zwei Sonntagsschüssen getroffen, aber solche Tore erzielt man auch nur, wenn man entsprechend arbeitet. Der Sieg der Gäste ist verdient«, räumte Petri Kujala, der Trainer der Roten Teufel, ein.

Es kann eben nicht immer Derby sein. Am Freitag war vielmehr der Wurm drin; und zwar so richtig. Lausitz - das war von vorneherein klar - würde für die Roten Teufel eine gleichsfalls undankbare wie unbequeme Aufgabe werden. Hier der heimstarke Derbysieger, dort eine vermeintlich biederer Gast aus dem unteren Tabellendrittel, ein Kader ohne echte Namen. Bad Nauheim konnte angesichts der selbst auferlegten Erwartungen nur verlieren; und so kam es, wie es im Grunde genommen zu befüchten war.

Bis auf kurze Phasen zum Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Abschnitts, vielleicht noch während einiger Minuten im Schlussdrittel, wirkte das, was die Gastgeber auf allen Seiten des Eises zeigten, doch recht konfus, mitunter im eigenen Verteidigungsdrittel wild und frei von Positionsspiel. Die Zuordnung fehlte, das Passspiel war ungenau, und in die Zweikämpfe fanden die Hausherren diesmal eben viel zu selten. So mancher fragte sich, ob da die gleiche Mannschaft wie in den Derbys auf dem Eis stehe. Dass den Teufeln diesmal auch das notwendige Scheibenglück fehlte, passte ins Bild; ebenso wie der kurzfristige Ausfall von Esa Lehikonen, der nach dem Warmlaufen in der Kabine geblieben war.

Nur 81 Sekunden waren gespielt, als ein Schuss von Thomas Götz unhaltbar für Torwart Felix Bick im Tor der Roten Teufel einschlug. Das passiert. Und es war noch ausreichend Zeit. Nach 13, 14 Minuten schien es, als habe Bad Nauheim ins Spiel gefunden, und auch die ersten Sequenzen im zweiten Durchgang vermittelten diesen Eindruck. Das war ein Trugschluss, und Kujala reagierte. Mittelstürmer Max Brandlwechselte auf die Centerposition der zweiten Reihe und Eric Meland zurück in die Verteidigung; ohne messbaren Erfolg.

Immerhin. Bick hatte seine Mannschaft im Spiel gehalten. Bad Nauheim fehlte eben dieses eine - oft als »dreckig« bezeichnete - Tor. Als die Unparteiischen den Gastgebern mit drei Powerplay-Situationen im Schlussdrittel in die Karten spielten, traf Krestan nach geschlagenen 50:32 Minuten zum 1:1. Nicht einmal eine Minute später schlenzte Viktor Lennartsson die Scheibe aber einfach mal in Richtung EC-Tor und traf aus dem Nichts zur erneuten Füchse-Führung, der Bad Nauheim nun vergeblich hinterher lief.

EC Bad Nauheim: Bick - Kohl, Slaton, Trivellato, Stiefenhofer, Ketter, Erk - Frosch, Sylvester, Livingston, Krestan, Meland, Pauli, Meisinger, Lange, Bettahar, Ratmann, Brandl, Kolb.

Lausitzer Füchse: Franzreb - Owens, Bär, Mücke, Kania, Hoffmann, Mund - Tagkaev, Just, Warttig, Hessler, Eriksson, Lennartsson, Schmidt, Götz, Stöber, Neuert, Boiarchinov.

Steno: Tore: 0:1 (2.) Götz (Hoffmann, Stöber), 1:1 (51.) Krestan (Livingston, Meland - 5-4), 1:2 (52.) Lennartsson. - Schiedsrichter: Roland Aumüller/Markus Krawinkel. - Strafminuten: Bad Nauheim 4, Lausitz 10. - Zuschauer: 2327.

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