Eishockey

Kassel Huskies trauern um Simon Kimm

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Der Kasseler Sponsor und Macher Simon Kimm ist tot. In der Familie der Huskies wird er seinen Platz behalten. Ohne ihn gäbe es kein Eishockey und kein Stadion.

Sand und Kies, natürlich – vor allem aber auch die Eishalle und der Eissport: Im Leben von Simon Kimm waren dies ganz wesentliche Faktoren. Sie bestimmten über viele Jahrzehnte den Tagesablauf des Kaufungers, ohne den es in Kassel wohl kein Eishockey geben würde. Am 22. März 2013, als er auf Sylt im kleinen Kreis seinen 80. Geburtstag feierte, war auch das nur ein kurzes Luftholen. Denn das Geschehen in der Baustoff-Unternehmensgruppe Kimm und die Lage um die Eissporthalle mit den Eishockey-Huskies hielten den Unternehmer alter Schule stets auf Trab – und auch vital. Fast bis zu seinem Tod. Nun ist Simon Kimm einem Krebsleiden erlegen – gut sieben Wochen vor seinem 86. Geburtstag.

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden die geschäftstüchtige Familie Kimm 1976/77, als sie die Eissporthalle am Auestadion bauten und eröffneten. Seniorchef Simon, passionierter Reiter mit eigenen Pferden am heimischen Waldwiesenhof in Kaufungen, entdeckte die Reize des Eissports – und die Chance, damit Geschäfte zu machen. Aber der Betrieb der Halle bescherte ihm über all die Jahre auch reichlich Turbulenzen. Mehrfach musste er in die Bresche springen nach Misswirtschaft von Vereinsfunktionären, die umgekehrt gern auch mal wetterten über vermeidlich zu hohe Mietforderungen. Und so übernahm Simon Kimm schließlich selbst die Geschäftsführung der Huskies GmbH und freute sich über den Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft 1997 mit Trainer Gerhard Brunner und drei Halbfinal-Einzüge in der Deutschen Eishockey-Liga mit Hans Zach an der Bande.

Häufig ging’s um wirtschaftliche Aspekte, wenn über Simon Kimm berichtet wurde. Das war ihm stets ein Graus, weil er bis zuletzt nicht gern im Rampenlicht stand. Aber der Mann, der im Geschäft alle Kniffe kannte, griff beherzt in die Schatulle, wenn ihm etwas wichtig war. So holte er mit Zach den Star der Eishockey-Trainergilde 1995 und 1998 gleich zweimal ins beschauliche Nordhessen. Um ein Haar hätte Kimm 2004 auch Daniel Kreutzer – Bruder von Christof Kreutzer, dem heutigen Trainer des hessischen DEL 2-Konkurrenten EC Bad Nauheim – zu einer Rückkehr nach Kassel bewegen können. Doch der Publikumsliebling musste das lukrative Angebot ausschlagen: Kimm war wenige Tage zu spät dran – Nationalstürmer Kreutzer hatte in Düsseldorf schon verlängert.

Im Alter machte die Gesundheit Kimm zunehmend Probleme. Aber immer wieder hatte er sich gut geholt. Und der bisweilen kauzige Businessman wurde im Alter deutlich offener und umgänglicher für die, die ihn auf seinem langen und erfolgreichen Weg begleiteten. Nun ist das Ende dieses Weges erreicht. Gerald Schaumburg

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