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Rolf "Pilo" Knihs ist und bleibt ein Nauheimer - auch mit 70 Jahren.

EC Bad Nauheim

Geburtstag einer Bad Nauheimer Eishockey-Legende: Rolf "Pilo" Knihs wird 70

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22 Jahre war er für den VfL und den EC Bad Nauheim am Puck, 23-mal Nationalspieler für Deutschland: Heute feiert die Bad Nauheimer Eishockey-Legende Rolf "Pilo" Knihs seinen 70. Geburtstag.

Pilo" wird 70! Rolf Knihs feiert heute Geburtstag. Mehr als zwei Jahrzehnte lang hat der Stürmer für Bad Nauheim gespielt (15 Jahre beim VfL/sieben Jahre beim EC); und damit länger als jeder andere in der mehr als 70-jährigen Eishockey-Historie der Kurstadt. 23 Länderspiele (unter anderem bei der B-Weltmeisterschaft 1974 im damaligen Jugoslawien) absolvierte Knihs, der 1980 VfL-Topscorer und -Torschützenkönig wurde.

Seine Trikotnummer, die "13", wird nicht mehr vergeben. Symbolisch hängt seine Rückennummer aus Respekt vor seiner Leistung neben nur drei anderen Trikots unter dem Dach des Colonel-Knight-Stadions. In Bad Nauheim, wo der spätere Gastronom (40 Jahre lang betrieb er zuerst den "Postwagen", dann die "Scheune" und das "P 13") und auch heute noch lebt, ist "Pilo" bekannter als der oft zitierte bunte Hund.

Wie aus Rolf der "Pilo" wurde

Von einer "geilen Zeit" spricht Knihs im Rückblick auf seine sportliche Vergangenheit. Mit 13 Jahren hatte ihn der inzwischen verstorbene Werner Bachmann in Ossenheim beim Reuseln auf dem gefrorenen Flüsschen "Wetter" entdeckt und zu einem Training in Bad Nauheim überredet. Wenige Tage später unterlief dem Teenager zum Einstand gegen Frankfurt ein Fehler, der die Mannschaft den Sieg gekostet hat. "Wenn das noch einmal passiert, kannst du in Ossenheim bleiben", habe Bachmann ihm damals zugerufen. Wenige Worte, die seine sportliche Entwicklung aber geprägt hätten, sagt Knihs heute, viele Jahre später. "Ich habe mir immer wieder gesagt: Mein Gegenspieler auf Rechtsaußen darf kein Tor mehr schießen."

Seinem damaligen Trainer und späteren Teamkollegen Bachmann verdankt er auch seinen Spitznamen "Pilo". "Werner hat mich einmal so genannt. Das war in Anlehnung an ein Cowboy-und-Indianer-Spiel. Aus Billy The Kid wurde erst Billo und dann Pilo", klärt der Jubilar auf.

Von Bundesliga-Saisons und Länderspielen mit Kühnhackl und Schloder

Von 1966 bis 1980 spielte Knihs in der Bundesliga, mit Hartmut Kessler und Werner Kadow an seiner Seite machte er sich einen Namen. Köln, Düsseldorf und Krefeld lockten - Knihs aber blieb seiner Heimat treu, machte sich als Gastronom selbstständig. "Ich wollte auch nie wirklich weg. Ich hatte und habe hier alles, was ich brauche", sagt er rückblickend. "Wir hatten eine tolle Truppe, eine tolle Kameradschaft." Heute gehe es doch vielmehr um Geld, ums Geschäft. Ein Grund, warum er seine Zeit nicht gegen die heutige Profi-Generation eintauschen möchte. Knihs erlebte die besten Jahre des VfL, wurde Nationalspieler. Im heutigen Ljubljana hatte der damalige Bundestrainer Gerhard Kießling Knihs als Außenstürmer zu Erich Kühnhackl und Alois Schloder gestellt. "Da kommt man als kleiner Nauheimer zu den ganz großen Spielern im Land. Da wollte man sich fast verstecken", sagt Knihs, dem zwei Turnier-Treffer gelangen. Den Aufstieg in die A-Gruppe verpasste die deutsche Auswahl allerdings.

1980 war Knihs mit 34 Treffern und 26 Vorlagen punktbester VfL-Spieler, ein Jahr später war er bei seinem Heimatklub als Bundesliga-Spieler nicht mehr gewollt; wie auch manch anderer echter Nauheimer. "Das war der bitterste Moment", erinnert sich der Rechtsschütze. Die Nauheimer Jungs zog es nach Frankfurt, zur Eintracht. Nach dem Konkurs des VfL kehrten die Ex-Teufel zurück in den Kurpark, halfen mit ihrer Erfahrung beim Neuaufbau. Fünf Jahre spielte Knihs noch bis 1988 (unter anderem mit 97 Scorerpunkten an der Seite von Roger Nicholas/150 Punkte) und sprang auch nach dem eigentlichen Karriereende noch einmal ein, ehe 1992 endgültig Schluss war, mit inzwischen 41 Jahren. Knihs engagierte sich im Nachwuchs - dort spielten unter anderem sein heute 27-jähriger Sohn Ken, der mittlerweile in Heidelberg studiert - und unterstützte später den Vorstand in seiner Tätigkeit.

Rolf "Pilo" Knihs bleibt Bad Nauheim verbunden - und dem Sport

Noch heute zieht es Knihs fast täglich an den Großen Teich im Kurpark; mal zu den Heimspielen der Roten Teufel, mal einige Meter weiter. Golf ist inzwischen seine Passion (Handicap 7,7). Bei den Hessischen Altersklassenmeisterschaften wurde Knihs schon zweimal Zweiter, im Golfclub Bad Nauheim in unmittelbarer Nachbarschaft zum Eisstadion spielt er in der AK50-Mannschaft und hat selbst bei den 30ern einmal ausgeholfen. Und spätestens am berühmten 19. Loch (!) werden Erinnerungen ausgetauscht. Die Mitspieler von gestern sind die Flightpartner nämlich von heute. Manfred "Tiger" Müller, Hartmut Kessler, Ralph Pöpel, Christian Ziesch oder auch Rainer Wesener haben vor vielen Jahren den Eishockey- gegen den Golfschläger getauscht. Sie alle pflegen ihre Kameradschaft noch heute.

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