EC Bad Nauheim

Löwen Frankfurt zeigen in Bad Nauheim mehr Biss

  • Michael Nickolaus
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Der EC Bad Nauheim kassiert im dritten Saison-Duell mit den Löwen Frankfurt die erste Niederlage. 4015 Zuschauer sehen beim 2:6 einen bissigen DEL 2-Meister.

Frankfurt war besser. Von der ersten Minute an. Und wann immer das Momentum einmal hätte wechseln können, hatte der Meister der Deutschen Eishockey-Liga 2 auch gleich die passende Antwort parat. Vor 4015 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion (zweitbester Besuch in dieser Saison) verlor der EC Bad Nauheim am Sonntagabend gegen die Löwen mit 2:6 (0:1, 1:2, 1:3). Die Roten Teufel hatten - was vom Publikum auch nach der Schlusssirene mit Beifall honoriert worden ist - eine ordentliche Leistung gezeigt.

Ratmann fehlt, Pruden und Niederberger dabei

Mehr war diesmal nicht drin. "Vielleicht hat uns heute etwas die Kraft gefehlt. Wir hatten die Möglichkeit, die Partie etwas enger zu gestalten. Aber am Ende waren die Löwen bissiger und haben den Sieg auch verdient", resümierte Petri Kujala, der Trainer der Wetterauer.

Paul Gardner, Coach der Löwen, bescheinigte seiner Mannschaft eine "gute Teamleistung" und erfreute sich am "starken Brett Jaeger", dem "guten Unterzahlspiel", sowie den "vielen Zweikämpfen, die wir an den Banden gewonnen haben." Für Bad Nauheim trafen Mike McNamee (1:1/25.) und Radek Krestan (2:3/41.).

Bei Bad Nauheim fehlte gegenüber Freitag Marvin Ratmann (nach einer Spieldauer-Disziplinarstrafe im DNL-Spiel mit Köln gesperrt), dafür rückten Garret Pruden und Leon Niederberger in den Kader.

Frankfurt übernimmt Initiative

Frankfurt - das hatte man so von den Löwen in Bad Nauheim schon lange nicht gesehen - übernahm gleich die Initiative und ließ erst gar nicht zu, dass die Gastgeber ihr Publikum hätten hinter sich bringen können. Ein Break von Dominik Tiffels konnte Felix Bick noch stoppen (12.), doch als die Löwen in der gleichen Minute erstmals mit einem Spieler mehr auf dem Eis standen, dauerte es nur elf Sekunden bis zum Führungstreffer durch Clarke Breitkreuz, der frei vor dem Torwart stand. Ein längst verdienter Treffer, nachdem Bick mehr und mehr im Fokus gestanden hatte. Auf der anderen Seite bot sich Marius Erk aus zentraler Position die beste Möglichkeit. Er scheiterte an Jaeger.  

+++ Sechs Wochen Pause für EC-Verteidiger Woidtke - Meland-Einsatz fraglich +++

Bad Nauheim kam zum zweiten Abschnitt schwungvoll aus der Kabine und im Powerplay durch McNamee zum Ausgleich (25.), mit einem Doppelschlag binnen vier Minuten stellte Frankfurt aber schon frühzeitig die Weichen. Wade MacLeod verwandelte seinen eigenen Rebound (27.), und beim dritten Löwen-Tor klebte Garret Pruden bei einem weiteren Break zwar an Tyler Gron, der aber irgendwie eine Lücke fand. Das wurde den Löwen zu leicht gemacht. Auf der anderen Seite stand Bad Nauheim zum Drittelende hin fast sechs Minuten in Serie mit einem Spieler mehr auf dem Eis. Die Roten Teufel zeigten sich geduldig, in ihren Aktionen aber auch zu durchsichtig. Irgendwie fehlte es an Spielfluss und Impulsen. Stattdessen steuerte Matt Pistilli alleine auf Bick zu - und wieder hielt der Schlussmann sein Team im Spiel.

Anschluss durch Krestan weckte Fans

Zu Beginn des Schlussabschnitts weckte der Anschluss von Krestan die RT-Fans. Doch wieder zeigte Frankfurt rasch eine Reaktion. Nach butterweichem, millimetergenauem Pass von Nils Liesegang stellte Tim Schüle den alten Abstand wieder her (46.). Längst hatte Kujala Niederberger anstelle von Dennis Reimer in die Topformation gestellt, später Meland anstelle von Pruden verteidigen lassen - all die Maßnahmen verpufften. Frankfurt präsentierte sich defensiv zu kompakt, war nicht zu knacken.

Und nach zwei Niederlagen gegen Bad Nauheim und einer Derby-Pleite am Freitag gegen Kassel hatten die Löwen auch etwas gut zumachen. Nico Kolb hätte, alleine vor Jaeger, die Partie vielleicht noch spannend machen können (53.). Spätestens als Livingston sechs Minuten vor Schluss auf die Strafbank musste, war die Entscheidung gefallen. Die folgenden Treffer durch MacLeod (56.) sowie Maximilian Gläßl - buchstäblich in der Schlusssekunde ins leere Tor - haben nur statistischen Wert.

EC Bad Nauheim: Bick - Stiefenhofer, Mannes, Slaton, Pruden, Ketter, Erk - Meland, Sylvester, Reimer, Livingston, McNamee, Krestan, Niederberger, Lange, Meisinger, Pauli, Kolb, Bettahar.

Löwen Frankfurt: Jaeger - Stephan, Schüle, Tiffels, Dronia, Yorke, Gläßl - Brett Breitkreuz, C.J. Stretch, Pistilli, MacLeod, Jarrett, Seeger, Clarke Breitkreuz, Liesegang, Valentin, Dumont, Gron.

Steno: Tore: 0:1 (13.) Clarke Breitkreuz (Tiffels - 5-4), 1:1 (25.) McNamee (Sylvester, Meland), 1:2 (27.) MacLeod (Jarrett), 1:3 (31.) Gron, 2:3 (41.) Krestan (McNamee, Livingston - 4-3), 2:4 (46.) Schüle (Liesegang, Valentin), 2:5 (56.) MacLeod (Brett Breitkreuz, Stretch - 5-4), 2:6 (60.) Gläßl (Empty-Net). - Schiedsrichter: Ralph Bidoul/Alexander Singer. - Strafminuten: Bad Nauheim 10, Frankfurt 18. - Zuschauer: 4015.

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