Die Lebensversicherung in der Offensive des EC Bad Nauheim: Cody Sylvester. (Foto: Nici Merz)
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Die Lebensversicherung in der Offensive des EC Bad Nauheim: Cody Sylvester. (Foto: Nici Merz)

EC Bad Nauheim

Konkurrenzdruck in der Kabine der Roten Teufel

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Der EC Bad Nauheim verteidigt den Vorsprung auf Platz elf und darf in der Tabelle nach vorne schielen. Zwölf Stürmer schaffen Konkurrenzdruck in einer Zeit, in der über Verträge gesprochen wird.

Die Türen stehen offen. Und zwar in alle Richtungen. Acht Zähler - wie schon vor den Spielen gegen Crimmitschau (3:2) und in Garmisch-Partenkirchen (1:6) - beträgt nach 36 von 52 Hauptrundenspielen der Vorsprung des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim auf Tabellenplatz elf, auf eine Playdown-Position. Andererseits: ein sportlicher Lauf könnte die Roten Teufel - angesichts von ebenfalls acht Zählern Differenz zu Rang sechs und damit verbundenen direkten Playoff-Qualifikation - auch noch nach oben spülen. Die Mannschaft müsse eben kontinuierlich punkten, "und dann haben wir noch alle Möglichkeiten", sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer. Zuletzt hatten sich Siege und Niederlagen in schöner Regelmäßigkeit abgewechselt. Das reicht, um Verfolger Freiburg auf Distanz zu halten, ist aber zu wenig, um zu den besser platzierten Klubs aufschließen zu können. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr hatten die Roten Teufel im übrigen fünf Zähler weniger auf dem Konto - und verpassten in der Endabrechnung Rang zehn um einen Punkt.

Petri Kujala, der Trainer, hält von derlei Rechnereien nichts. Man denke von Spiel zu Spiel. Seine Mannschaft wirkt nach dem Formtief Ende November/Anfang Dezember inzwischen wieder gefestigt. Die Idee, den als Verteidiger verpflichteten Eric Meland stürmen zu lassen und zugleich das Duo Cody Sylvester und James Livingston zu trennen, hat sich bewährt. Die Rückkehr von Andreas Pauli und Noureddine Bettahar schafft Konkurrenzdruck. Volle vier Sturmreihen konnte Bad Nauheim aufbieten, und die Rückkehr von Dusan Frosch (Schulterverletzung) ist absehbar; wenn auch zum kommenden Wochenende mit den Spielen in Freiburg und gegen Frankfurt eher unwahrscheinlich.

Wieder im Training ist Marc Kohl. Der Verteidiger - das ist längst ein offenes Geheimnis - spielt in den Planungen von Kujala allerdings keine Rolle mehr. Ein Wechsel soll dem jungen Familienvater bereits nahegelegt worden sein; auch um sich für die Saison 2018/19 empfehlen zu können. Mit Blick auf die kommende Spielzeit ist der Spielermarkt in diesen Tagen ungewohnt unterkühlt. Das hat einen einfachen Grund: In dieser Woche wird ein Schiedsgerichtsurteil in der Frage der DEL/DEL2-Verzahnung erwartet. Das könnte - sofern Auf- und Abstieg zur Saison 2018/19 eingeführt werden sollte - einerseits zu einem Wettrüsten der ambitionierten Standorte führen. Andererseits müssten die Zweitliga-Klubs ihre Ü23-Stellen von derzeit 17 wieder auf die im Kooperationspapier vereinbarten 13 Stellen reduzieren, was die Verhandlungsposition der Spieler - alt wie jung - empfindlich verändern würde.

Zurück zum Tagesgeschäft: Die 1:6-Niederlage vom Sonntag - nur zweimal hatte Bad Nauheim in dieser Saison höher verloren - sollte die Mannschaft der Roten Teufel nicht lange beschäftigen. "Beim Stand von 1:1 und 1:2 hatten wir die besseren Möglichkeiten. Das ist halt der Unterschied, ob man auf Platz zwei oder zehn steht. Der Zweite macht sie halt rein", sagt Kujala und ergänzte: "Es ist auch egal, ob Du 1:2 oder 1:6 verlierst: Die Punkte sind weg." Weitaus wichtiger - gerade, um Freiburg auf Distanz zu halten - sind die Zähler am Freitag. Bislang hatten die Roten Teufel nur einen von sechs Punkten gegen die Wölfe geholt. Ein Erfolg nun in Freiburg würde den Vorsprung auf ein beruhigendes Maß vergrößern.

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