EC Bad Nauheim

Kurzer Jubel nach langer Fahrt

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Der höchste Sieg seit dem Aufstieg, der 7:0-Erfolg vom Mittwoch in Weißwasser, ist schnell abhakt. Am Freitag geht’s für den EC Bad Nauheim nach Dresden. Am Sonntag kommen die Kassel Huskies.

Eine schnelle Mahlzeit im Bus. Musik auf dem iPod. Surfen auf dem Tablet - und ganz viel Ruhe. Das normale Programm. Business as usual. Die Zeit zwischen den Spielen ist kurz, und die Wege in die Stadien sehr weit. Der 7:0-Erfolg in Weißwasser, der höchste Sieg seit dem Aufstieg des EC Bad Nauheim in die Deutsche Eishockey-Liga 2, war schnell abgehakt. Morgens gegen 4.30 Uhr endete die Dienstfahrt an die deutsch-polnische Grenze.

Freitag Dresden, Sonntag Kassel

Am Mittag wurden 45 Minuten lang die Beine auf dem Eis ausgeschüttelt, und am Freitagvormittag geht’s zum Spiel nach Dresden (19.30 Uhr); zum dritten Auswärtsspiel binnen sieben Tagen. Am Sonntag (18.30 Uhr) sind dann die Kassel Huskies zum sechsten Hauptrundenspiel binnen 13 Tagen zu Gast im Colonel-Knight-Stadion. Rund 2000 Karten waren bis gestern verkauft. Die 3000er-Marke sollte geknackt werden.

Der Mittwoch im Rückblick: Man habe das Spiel in der Defensivzone einfach gehalten und die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschossen, sagt Petri Kujala, der Trainer der Roten Teufel, nach dem Schützenfest gegen einen Gastgeber, der völlig von der Rolle war. Wann denn seine Mannschaft das letzte Mal sieben Tore gezielt habe, ohne überhaupt eine echte Tormöglichkeit herausgespielt zu haben, ist der Coach im Anschluss gar gefragt worden. So oder so: Sieben Tore und der fünfte Erfolg während der letzten sechs Auswärtsspiele stärken das Selbstvertrauen der Mannschaft.

Aus dem Rekordbuch

Die höchsten EC-Siege und Niederlagen in der DEL 2

Siege 7:0 in Weißwasser 3. Januar 2018 7:2 in Dresden 21. Januar 2015 7:2 gegen Weißwasser 7. Januar 2014  

Niederlagen 1:10 in Landshut 15. November 2013 1:7 in Kaufbeuren 7. November 2017 1:7 in Kassel 4. Dezember 2016

Die Personal-Situation: Leon Niederberger sollte im Training von Kooperationspartner Düsseldorf als 13. Stürmer den Konkurrenzdruck erhöhen. In Köln wurde Stürmer nicht eingesetzt, im Bus nach Weißwasser saß er ebenfalls nicht. Ob Niederberger am Wochenende zur Verfügung steht, war im Donnerstagmittag noch offen. Unklar ist zudem, ob Garret Pruden am Wochenende mitspielt. Sein Einsatz ist im Kölner Nachwuchs vorgesehen. Andreas Pauli und Noureddine Bettahar haben das blaue Trainingstrikot des Rekonvaleszenten gegen rote und weiße Leibchen getauscht. Sie werden wohl aber noch nicht zum Einsatz kommen. Erste Runden auf dem Eis drehte nach seiner Verletzung Marc Kohl.

Wende in Dresden: Die Eislöwen haben nach sechs Niederlagen rund um Heiligabend nun die Kurve bekommen, feierten Sieg in Bad Tölz (3:2) und gegen Freiburg (3:1). Für den Sieg gegen die Breisgauer wurde möglicherweise ein hoher Preis gezahlt: Stürmer Dominic Grafenthin schied mit einer Schulterverletzung aus. Topscorer der Elbstädter ist Alexander Höller (30 Punkte aus 33 Spielen). Interessant: Matt Siddall (zehn Tore, 13 Vorlagen) spielte im Vorjahr zusammen mit Roten Teufeln James Livingston und Cody Sylvester zusammen beim EC Dornbirn

+++ Lesen Sie auch: Rote Teufel mit Offensiv-Feuerwerk in Weißwasser +++

Novum in Nordhessen: Drei Niederlagen in Serie. Das kennt man von den Huskies nicht. Der Heimpleite gegen Riessersee (2:5) folgten Niederlagen in Heilbronn (0:2) und am Mittwoch in Ravensburg (4:5). Bemerkenswert: Die Nordhessen verlieren ihre Spiele erst, seitdem Trainer Rico Rossi mit vier Reihen antreten kann. Einzig Manuel Klinge, der sich beim ersten Spiel in Bad Nauheim verletzt hatte, steht aktuell auf der Ausfallliste.

Zwei Kanadier bei Kassel im Fokus

Am Auepark dreht sich vieles derzeit um die Namen James Wisniewski und Bradan Pimm. Der US-Amerikaner Wisniewski, mit 38 Scorerpunkten in nur 24 Spielen punktbester DEL2-Verteidiger, wurde für die Olympischen Spiele vom 9. bis 25. Februar Februar in Pyeongchang nominiert. Mit diesem Ziel hatte der Ex-NHL-Spieler verspätet in Kassel unterschrieben. Ob Wisniewski im Anschluss noch einmal nach Kassel zurückkehrt, ist offen. Man sei nicht in der Position, fordern zu können, sagt Rossi gegenüber der HNA. "James hat viel Spaß hier. Und wenn ihn nach Olympia nicht doch noch einmal die NHL locken sollte, warum sollte er in den Playoffs dann nicht wieder ein Huskie sein?".

Der Kanadier Bradan Pimm hat derweil die Aufmerksamkeit der DEL auf sich gezogen. Bei Düsseldorf und auch Wolfsburg soll der Huskies-Topscorer (46 Punkte in 30 Spielen) auf dem Wunschzettel stehen. Ex-Teufel Markus Keller (935:58 Minuten) hat seine Position als Nummer eins in der ersten Saisonhälfte an den erst 19-jährigen Mirko Pantkowski (994:07 Minuten) verloren.

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