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Torwart Bastian Kucis (M.), hier gegen Dresdens Timo Walther (r.), ist bester Bad Nauheimer bei der 1:4-Niederlage. FOTO: HENTSCHEL

Eishockey

EC Bad Nauheim: Die fünf furchtbaren Minuten von Dresden

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Bis zur Hälfte des Spiels sah alles ganz gut aus. Dann leistete sich der EC Bad Nauheim bei den Dresdner Eislöwen fünf Minuten Tiefschlaf. Eine Nachlese.

Es hatte sich schon vor Spielbeginn angedeutet. Das Miniatur-Auto, das den Puck zum ersten Anspiel aufs Eis bringen sollte, kam nicht wirklich von der Stelle, die Hinterreifen drehten durch. Und so spielten die Dresdner Eislöwen dann auch gegen einen EC Bad Nauheim, der zwar nicht annähernd an die Form aus dem 2:1-Sieg gegen Kassel am zweiten Weihnachtsfeiertag herankam, aber dennoch im Stile einer Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel gegen ein Team aus der unteren Region spielte. Bad Nauheim effektiv, Dresden erfolglos aus allen Rohren feuernd.

Bis der wuchtige Schlagschuss von Dresdens Sebastian Zauner im Bad Nauheimer Tor einschlug und die 1:4-Niederlage einleitete (30.). Die dritte Pleite im dritten Duell mit den Eislöwen in dieser Saison der Deutschen Eishockey-Liga 2. Seit sechs Auswärtsspielen ist der EC nun ohne Sieg, zuletzt gab es am 22. November in Kassel beim 3:2-Sieg drei Punkte in der Fremde. Heute (19.30 Uhr) gastiert der EC beim ESV Kaufbeuren.

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"Wir haben gut begonnen, aber danach waren wir zu harmlos", sagte EC-Trainer Christof Kreutzer. Das blieb ohne negative Folgen, bis zur 30. Spielminute. Eigentlich wurde das Murren und Meckern in der mit 4412 Zuschauern ausverkauften Arena am Sportpark Ostra bis dahin immer lauter, die Eislöwen wirkten bei jedem Wechsel genervter. Bastian Kucis, der Felix Bick vertrat und seinen vierten Einsatz im Trikot der Roten Teufel absolvierte, hatte bis dahin einige Hochkaräter der Eislöwen entschärft. "Er war sehr stark", sollte Dresdens Trainer Ricco Rossi später über den besten Bad Nauheimer an diesem Abend sagen.

Erste Überzahl genutzt


 Auf der anderen Seite nutzte der EC sein erstes Überzahlspiel und ging durch Mike Card in Führung. Exakt elf Minuten waren gespielt, als sein Schuss von der blauen Linie den Weg ins Tor fand. "Ich hätte lieber auf das Tor im Powerplay verzichtet und stattdessen das Spiel gewonnen", sagte Kreutzer und spielte auf das zuletzt selten erfolgreiche Überzahlspiel an. In der 25. Minute hatte Jared Gomes bei seinem Alleingang auf Marco Eisenhut im Dresdner Tor sogar die große Chance auf das 2:0, vergab aber.

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Die Führung hielt bis zur besagten Hälfte der Spielzeit, als man langsam das Gefühl bekam, Dresden könne noch stundenlang weiterspielen und würde kein Tor erzielen, während sich die oftmals lasche Verteidigungsarbeit der Roten Teufel nicht rächen würde. Zauner widerlegte beide Behauptungen und 14 Sekunden nach dem 1:1 lag Dresden plötzlich in Führung. Es war der erste Treffer von Petr Pohl, der fünf Minuten später in Überzahl ohne Körperkontakt über das Eis spazierte und am Ende Kucis die Scheibe so an den Schoner spielte, dass die Heimfans zum dritten Mal jubeln durften (35.). "Wir wissen, was Pohl für ein Tempo hat. Deswegen hätten wir ihn mindestens vom Tor wegdrängen müssen. Das haben wir nicht geschafft und ihn nicht mehr einfangen können", sagte Kreutzer, der aber auch an die große Chance zum Ausgleich erinnerte. Jack Combs hatte in der 33. Minute das leere Tor vor sich, scheiterte aber aus spitzem Winkel am Außenpfosten. "Da haben wir das 2:2 auf dem Schläger gehabt", sagte Kreutzer. Kurz darauf lag sein Team 1:3 zurück.

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Die Devise für den Schlussabschnitt lautete: Ein Tor schießen, dann ist wieder alles offen. Tatsächlich übernahm Bad Nauheim im Schlussdrittel die Initiative, Dresden beschränkte sich auf Konter. Doch der Durchbruch wollte den Roten Teufeln nicht gelingen. Combs vergab die größte Chance zum Anschlusstreffer gegen Eisenhut (57.). Kreutzer nahm kurz darauf Kucis vom Eis, doch Pohl besorgte mit seinem dritten Tagestreffer den Endstand.

Einziger positiver Aspekt: Bis auf die ohnehin verletzten Spieler geht es mit voller Mannstärke nach Kaufbeuren.

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