Jan Guryca
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Eishockey

Ex-Teufel Jan Guryca: "Das Spiel, das ich nie spielen wollte"

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Im Kader der EG Diez-Limburg finden sich mehr als ein halbes Dutzend Spieler mit teuflischer Vergangenheit. Vor dem Wiedersehen mit dem EC Bad Nauheim spricht Jan Guryca über das Spiel, "das ich nicht spielen wollte".

Jan Guryca spricht vom Spiel, das er eigentlich nie spielen wollte. "Dafür bin ich mit den Roten Teufel einfach viel zu sehr verwurzelt. Im Nachwuchs hat er hier gespielt, seine Profi-Laufbahn 2019 - nach fünfeinhalb DEL 2-Jahren mit dem EC Bad Nauheim - hier beendet und beim Dienstleister "Finanz Aktiv" den beruflichen Einstieg gefunden. Doch es juckt noch immer: Guryca spielt für den Oberliga-Neuling EG Diez-Limburg und spielt am Freitag (19.30 Uhr) erstmals als Gast im Colonel-Knight-Stadion; dort, wo er von den Fans in der Vergangenheit bejubelt wurde.

Jan Guryca, Sie sind zur Vorsaison nach Limburg in die Regionalliga gewechselt, weil sie nicht mehr den Aufwand als Profi betreiben wollten. Jetzt aber erwarten Sie Fahrten nach Hamburg oder Rostock. Was hat Sie bewogen, Ihre Laufbahn auf diesem Level doch noch fortzusetzen?

Die Leidenschaft und die Tatsache, dass sich mein Herz noch nicht vom Eishockey verabschieden konnte. Vom Training her wird sich der Aufwand für mich nicht verändern, und was die Spiele angeht: Mir ist der Aufwand durchaus bewusst. Aber noch gibt es keinen Spielplan, keinen Modus, ich weiß nicht, ob auch unter der Woche gespielt wird. Das ist - Stand heute - alles noch sehr fern.

Sie kommen erstmals mit einer Gastmannschaft nach Bad Nauheim. Wie gehen Sie in die Partie?

Ich habe nie als Gast hier gespielt und ich hatte es auch nie vor, sondern war froh, dass es nie zu einem solchen Spiel gekommen ist. Dafür bin doch zu sehr mit dem EC verwurzelt. Es fühlt sich total komisch an. Natürlich werden Familie und Freunde im Stadion sein. Sportlich sollten die Verhältnisse recht klar sein. Wir kommen als Amateure mit vier Trainingseinheiten und spielen gegen Profis, die seit vier Wochen in der Vorbereitung sind.

Ist der Standort Limburg den Herausforderungen eines Oberliga-Spielbetriebs gewachsen?

Das ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu beantworten. Was ich sagen kann: Der Verein bemüht sich sehr stark, alle Voraussetzungen zu schaffen. Wie die Umsetzung dann aussieht, wird man sehen. Es geht nicht allein darum, eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu formieren, sondern auch den entsprechenden Rahmen zu schaffen. Das beginnt beim medizinischen Umfeld der Mannschaft, geht über Sponsoren und Zuschauer. Ich weiß, dass sehr viel getan wird, und ich glaube daran, dass es auch gelingt.

Inwiefern spielt der Mit-Aufstieg von Hamm und Herford eine Rolle?

Ja, diese Standorte betrifft das ebenso. Und auch dort werden einige Spieler tagsüber einem normalen Job nachgehen. Andere Klubs beschäftigen überwiegend Profis, trainieren täglich, manche sogar zweimal. Die Voraussetzungen sind unterschiedlich. Aber was ist die Alternative: eine weitere Saison in der Regionalliga? Dann doch lieber aufsteigen, da es zwei weitere Klubs ebenfalls versuchen. FOTO: CHUC

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