Löwen Frankfurt

Marius Erk: Im Römer soll sich für den Ex-Teufel der Kreis schließen

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Marius Erk war schon als Kind bei den DEL-Meisterfeierlichkeiten der Löwen Frankfurt im Römer. Jetzt will der Ex-Teufel mit seinem Heimatverein gegen Ravensburg den DEL2-Titel gewinnen.

Eine lockere Runde im Fitness-Studio, in die Sauna, noch ein bisschen das schöne Wetter genießen. Die Extra-Portion Freizeit, die sich die Frankfurter Löwen mit ihrem schnellstmöglichen Kurs ins Finale verdient hatten, verbrachte Marius Erk am Montag auf seine Weise, mit einem eher entspannten Programm. Zum Showdown einer jetzt schon erfolgreichen Saison wird es ja bald genug Schlag auf Schlag gehen. "Da spürt man schon so ein gewisses Kribbeln, die Vorfreude steigt", berichtet Marius Erk – und trägt zur Einstimmung auf die Meisterprüfung in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys selbst eine gute Nachricht bei.

Rechtzeitig zu der am Gründonnerstag (19.30 Uhr) daheim am Ratsweg beginnenden Finalserie gegen die Ravensburg Towerstars haben die Löwen verkündet, dass der vielseitig einsetzbare 22-Jährige seinen Vertrag verlängert hat. Was vor allem sportliche Gründe hat, aber auch eine Art romantischen Wert. Ein Löwe aus dem eigenen Nachwuchs? Marius Erk ist eine seltene Spezies: Jugendspieler, die es in die Profimannschaft geschafft haben, kann man in der Frankfurter Eishockey-Geschichte an einer Hand abzählen. Er gehört dazu, damit nicht genug: Nebenbei feierte er als junger Löwe die deutsche Meisterschaft auf dem Römerbalkon und im Kaisersaal mit, 2004 war das – weil Vater Axel einen guten Draht zu Gerd Schröder hatte, dem Boss in diesen Lions-Zeiten. "Da gibt es ein witziges Bild von mir, wie ich auf dem Balkon mit den Spielern stehe", erinnert er sich.

An der aktuellen Erfolgsgeschichte schreibt Marius Erk nun selbst kräftig mit. "Ich hoffe, wir können das dieses Jahr wiederholen", sagt er über die mögliche Neuauflage einer Titelsause im Frankfurter Rathaus. "Viele haben vor der Saison nicht damit gerechnet, dass wir mit der jungen Truppe so weit kommen", meint er. "Jetzt wollen wir auch den Deckel drauf machen."

Im Sommer waren im Rahmen der Runderneuerung am Ratsweg auch gut zwei Drittel des Kaders ausgetauscht worden, alles mit Blick auf den ab 2021 wieder möglichen Aufstieg in die DEL – und für Erk, geboren in Bad Soden, aufgewachsen in Bad Homburg und Oberursel und vom Vater schon früh immer mitgenommen zum Eishockey, schloss sich ein Kreis. "Zum fünften Geburtstag habe ich meine erste Ausrüstung bekommen", erinnert er sich, "und habe nicht mehr aufgehört".

Ein Kindheitstraum

Aus der Löwen-Jugend wechselte Erk 2013 nach Köln, um sich in der höchsten deutschen Nachwuchsklasse zu entwickeln, schnupperte in Duisburg und Neuwied Oberliga-Luft, um von 2016 an beim EC Bad Nauheim vor den Toren Frankfurts seine DEL 2-Tauglichkeit unter Beweis zu stellen. "Dass dann das Angebot aus Frankfurt kam, hat mich sehr gefreut und geehrt", erklärt er. "Da ist schon ein kleiner Kindheitstraum in Erfüllung gegangen."

Die Rolle, die der Rückkehrer seither ausfüllt, ist etwas spezieller. "Sicher nicht leicht", meint Franz Fritzmeier. Umso zufriedener ist der Sportdirektor mit Erk: "Er hat das voll angenommen und sich immer zu 100 Prozent für das Team eingesetzt." Als siebter Verteidiger ist er eine Art Mann für alle Fälle. Springt immer wieder ein, wenn ein Kollege aus den drei gesetzten Abwehr-Duos Schonung braucht, hilft auch im Sturm aus, wenn es dort zu Engpässen kommt. Und ist vor allem fester Teil der Unterzahlkommandos. "Ich glaube, dass ich das Penaltykilling auch ganz gut mache", sagt Erk und erklärt ganz allgemein: "Ich versuche, den Trainern zu zeigen, dass sie mir vertrauen können, dass ich immer bereit bin, dem Team da zu helfen, wo es nötig ist."

Ein bisschen mehr Eiszeit hätte es nach seinem Geschmack sein dürfen. Gerade mit seiner besonderen Rolle steht er für eine allgemeine Löwen-Stärke: den breit besetzten Kader, in dem sich die Verantwortung auf viele Schultern verteilt. Seine ganz persönlichen Qualitäten hat er ohnehin immer wieder unter Beweis gestellt. Davon konnte zuletzt der Dresdner Stürmer Jordan Knackstedt ein Liedchen singen, den der junge Frankfurter mit seiner Abwehrbereitschaft in der Halbfinalserie ein ums andere Mal entnervte. Der letzte Schritt soll das nicht gewesen sein. "Wir waren Erster in der Hauptrunde, jetzt wollen wir auch das Finale gewinnen", sagt Marius Erk. Und dann wieder im Römer feiern, da würde sich noch so ein Kreis schließen.

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