"Mein Herz schlägt für Bad Nauheim": Andreas Pauli hat seinen Vertrag mit den Roten Teufel verlängert. Links Moderatorin Julia Nestle.	(alle Fotos: Chuc)
+
»Mein Herz schlägt für Bad Nauheim«: Andreas Pauli hat seinen Vertrag mit den Roten Teufel verlängert. Links Moderatorin Julia Nestle. (alle Fotos: Chuc)

Abschlussfeier

Höchstgebot für Pauli-Trikot

  • VonTim Hess
    schließen

Die Saisonabschlussfeier des EC Bad Nauheim hat 900 Fans ins Eisstadion gelockt. Bei der obligatorischen Trikotversteigerung wurden 500 Euro für das Jersey von Andreas Pauli bezahlt.

Vor dem Haupteingang mit dem aufblasbaren, überdimensionalen Teufelskopf, durch den normalerweise die DEL2-Cracks einzeln das Eisparkett betreten, gönnte sich Jan Guryca im Familienkreis eine Portion Pommes. »Heute genieße ich die ungesunde Ernährung«, lachte der Backup-Goalie bei der Mahlzeit vor dem »Bistro Penalty«, um sich dann frisch gestärkt unter die etwa 900 Fans zu mischen, die am Freitagabend die Saisonabschlussfeier des EC Bad Nauheim im Colonel-Knight-Stadion besuchten. »Eine tolle Resonanz. Bad Nauheim ist eben eine Eishockey-Stadt«, freute sich Geschäftsstellenleiter Matthias Baldys. FFH-Moderatorin Julia Nestle präsentierte auf der Bühne ein gewohnt locker-launiges Programm, führte kurzweilige Interviews mit dem einen oder anderen Akteur und wurde bei der traditionellen Trikotversteigerung von Co-Stadionsprecher Thomas Nau begleitet. Den heftigsten Ausschlag verzeichnete die Anzeige am Stimmungsbarometer beim »Ja-Wort« von Andreas Pauli. Der EC-Publikumsliebling aus Bad Tölz bleibt ebenso ein Roter Teufel wie »Goldhelm« Radek Krestan. 51 Scorerpunkte (20 Tore, 31 Vorlagen) hat der Deutsch-Tscheche in der abgelaufenen Saison gesammelt und alle Partien absolviert.

EC + Pauli = Passt! »Ich fühle mich hier wohl. Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern«, sprach der Stürmer ins Mikrofon und ließ den Begeisterungspegel auf der Tribüne in die Höhe schnellen. Bis zu seiner Verletzung in Kaufbeuren trug der 23-Jährige, der auf dem Eis pure Willens- und Einsatzstärke verkörpert, selbst den goldenen Helm und erzielte in 46 Begegnungen 40 Punkte (18 Treffer, 22 Assists). Der Oberbayer will auch künftig »ab und zu ein bisschen Härte reinbringen, wenn es nötig ist«.

Work, Work, Work: Mikko Rämö, den der Weg zurück in die finnische Heimat führt, wird »Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten … und in Form bleiben«. Neben dem Torwart wurden auch der von einem Eingriff an den Weisheitszähnen gehandicapte Diego Hofland, Eugen Alanov und Vitalij Aab verabschiedet. »Ich fahre zurück nach Nürnberg«, meinte der Ex-Nationalspieler (21 Einsätze unter Hans Zach in der DEB-Auswahl), »und weiß noch nicht, was in den nächsten Wochen und Monaten passiert.« Beim Klub und den Unterstützern bedankte sich der gebürtige Kasache mit den Worten: »Es waren tolle Jahre hier. Ich wünsche dem EC alles Gute.«

KHL-Luft schnuppert aktuell Eugen Alanov. Der talentierte Angreifer, den es in die DEL zieht, hält sich bei Sibir Novosibirsk fit. Die Mannschaft aus der größten Stadt Sibiriens hat in der Kontinentalen Hockey Liga die Qualifikation für die Gagarin-Cup-Playoffs verpasst. »Aber die russischen Profi-Vereine trainieren meistens bis Ende April weiter«, erklärte EC-Coach Petri Kujala.

