Kranjc bleibt – Slaton kommt – Rajala verlässt die Roten Teufel

  • Michael Nickolaus
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Mit drei weiteren Personalentscheidungen reagiert Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim auf die Entwicklung der letzten Wochen und stellt sich sportlich für die heiße Saisonphase auf. Bereits am Freitag hatten die Roten Teufel mit Charlie Sarault einen neuen Mittelstürmer präsentiert – und parallel dazu mit einem Sechs-Punkte-Wochenende für einen Umschwung gesorgt, was von den gleichermaßen leidgeplagten Spielern und Zuschauern am Sonntagabend auch entsprechend umjubelt worden ist. Vor dem Derby-Wochenende mit den Spielen in Frankfurt (Freitag, 19.30 Uhr) und gegen Kassel (Sonntag, 16.30 Uhr!) hat die Mannschaft von Petri Kujala den Rückstand auf Rang zehn auf drei Zähler reduzieren können (bei einem bereits mehr ausgetragenen Spiel). »Die beiden Siege waren unheimlich wichtig. Aber genauso wenig, wie nach Niederlagen alles schlecht war, ist jetzt nicht alles gut«, sagt der Trainer.

Mit drei weiteren Personalentscheidungen reagiert Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim auf die Entwicklung der letzten Wochen und stellt sich sportlich für die heiße Saisonphase auf. Bereits am Freitag hatten die Roten Teufel mit Charlie Sarault einen neuen Mittelstürmer präsentiert – und parallel dazu mit einem Sechs-Punkte-Wochenende für einen Umschwung gesorgt, was von den gleichermaßen leidgeplagten Spielern und Zuschauern am Sonntagabend auch entsprechend umjubelt worden ist. Vor dem Derby-Wochenende mit den Spielen in Frankfurt (Freitag, 19.30 Uhr) und gegen Kassel (Sonntag, 16.30 Uhr!) hat die Mannschaft von Petri Kujala den Rückstand auf Rang zehn auf drei Zähler reduzieren können (bei einem bereits mehr ausgetragenen Spiel). »Die beiden Siege waren unheimlich wichtig. Aber genauso wenig, wie nach Niederlagen alles schlecht war, ist jetzt nicht alles gut«, sagt der Trainer.

Das Wochenende – so schön es war und so gut es mal wieder tat – war am Montag angesichts der personellen Aktivitäten rasch in den Hintergrund gerückt. »Wir sind der Überzeugung, durch diese Maßnahmen jene Elemente in die Kabine bringen zu können, die uns zuletzt gefehlt haben«, sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer. Was die Aktivitäten erkennen lassen: Für ein drohendes Playdown-Szenario, einen sportlichen Überlebenskampf, rücken bei der Kaderplanung nun andere Qualitäten und sportliche Eigenschaften in den Vordergrund. Bad Nauheim baut auf Erfahrung und Einstellung statt auf Ausbildung und Kabinettstückchen. Vorne wurde der spielintelligente finnische Topscorer Rajala dem klassischen kanadischen Zwei-Wege-Stürmer Sarault geopfert, hinten soll der 34-jährige Slaton die junge Abwehr mit seiner Erfahrung aus 440 Zweitliga- und 22 Erstligaspielen stabilisieren. Der Abschied von Rajala und die bislang stets gute Leistung von Jan Guryca erklären zudem die Weiterpflichtung des Slowenen Kranjc, dessen Vertrag am Sonntag ausgelaufen war. Dem Coach bleibt damit die Option erhalten, auch künftig mit vier Kontingentfeldspielern zu agieren. »Die Jungs sehen, dass wir nicht nur reden, sondern auch etwas tun und haben eine Reaktion gezeigt«, sagt Kujala. Die Verpflichtung von Sarault, der – ganz unabhängig seiner beiden Vorlagen – einen vielversprechenden Einstand geben konnte, hatte Bewegung in den Transfermarkt gebracht. Rajala erkannte schnell, neben dem von Kujala quasi gesetzten Kapitän Nick Dineen und eben Neuzugang Sarault als dritter Kontingentstürmer trotz seiner Torgefahr (fünftbester Scorer der DEL 2) keine Rolle mehr in den Überlegungen zu spielen, und ließ seinen Berater nach einem neuen Klub suchen. Schwenningen, der DEL-Verein aus dem Schwarzwald, und Bietigheim, der Tabellenführer der DEL 2, wurden als Kandidaten ins Gespräch gebracht, gestern nun führte sein Weg nach Dresden. Dort wurde Marcel Rodman kürzlich als Kapitän entmachtet und hat seinen Spind geräumt. Der Slowene kehrt nach Bietigheim zurück. Die Frage, ob man den EC-Topscorer denn einfach so habe ziehen lassen dürfen, wurde am Wochenende viel diskutiert. Rajala habe zuletzt nicht mehr den Unterschied ausgemacht, den er als Kontingentspieler ausmachen müsse, sagt Ortwein und erinnert auch an drei (wegweisende) Penaltys, die der Finne alleine im Dezember vergeben hatte. Auffallend zudem: Kein anderer der Top-15-Scorer der Liga hat einen schlechteren Plus/Minus-Wert (-8). Die Top-10-Scorer haben nahezu allesamt einen zweistelligen Plus-Wert. Der Einstand von Sarault wurde am Sonntag aufmerksam verfolgt. Der Kanadier belebte seine Nebenleute Radek Krestan (drei Treffer) und Eugen Alanov und trat auch im Powerplay in die Fußstapfen Rajalas, ohne dass dies in der einzigen Trainingseinheit am Samstag erprobt worden war. »Die Jungs haben mich sehr herzlich aufgenommen. Es hat Spaß gemacht«, sagte der 24-jährige hinterher. Im Zuge der Suche nach einer offensiven Verstärkung waren Ortwein und Kujala auf Steve Slaton aufmerksam geworden, der in den mittelfristigen Planungen beim DEL-Neuling von der Nordsee keine Rolle mehr spielt, dessen Name allerdings auch das Interesse anderer Klubs geweckt hatte, weshalb seine Verpflichtung auf der Kippe stand. Seit der Saison 2006/07 spielt der 1,80 Meter große und 90 Kilogramm schwere Linksschütze in Deutschland, zunächst in Kaufbeuren, anschließend in Hannover (unter anderem im Oberliga-Finale gegen Bad Nauheim) und seit 2009 in Bremerhaven. »Steve ist ein erfahrener, robuster und defensiv stabiler Verteidiger, der uns in dieser Phase der Saison gut weiterhelfen kann«, sagt Kujala über seinen Neuzugang, der heute Nachmittag in Bad Nauheim erwartet wird. Keine Frage: In einer denkbaren taktischen Konstellation mit den beiden nachverpflichteten Kranjc und Slaton auf dem Eis ist die Defensive gegenüber dem Saisonbeginn qualitativ deutlich besser aufgestellt. Kranjc hatte am Wochenende Glück im Unglück: In Bietigheim war ihm der Puck unmittelbar vor dem Gegentreffer zum 1:1-Ausgleich ins Gesicht gesprungen. Ein Cut über dem linken Auge hatte genäht werden müssen. Am Sonntag schillerte das Auge in allen Farben. »Es sieht schlimmer aus, als es ist«, sagt Kranjc und will sich für einen Einsatz im Derby empfehlen. Der Konkurrenzkampf auf den Kontingent- und den Verteidiger-Positionen ist neu entfacht. Juuso RajalaSteve Slaton (Fotos: Chuc) Ales Kranjc

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