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Nach »Zwangsurlaub«: Wie Christoph Körner sein Comeback angeht

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Von: Michael Nickolaus

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Christoph Körner hat das Ende der Saison krankheitsbedingt verpasst. Jetzt freut sich der 24-Jährige auf den Trainingsstart beim EC Bad Nauheim. © Andreas Chuc

Er war Teil der Top-Reihe des EC Bad Nauheim. Kurz vor Abschluss der Hauptrunde musste er aus gesundheitlichen Gründen pausieren. Im Interview erzielt Christoph Körner, wie es ihm heute geht.

Christoph Körner hat das Saison-Finale der Deutschen Eishockey-Liga 2 aus gesundheitlichen Gründen verpasst. Mitte Februar hatte der 24-Jährige sein letztes Spiel für den EC Bad Nauheim bestritten, erlebte im Anschluss unruhige Tage. Im Interview spricht der Stürmer, der den Sommer in seiner Heimat, unweit von Garmisch-Partenkirchen, verbringt, nun über seine Diagnose, den Stand seiner Vorbereitung und seinen Optimismus für die Saison 22/23.

Christoph Körner, wie geht’s Ihnen aktuell? Inwieweit konnten Sie die Vorbereitung inzwischen aufnehmen?

Mir geht’s super. Alles ist wieder tiptop. Ich bin in diesen Tagen viel mit dem Hund unterwegs, spiele Golf, fahre Mountainbike, bin wandern oder im Fitnessstudio. Mit den Bergen vor der Tür habe ich eine große Auswahl.

Sie hatten sich im Februar aufgrund von Schwindelgefühlen untersuchen lassen. Eine Erkrankung am Herz war diagnostiziert worden? Wie haben Sie als Profi-Sportler die vergangenen Monate erlebt?

Die Diagnose war schon sehr ernüchternd. Ob es sich um einen Infekt handelt, ob dieser im Zusammenhang mit meiner Corona-Erkrankung steht - das ist alles sehr komplex. Glücklicherweise war’s dann nicht so schlimm, wie es zu befürchten war. Alles ist geheilt. Ich musste nach einer Pause zwar langsam anfangen, kann inzwischen aber wieder zu 100 Prozent trainieren.

Sie sind erst 24 Jahre alt. Hatten Sie auch über ein Ende ihrer Profi-Laufbahn nachdenken müssen?

Ich bekam schon nach gut einer Woche eine positivere Nachricht, eine Art Entwarnung. Da danke ich Dr. Michael Piske sowie dem Team der Kerckhoff-Klinik. Es war letztlich nicht bedrohlich für die weitere Laufbahn, aber ich musste eben etwas Ruhe halten, um den Puls nicht nach oben zu treiben.

Ein Profi hat in aller Regel etwa vier eishockeyfreie Monate. Können Sie da komplett abschalten, oder ist der Sport auch im Sommer präsent?

Eishockey ist eigentlich immer im Kopf. Nach einer normalen Saison hat man vielleicht mal zwei, drei Wochen mit nur leichten Aktivitäten. Ich persönlich hatte rund zweieinhalb Monate Zwangsurlaub, bin froh, jetzt wieder etwas tun zu können. Ich denke, ich bin bei etwa 70 Prozent meines Levels, dass ich sonst zu diesem Zeitpunkt des Sommers habe. Bis zum 1. August werde ich bei 100 Prozent sein.

Die Roten Teufel waren im vergangenen Winter ein eingeschworener Haufen. Wie ist der Austausch untereinander im Sommer?

Hier und da steht man immer mal wieder miteinander in Kontakt. Da ich etwas früher von der Mannschaft weg war, wird die Freude beim Wiedersehen umso größer sein. Etwa 90 Prozent des Kader bleiben zusammen. Das machts’s nach dem Erfolg im Vorjahr umso schöner, wenn man sich wiedersieht.

Was zeichnet den Kader aus?

Der Charakter. Das war überragend. Wir hatten von Tag eins an eine positive Stimmung in der Kabine, es gab nie eine Durststrecke mit sechs, sieben Spielen ohne Erfolg. Eine positive Welle hat uns durch die Saison getragen. Wir haben aufs Eis gebracht, was Harry Lange und Hugo Boisvert verlangt haben. Und es hat funktioniert.

Mit der Halbfinal-Teilnahme wurde die Messlatte hoch gelegt.

Wir haben in meinen Augen nichts zu verlieren. Für viele mag das Abschneiden eine Überraschung gewesen sein, für mich nicht. Ich wusste, dass wir eine starke Truppe haben. Und die werden wir auch in der kommenden Saison haben Wir spielen unser System, unser Ding. Dass wir uns vor niemandem verstecken müssen, haben wir gezeigt.

Die Fluktuation ist sehr überschaubar. Bad Nauheim hält den Kader zusammen, andere Mannschaften verstärken sich. Ziehen diese Klubs an den Roten Teufeln vorbei?

Die Konkurrenz hatte sich auch während der vergangenen Saison verstärkt - dennoch haben wir im Halbfinale gestanden. Und ich denke, ohne erneute Corona-Erkrankungen und verletzungsbedingte Ausfälle hätten wir auch Ravensburg schlagen können. Wir waren im Rhythmus, sind eine unangenehm zu spielende Mannschaft. Und ich bin sicher, dass Harry Lange auch in der kommenden Saison den einen oder anderen taktischen Trick drauf hat.

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