EC Bad Nauheim

3:7 nach 3:1: EC Bad Nauheim kassiert zwei Gegentore im Powerplay

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
    schließen

Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim verliert beim ESV Kaufbeuren nach einer 3:1-Führung mit 3:7. Bei eigener Überzahl kassieren die Roten Teufel zwei Gegentreffer.

Christof Kreutzer, der Trainer, wollte das, was ihm seine Mannschaft in den letzten 20 Minuten geboten hatte, "noch nicht kommentieren", wie er am Sonntagabend sagte. Eine Zwei-Tore-Führung hatte der EC Bad Nauheim aus der Hand gegeben. Das kann passieren. Aber: In Kaufbeuren kassierten die Roten Teufel beim Stand von 3:3 und eigenem Powerplay (47.) gleich zwei Gegentreffer - das ist eines Eishockey-Zweitligisten unwürdig. Mit einer 3:7 (1:0, 2:2, 0:5)-Niederlage endete die erste Dienstreise der Saison 2018/19. In Allgäu verloren die Hessen damit zum zehnten Mal in Folge, der letzte Sieg datiert vom 25. März 2015. Kurios: Mit Nico Kolb, Jannik Woidkte und Max Hadraschek trafen ausgerechnet drei Ex-Kaufbeurer für Bad Nauheim. Eine unglückliche Figur machte Jonathan Boutin. Der Torwart ließ sich mit einem Schuss aus der neutralen Zone überwinden; das passte ins Bild eines scheinbar verunsicherten Neuzugangs. "Wir wissen, dass wir 60 Minuten Power-Hockey spielen können. Und das sollte auch der Weg sein", resümierte derweil ESVK-Coach Andreas Brockmann.

LESEN SIE AUCH: EC Bad Nauheim verteilt im Derby Geschenke

Seine Mannschaft hatte der Partie - von einer langen Phase im zweiten Durchgang abgesehen - den Stempel aufgedrückt. Kaufbeuren setzte seine Gäste im ersten Drittel mächtig unter Druck, konnte Abspielfehler erzwingen und Bad Nauheim regelrecht in einen Abnutzungskampf verwickeln. Mit Leidenschaft wurden ESVK-Schüsse geblockt, wurde das eigene Tor verteidigt. Auf der Gegenseite zeigten sich die Roten Teufel effizient. Nico Kolb traf aus einer Zwei-gegen-eins-Situation heraus und hatte wenig später aus vergleichbarer Position gar erhöhen können.

Im zweiten Drittel gab Bad Nauheim den Ton an, steckte den Ausgleich (Jere Laaksonen) - einem Dalhuisen-Patzer geschuldet - weg und legte durch Woidtke und Hadraschek auf 3:1 vor. Kaufbeuren wankte nun, kam durch einen verdeckten Schuss von Florian Thomas aber zum Anschluss.

EC-Keeper Jonathan Boutin greift daneben

Der Ausgleich - erneut traf Laaksonen, diesmal in Überzahl - hatte sich irgendwie angedeutet (44.). Nur vier Minuten später war die Partie entschieden. Zunächst traf Alex Thiel fast von der Mittellinie gegen den ehemaligen Teamkollegen Boutin, der 76 Sekunden später - bei einem Zwei-gegen-eins-Konter der noch in Unterzahl spielenden Gastgeber - auch den fünften Treffer durch Sami Blomquist nicht verhindern konnte. Das war’s. Das verriet in Blick in die Gesichter auf beiden Seiten. Bad Nauheim leistete sich im Anschluss noch Hinausstellungen und beraubte sich so der letzten reellen Option auf ein Herankommen. Letztlich schraubten Simon Schütz (58./verdeckter Schuss durch die Beine von Boutin) und Max Schmidle (59.) das Resultat noch in die Höhe.

ESV Kaufbeuren: Vajs - Ketterer, Eichinger, Pfaffengut, Schütz, Haase, Messing, Lillich - Thiel, Saarinen, Gracel, Laaksonen, Schmidle, Blomquist, De Paly, Lewis, Schäffler, Thomas, Wolter, Oppolzer.

EC Bad Nauheim: Boutin - Ketter, Slaton, Dalhuisen, Pruden, Woidtke, Stiefenhofer, Mannes - Livingston, Hadraschek, Krestan, Cody Sylvester, Dustin Sylvester, Strodel, Ratmann, Brandl, Bires, Reimer, Kolb, Kahle.

Steno: Tore: 0:1 (6.) Kolb (Ratmann), 1:1 (25.) Laaksonen (Eicninger, Schmidle - 5-4), 1:2 (26.) Woidtke (Brandl), 1:3 (32.) Hadraschek (Kolb - 5-4), 2:3 (39.) Thomas (Saarinen, Lewis), 3:3 (44.) Laaksonen (Eichinger, Schmidle - 5-4), 4:3 (47.) Thiel (4-5), 5:3 (48.) Blomquist (Gracel, Schütz), 6:3 (58.) Schütz (Gracel, Blomquist - 5-4), 7.3 (68.) Schmidle (Saarinen, Laaksonen). - Schiedsrichter: Haupt/Sicorschi. - Strafen: Kaufbeuren 8, Bad Nauheim 12. - Z.: 2511.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare