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Der späte Ausgleich: 22 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit trift Zach Hamill (am Boden liegend) zum 4:4-Ausgleich und verwandelt mit diesem Treffer das Stadion in ein Tollhaus. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim

Ein irrer Derby-Abend beim EC Bad Nauheim

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Ein irrer Eishockey-Abend. Ein eiskalter Zach Hamill. Ein Happy-End für den EC Bad Nauheim. Die Roten Teufel bezwingen die Löwen Frankfurt nach zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand.

Eishockey-Spektakel reloaded! Der EC Bad Nauheim feiert am Sonntagabend einen Derby-Erfolg gegen die Löwen Frankfurt; und was für einen. Beim 5:4 (0:1, 2:3, 2:0/1:0)-Erfolg vor 4445 Zuschauern im ausverkauften Colonel-Knight-Stadion konnten die Roten Teufel gegen den Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga 2 gleich zweimal einen Zwei-Tore-Rückstand ausgeglichen und trafen schließlich spielentscheidend im Penaltyschießen. Im Fokus neben Torwart Felix Bick: Zach Hamill. Mit seinem zweiten Tagestreffer traf er 22 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zum Ausgleich und war anschließend noch zweimal im Penaltyschießen erfolgreich. Die beiden weiteren Tore der Gastgeber erzielte Louke Oakley. Bei seinem Heimdebüt war der Kanadier zweimal im Powerplay erfolgreich.

EC Bad Nauheim: Trainer Christof Kreutzer ist "sehr stolz" auf sein Team

"Ich bin sehr stolz über die Art und Weise, wie sich die Mannschaft zurückgekämpft hat. Es ist unglaublich, wie dieses Team arbeitet. Frankfurt war 40 Minuten lang besser und hat unsere Fehler bestraft", resümierte Trainer Christof Kreutzer nach dem dritten Sieg im vierten Duell mit dem Nachbarn vom Main. Matti Tiilikainen war "enttäuscht, dass wir einen Zwei-Tore-Vorsprung hergegeben haben. Da müssen wir manche Dinge einfach besser machen."

Bad Nauheim hatte sich den Löwen lange Zeit die Zähne ausgebissen. Frankfurt wirkte gut eingestellt, gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe und reduzierte die Tormöglichkeiten der Teufel auf ein Mindestmaß. Dazu wurden die Gastgeber auch zu dem einen oder anderen (Konzentrations)-Fehler verleitet.

EC Bad Nauheim: Spannendes Mitteldrittel, Herzschlagfinale im Schlussabschnitt

So richtig in Fahrt kam die Partie erst im zweiten Abschnitt. Nach einem 0:2-Rückstand (20./Adam Mitchell und 25./Eduard Lewandowski) kam Bad Nauheim binnen 36 Sekunden zum Ausgleich (26./27.), durch Oakley und Hamill, die in ihrem zweiten Spiel sehr vielversprechend harmonierten. Jetzt hatten die Hausherren wie aus dem Nichts das Momentum auf ihrer Seite. Dustin Sylvester - bei einem Zwei-auf-eins-Konter - sowie Denis Shevyrin alleine vor Torwart Ilya Andryuhkhov verpassten allerdings die Führung. Auf der anderen Seite nutzte Frankfurt durch Tim Schüle - schön herausgespielte Vier-gegen-Drei-Überzahl) - sowie Brett Breitkreuz (von Shevyrin nicht zu halten) zwei Möglichkeiten zur erneuten Zwei-Tore-Führung.

Das letzte Drittel begann so ganz nach dem Geschmack der Zuschauer: Oakley stand im Powerplay am langen Pfosten, verkürzte auf 3:4. Und wenig später standen die Hausherren für 48 Sekunden gar mit zwei Spielern mehr auf dem Eis - konnten diese Chance aber nicht nutzen. Aufregung dann zwölf Minuten vor dem Ende. Bad Nauheim bejubelte nach einem Schuss von Mike Dalhuisen bereits den Ausgleich. Die Unparteiischen verweigerten diesem Treffer aber die Anerkennung, wollten ein Torraumabseits erkannt haben. Die Crux: Die Referees hatten diesmal keine Möglichkeit, ihre Entscheidung zu überprüfen. Im Stadion hatte vor Spielbeginn bereits die Technik gestreikt. In der Kabine der Schiedsrichter kam kein Signal an. Einzig die (in diesem Fall allerdings nicht relevante) Wiederholung bei SpradeTV ließ vermuten, dass der Treffer regulär erzielt worden war.

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War’s das? Frankfurt ließ kaum etwas zu; bis zu jenen tubulenten Szenen in der Schlussminuten, als Hamill den Puck irgendwie über die Linie stocherte. Das war kaum glauben - und noch lange nicht alles. Im Penaltyschießen sorgte der Ex-NHL-Profi dann für das Sahnehäubchen. Hamill verwandelte gleich den ersten Versuch, auf der anderen Seite hielt David Skokan die Löwen im Spiel. Bick hielt anschließend gegen seinen Ex-Klub den bereits dritten von vier Penaltys, und schließlich verwandelte Hamill das Stadion in ein Tollhaus.

EC Bad Nauheim: Der Derbysieg gegen die Löwen Frankfurt auf einen Blick

EC Bad Nauheim: Bick - Ketter, Geitner, Dalhuisen, Stiefenhofer, Slaton, Shevyrin - Bires, Dustin Sylvester, Krestan, Kahle, Hamill, Oakley, Brandl, Hadraschek, Reimer, Ratmann.

Löwen Frankfurt: Andryukhov - Spang, Faber, Yorke, Schüle, Maginot, Erk - Tousignant, Kerälä, Mitchell, Breitkreuz, Skokan, Köhler, Proft, Lewandowski, Koziol, Magnus Eisenmenger, Fischer, Max Eisenmenger, Meisinger.

Im Stenogramm / Tore: 0:1 (20,) Mitchell (Köhler, Breitkreuz), 0:2 (26.) Lewandowski (Köhler – 4:5), 1:2 (26.) Oakley (Dustin Sylvester, Shevyrin – 5:4), 2:2 (27.) Hamill (Oakley, Ketter), 2:3 (34.) Schüle (Faber, Mitchell – 5:4), 2:4 (35.) Breitkreuz (Koziol, Erk), 3:4 (42.) Oakley (Dustin Sylvester, Hamill – 5:4), 4:4 (60.) Hamill (Dustin Sylvester, Reimer – 6-5), 5:4 Hamill (Penalty). - Schiedsrichter: Gogulla/Steinecke. - Strafminuten: Bad Nauheim 12, Frankfurt 14 plus 10 (Yorke). - Zuschauer: 4445 (ausverkauft).

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