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Eine enge Sache wird der Saisonendspurt in der Deutschen Eishockey-Liga 2 für den EC Bad Nauheim um Jack Combs (links) - hier gegen den Tölzer Niklas Heinzinger.

Deutsche Eishockey-Liga 2

Kampf um Titel, Playoffs und Playdowns: Darum ist die DEL 2 spannend wie selten

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Der Kampf um die Plätze in der Deutschen Eishockey-Liga 2 ist gut einen Monat vor dem Ende der Hauptrunde spannend wie selten. Mittendrin: der EC Bad Nauheim.

"Es geht jetzt ganz, ganz schnell" - das sagt Denis Shevyrin, der aktuelle Kapitän der Kassel Huskies, der vergangene Saison noch seine Schlittschuhe für den EC Bad Nauheim schnürte, über die Schlussphase der DEL 2-Hauptrunde. Die endet mit dem 52. Spieltag am 1. März. Noch ist die Tabelle nicht bereinigt, noch haben Teams wie Frankfurt und Bad Nauheim nur 41 Partien absolviert, Dresden aber bereits 44. Was sich aber sagen lässt: Es geht so eng zu wie selten. - Ein Überblick:

Der Kampf um die Spitze:Derzeit kommen drei Teams für den Platz an der Sonne infrage: zuerst die Huskies aus Kassel. Erstmals standen sie am 3. Oktober ganz oben, mit kurzer Unterbrechung wegen eines Nachholspiels dann durchgehend seit dem 2. November. 79 Punkte hat die Mannschaft von Tim Kehler vor dem Wochenende auf dem Konto, Überraschungs-Verfolger Freiburg um den Sportlichen Leiter und Ex-Teufel Daniel Heinrizi kann bei einem Spiel weniger nach Punkten gleichziehen (derzeit 76), Heilbronn (72) als Dritter könnte mit zwei Siegen in den beiden Nachholspielen ebenfalls wieder auf einen Punkt an den Tabellenführer heranrücken. Doch rein rechnerisch sind die Kasseler trotz Tabellenführung noch nicht auf der sicheren Seite: 27 Punkte können sie maximal noch holen. 25 Zähler Vorsprung haben sie derzeit auf Platz elf, den ersten Playdown-Platz. Dort steht derzeit Weißwasser, am Freitag (19.30 Uhr) zu Gast in Kassel. Auch wenn niemand ernsthaft damit rechnet: Erst mit einem "Dreier" steht ganz sicher fest, dass die Huskies mit den Playdowns nichts zu tun haben werden.

Das enge Mittelfeld:Während es sich abzeichnet, dass das Quartett Weißwasser, Landshut, Bayreuth und Crimmitschau wohl in die Playdowns gehen könnte, ist der Kampf um die direkte Playoff-Teilnahme (Plätze eins bis sechs) und die Pre-Playoffs (Plätze sieben bis zehn) noch lange nicht entschieden. Die punktgleichen (66) Frankfurter und Nauheimer auf Rang vier und fünf sowie Bietigheim auf Rang zehn (62) trennen gerade einmal vier Punkte. Das Momentum der zweiten Hauptrundenhälfte liegt aktuell bei den Dresdner Eislöwen, die Ex-Huskies-Trainer Rico Rossi stabilisiert hat und die nun wieder von den Playoffs träumen dürfen. Da in ihrer Heimstätte demnächst ein Shorttrack-Weltcup stattfindet, haben sie eine Woche spielfrei. Erst ab 9. Februar, dem 46. Spieltag, ist die Tabelle dann bereinigt - rechtzeitig vor dem Endspurt

Die Schlusslichter:Trotz einer Hypothek von bereits acht Punkten Rückstand (Weißwasser) bis hin zu 14 Zähler weniger als Rang zehn (Bayreuth, Crimmitschau) geht es für die Mannschaften am Tabellenende in den verbleibenden Spielen um viel - etwa eine gute Ausgangsposition in den Playdowns. In den entscheidenden Spielen um den Ligaerhalt kann der Heimvorteil noch Gold wert sein - gerade wenn man einen guten Zuschauerschnitt hat, wie das etwa Aufsteiger Landshut mit seiner neuen Arena vorweisen kann.

Der Rückblick:Nach 41 absolvierten Spielen hatte der EC Bad Nauheim zum selben Zeitpunkt der vergangenen Saison übrigens ebenfalls Rang fünf inne - und fünf Zähler mehr auf dem Konto. Der Abstand auf Rang elf (damals Bayreuth) betrug allerdings bereits komfortable 18 Punkte. Mit 79 Punkten reichte es für Kaufbeuren zur Tabellenspitze, allerdings punktgleich mit Weißwasser und drei Punkte vor Ravensburg. Auf Rang vier folgte der spätere Hauptrundenmeister Frankfurt. Die Kassel Huskies waren nach dem 41. Spieltag Neunter, liefen als Siebter in die Pre-Playoffs ein.

Die Einschätzung:"Die Liga ist sehr, sehr eng. Da kann man eigentlich sämtliche Rechenspiele in die Tonne hauen", hatte Christof Kreutzer, der Trainer des EC Bad Nauheim, bereits in der Vorwoche gesagt. Die Einschätzung der meisten Verantwortlichen vor der Saison ist also eingetroffen. Mit Landshut spielt kein "normaler" Aufsteiger in der Liga mit, die Spitze ist zudem breiter geworden, die Spiele und ihr Ausgang unberechenbarer. Umso wichtiger wird - auch mit Blick auf die Playoffs - das Momentum. Ausgerechnet daran hapert es gerade in der Kurstadt: Aus den vergangenen 15 Spielen holten die Roten Teufel lediglich 18 Punkte - vor Crimmitschau der zweitschlechteste Wert der Liga. Die Spitzenreiter in dieser Tabelle: Dresden, Freiburg, Kaufbeuren - zwei von drei Mannschaften, die aktuell noch hinter den Wetterauern liegen.

mis/phk

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