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Marc El-Sayed, Kapitän des EC Bad Nauheim, hat einst mit Schwenningen ein Winter-Game gespielt. Foto: Nici Merz

EC Bad Nauheim

Manuel Strodel und Marc El-Sayed vor Winter-Derby: "Da hat man Gänsehaut"

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Manuel Strodel und Marc El-Sayed haben bereits Winter-Game-Erfahrung. Vor dem Spiel gegen die Löwen Frankfurt am 14. Dezember erzählen die Profis des EC Bad Nauheim von Besonderheiten und ihren Erfahrungen.

Das sei doch wie mit dem Kinderkriegen, sagt Marc El-Sayed. "Viele erleben es einmal, manche zweimal und andere gar nicht. Der Kapitän des EC Bad Nauheim hat einst mit Schwenningen im DEL-Freiluftspiel in Sinsheim gegen Mannheim auf dem Eis gestanden. Manuel Strodel war schon zweimal Teil von derlei Events; mit Düsseldorf, jeweils gegen Köln. Im Interview sprechen beide vor dem Winter-Derby des EC Bad Nauheim und der Löwen Frankfurt am 14. Dezember in Offenbach über Erfahrungen und Besonderheiten.

Wie haben Sie diese Spiele erlebt? Was kommt Ihnen rückblickend als Erstes in den Sinn?

Manuel Strodel: So richtig bewusst wurde mir das Event beim ersten Mal erst am Vortag. Als wir im Stadion trainiert haben, als wir auf dem Eis standen und uns vorstellen konnten, was uns erwarten könnte. Ich bin überzeugt, dass auch die Rhein-Main-Region ein Spektakel erleben wird. Jeder wird auf seine Kosten kommen. Für uns Spieler geht so eine Partie schnell vorbei. Man ist im Spielmodus, will gewinnen.

Marc El-Sayed: Bevor man nicht hinfährt, das Stadion sieht, die Kabine und die Location kennenlernt, hat man eigentlich nicht viel damit zu tun. Wir Spieler sind bis dahin im Alltag, im Training. Klar, je näher die Partie rückt, umso mehr bekommt man mit. Dann aber das Training am Vortag des Spiels, das war schon etwas Besonderes; und das bleibt hängen.

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Von Sonnenschein über Regen, Schnee und Kälte ist alles möglich. Wie stellen Sie sich darauf ein?

Manuel Strodel hat bereits zwei Freiluftspiele in seiner Karriere absolviert.

Strodel: In Düsseldorf musste das Dach geschlossen werden. Das hat uns natürlich ein bisschen das Outdoor-Feeling genommen. In Köln hatte es geregnet, war kalt. Man nimmt das aber gar nicht als so nervig hin wie jetzt beispielsweise den Nebel, der uns in Bad Nauheim durch den Herbst begleitet hat. Es hat einen gewissen Charme.

El-Sayed: In Sinsheim war es unfassbar kalt. Wir hatten leichten Schneeregen. Man versucht, gedanklich darauf vorbereitet zu sein. Letztlich kann man ohnehin nicht viel machen.

Unmittelbar hinter den Toren fehlen Tribünen als Fixpunkte, da die Eisfläche kleiner als ein Fußballfeld ist. Inwiefern verzerrt das die Perspektive?

Strodel: Wir hatten hinter den Toren zudem eine durchsichtige Bande. Das war schon extrem komisch. Man hat hinter dem Tor kein Ende gesehen, schaut ins Leere.

El-Sayed: Wir haben mit normaler Bande gespielt. Wenn man nicht auf die Tribüne schaut, nimmt man das Spielfeld als kleinen Ring für sich wahr; ein bisschen wie der Außenring in Frankfurt.

Die Zahl der Zuschauer ist deutlich höher als bei einem alltäglichen DEL2-Spiel. Allerdings sind die Fans auch nicht so nah dran. Wie kommt die Akustik auf dem Eis an?

El-Sayed: In Sinsheim war’s schon weitläufig, aber man hat die Atmosphäre mitbekommen. Andererseits: In einer vollen Köln-Arena kam es mir lauter vor.

Strodel: Wir hatten mehr als 50000 Zuschauer - und das war gigantisch; allein schon weil die Fans unglaubliche Choreos vorbereitet hatten. Da hat man Gänsehaut bekommen.

Wie gelingt es, mit dem Kopf im Spiel zu sein, ohne sich von der außergewöhnlichen Atmosphäre ablenken zu lassen?

Strodel: Wenn der Puck fällt, ist der Kopf im Spiel. Ich habe beide Winter-Derbys gewonnen, dann kann man hinterher noch genießen.

Bad Nauheim hat beide Saison-Duelle mit Frankfurt gewonnen. Was hat den Unterschied ausgemacht?

El-Sayed: Beide Spiele waren sehr eng, sehr emotional. Wir haben das Derby angenommen. Dass dies in einer Stadt wie Bad Nauheim eine besondere Bedeutung hat, spürt man einfach.

Ist ein solches Spiel für den Klub und die Fans eine größere Sache als für Euch Spieler selbst?

El-Sayed: Fans können das anders anders zelebrieren. Die können sich zwei Wochen vorher freuen und darauf einstellen. Wir können uns erst unmittelbar in der Woche zuvor damit befassen. Denn wir haben zuvor noch unsere Punkte zu gewinnen.

Strodel: Der Klub trägt ein hohes Risiko, geht in Vorkasse und schultert viel Arbeit, um am Ende auch gut herauszukommen. Diesen Druck in den Bereichen Marketing und Event - das verspüren wir ja nicht. Wir müssen auf dem Eis wie in allen anderen Spielen einfach unsere Arbeit leisten.

Manuel Strodel, Sie haben viele Freunde und Ihre Familie in Düsseldorf. Wie wird das Winter-Derby denn außerhalb der Rhein-Main-Region wahrgenommen?

Strodel: Ich habe 16 Tickets besorgt. Meine Eltern sind gleich bei zwei Winter-Derbys, da mein Bruder Nico ja mit den Lausitzer Füchsen im Januar in Dresden spielt.

Die Roten Teufel haben sehr viele junge Spieler in Ihren Reihen. Was können Sie diesen Teamkollegen mitgeben?

Strodel (lacht): Ich kenne unsere Trainer. Die werden das Thema ansprechen. Ich bin überzeugt: Wir werden top-vorbereitet sein. Es gibt Zeit vor und nach dem Spiel, das Event zu realisieren. Wenn das Spiel aber läuft, dann weiß jeder, worum es geht.

El-Sayed: Die Situation ist ungewohnt. Und da will ich auch die älteren Spieler gar nicht ausnehmen. Vielleicht ist man einen Tick nervöser, aber letztlich ist’s ein Eishockeyspiel.

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