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Bad Nauheims Topscorer Cason Hohmann beweist einmal mehr seine Bedeutung für die »Roten Teufel«. Im Derby gegen Kassel erzielt er ein tolles Tor und behält später im Penaltyschießen gegen Huskie-Goalie Gerald Kuhn (r.) als einziger Akteur die Nerven. Es ist der 6:5-Endstand für die Wetterauer in einem furiosen Spiel.

EC Bad Nauheim

Krass: Coup gegen Kassel

  • Christoph Sommerfeld
    vonChristoph Sommerfeld
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Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim schlägt Tabellenführer Kassel Huskies mit 6:5 im Penaltyschießen. Die »Roten Teufel« sind nah an den drei Punkten, kassieren aber zwei späte Gegentore.

(cso). Was für ein Abend im Colonel-Knight-Stadion. Mit 6:5 nach Penaltyschießen rang der EC Bad Nauheim als Tabellenletzter den Spitzenreiter aus Kassel nieder. Dabei hätte der Wetterauer Eishockey-Zweitligist sogar alle drei Punkte im Kurpark behalten können. Die Huskies retteten sich erst Sekunden vor Schluss in die Verlängerung. Den entscheidenden Penalty verwandelte Cason Hohmann.

Da war Feuer unterm Kessel. Mit einem Geisterspiel hatte dieses DEL 2-Duell wenig zu tun. Dafür sorgten vier Videobeweise, eine Disziplinarstrafe, zehn Treffer in der regulären Spielzeit und nicht zuletzt die kleine Schar an Nauheimer Fans, die sich vor dem Stadion versammelt hatte.

In der Defensive setzte EC-Trainer Harry Lange auf den Briten Mark Richardson. Damit muss der schwedische Neuzugang David Aslin weiter auf sein Debüt warten. Aufgrund der vier Kontingent-Stellen war für ihn kein Platz im Kader. »Nach zehn Minuten haben wir umgestellt - und erneut Moral bewiesen. Es ist ärgerlich, dass wir die 5:3-Führung nicht über die Zeit bekommen«, bilanzierte Lange.

Nach der Anfangsphase hatte der EC eine Umstellung auch bitter nötig. Aus kurzer Distanz brachte Ryan Olsen die Huskies mit 1:0 nach vorne (2.). Wenig später lenkte Philippe Cornet den Puck nach einem Zuspiel von der blauen Linie mit dem Schläger ins Tor. Nach dem Videobeweis gaben die Referees den Treffer und entschieden damit, dass der Stock nicht zu hoch war - 2:0 (7.). Fast aus dem Nichts stellte Bad Nauheim den Anschluss her. Stefan Reiter erzielte das 1:2 und stand im Slot genau richtig (13.). Ein Christoph-Körner-Schuss aus dem Bully-Kreis sorgte Sekunden vor der ersten Sirene für das 2:2 (20.).

In einem ausgeglichenen zweiten Drittel verteilten die Schiedsrichter die ersten Strafen, allerdings nutzten die Mannschaften die Überzahlsituationen nicht. In der Schlussminute dieses Abschnitts gelang dem EC ein Doppelschlag. 52 Sekunden vor der Sirene netzte Frederik Cabana ein, ehe Reiter zwölf Sekunden vor der Pause das 4:2 nachlegte. Auch dieser Treffer hielt dem Videocheck stand. Das umstrittenste Tor dieses Abends war der Huskie-Anschluss zum 3:4 durch Oliver Granz (49.), der die Scheibe aus dem Gewühl vor Felix Bick über die Linie drückte. Auf dem Eis war allerdings vorher ein Pfiff zu hören, der das Spiel vermeintlich unterbrochen hatte. Nach mehrminütiger Unterbrechung entschieden die Unparteiischen auch hier auf Tor. Mit der schönsten Aktion des Abends konterte Hohmann zum 5:3 (55.), als er zwei Kassel-Verteidiger umkurvte und auch Goalie Gerald Kuhn narrte. Huskie Joel Keussen verdarb den Bad Nauheimern allerdings die drei Punkte. Er traf im Powerplay zum 5:4 (58.) und behielt auch 21 Sekunden vor Schluss die Übersicht beim 5:5, als Kassel in Unterzahl war, den Torwart herausnahm und mit fünf gegen fünf Feldspielern noch den Ausgleich schaffte.

In der Verlängerung kassierte Kassel eine Disziplinarstrafe gegen Eric Valentin, und die Schiedsrichter überprüften zum vierten Mal einen Treffer per Videobild. Der Jubel von Vincent Saponari war umsonst. Stattdessen feierten die Bad Nauheimer nach dem einzigen erfolgreichen Penalty von Hohmann ihren Erfolg.

EC Bad Nauheim: Bick - Glötzl, Richardson, Sekesi, Schmidt, Ketter, Reinig, Korus - Üffing, Arniel, Cabana, Körner, Tessier, Hohmann, Cornett, Reiter, Bettahar, Leon Köhler.

Kassel Huskies: Kuhn - Shevyrin, Müller, Keussen, Tramm, Dinger, Rutkowski, Reich - Spitzner, Trivino, Saponari, Cornet, Moser, Olsen, Granz, Valentin, Krüger, Christ, Kranz, Bödefeld.

Stenogramm: SR: Apel/Klein. - Strafminuten: 8:10 Minuten plus 10-Minuten-Disziplinarstrafe Kassel. - Tore: 0:1 (2.) Olsen (Moser, Dinger), 0:2 (8.) Cornet (Shevyrin, Moser), 1:2 (13.) Reiter (Bettahar, Cornett), 2:2 (20.) Körner (Hohmann, Tessier), 3:2 (40.) Cabana, 4:2 (40.) Reiter (Reinig, Arniel), 4:3 (49.) Granz (Moser), 5:3 (55.) Hohmann, 5:4 (58.) Keussen (Tramm, Shevyrin / 5-4), 5:5 (60.) Keussen (Trivino, Spitzner), 6:5 Penalty Hohmann.

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