Eine Saison - vier Klubs: Charlie Sarault hat noch nicht genug. Der Kanadier steht aktuell für die Berlin River Drivers auf dem Eis, ein Team aus dem US-Bundesstaat New Hampshire, das in der Federal Hockey League zu Hause ist. Zum Debüt traf Sarault und konnte einen weiteren Treffer vorbereiten. Für den 25-Jährigen sind die River Drivers bereits der vierte Klub in dieser Saison; nach dem EC Dornbirn (Österreich), dem HC Banska Bystrica (Slowakei) und eben dem EC Bad Nauheim.

WM-Vorbereitung: Ales Kranjc war am Freitag nicht mit von der Partie. Der Verteidiger bereitet sich in Ljubljana mit der slowenischen Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft im Mai in Deutschland und Frankreich vor. Charlie Sarault (bereits abgereist) sowie Marius Erk und Marcel Pfänder (bestreiten die Oberliga-Playoffs für Kooperationspartner Moskitos Essen) fehlten ebenfalls beim Saison-Ausklang im Kurpark.

Höchstgebot 500 Euro: »Ich will unbedingt den Harry knacken«, lautete Andreas Paulis Ansage vor der Versteigerung seines Trikots. Das gelang – für das Dress von Harry Lange wurden 475 Euro auf den Tisch geblättert, der zweithöchste Betrag des Abends. Im Rahmen einer Verlosung fanden zudem Radek Krestans Goldhelm, ein Smartphone und eine Dauerkarte neue Eigentümer.

Harter Hund: Der rechte Arm war mit einer Manschette an den Oberkörper fixiert. Steve Slaton, im Januar von den Fischtown Pinguins gekommen und stabilisierender Faktor in Angriff und Abwehr, hat sich im letzten Playdown-Spiel gegen Crimmitschau an der Schulter verletzt. »Es ist etwa zehn Minuten vor Schluss passiert. Dann musste ich praktisch mit einem Arm und zusammengebissenen Zähnen durchhalten«, berichtete der 34-jährige Deutsch-Amerikaner von schmerzhaften Momenten bis zur finalen Sirene.

Ob der Eishockey-Haudegen im Spätsommer von der Nordsee in die Wetterau zurückkehrt? »Mal abwarten. Wir haben erste Gespräche geführt. Jetzt geht es erstmal nach Bremerhaven und dort wird dann auch ein MRT gemacht.«

Teufelskreis: Um die Koordination der Trikotversteigerung kümmerten sich die Förderkreis-Vorstandsmitglieder Marcel Bohl und Tim Matras, die bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Mittwoch in ihren Ämtern als Vorstandsmitglieder bestätigt wurden. Ebenso wiedergewählt: Kassenwart Alexander Elflein sowie die drei Beisitzer Jerronimo Stein, Martin Schima und Marco Lenz.

Gerüchteküche: Wer bleibt? Wer geht? Wer kommt? Es wurde diskutiert und spekuliert in den Fan-Gesprächen. Namen wie Felix Bick (Torwart der Düsseldorfer EG) und David Cespiva (Verteidiger der Löwen Frankfurt) fielen immer wieder. Auch ein Name wie Travis Turnbull fiel. In den DEL-Planungen der Kölner Haie spielt der US-Amerikaner keine Rolle mehr. Ob das berühmte Körnchen Wahrheit dran ist oder die Personalien in der Rubrik »Doubtful rumour« verbleiben, wird sich zeigen.

Dauerkarten: Die Preise bleiben stabil. Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Johanna Straube nahm Reservierungen und Vorbestellungen von Neu-Käufern entgegen. »Der Verkauf ist vielversprechend angelaufen«, meinte Matthias Baldys. Wer sich bis Mitte Mai für ein Saison-Ticket entscheidet, erhält 29 Spiele zum Preis von 24. Die »Joker-Karte« erhält man zum Preis von 27 Einzelpartien.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare