Spätes Siegtor

Erfolgreiche Generalprobe für EC Bad Nauheim

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim bezwingt Oberliga-Meister Tilburg Trappers mit 2:1. Den Siegtreffer vor 1411 Zuschauern erzielt James Livingston 65 Sekunden vor dem Ende.

James Livingston wollte längst wechseln. Mehrfach schon. Doch immer wieder kam der Puck in seine Ecke, und der Kanadier gab die schwarze Hartgummischeibe partout nicht verloren. Noch ein Zweikampf und noch einer und noch einer - bis zum Torerfolg, bis zum 2:1 (1:0, 0:0, 1:1)-Siegtreffer für EC Bad Nauheim 65 Sekunden vor dem Ende der Partie gegen Oberliga-Meister Tilburg Trappers. Eine Szene, die Wille und Leidenschaft symbolisiert und mit Blick auf die Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga 2, die am kommenden Freitag beginnt, den 1411 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion gewiss in Erinnerung bleiben wird. Max Brandl hatte bei der Generalprobe der Roten Teufel zum 1:0 vorgelegt und ist - gewiss überraschend - mit fünf Treffern zweitbester Torschütze der Saisonvorbereitung hinter Cody Sylvester (sechs Treffer), der am Sonntag ebenso wie Radek Krestan geschont wurde.

Sogenanntes »Sommer-Hockey« prägte lange Zeit die Partie. Nachdem am Freitag, beim ersten Aufeinandertreffen in den Niederlanden, noch munter ausgeteilt worden war, spielten beide Mannschaften diesmal doch recht körperlos. Vor allem die Gastgeber wollten fünf Tage vor dem Saisonstart keine Verletzung riskieren.

Im Fokus des Interesse stand natürlich Esa Lehikoinen. Der Finne, in der Vorwoche nachverpflichtet, zeigte ein sehr solides Heimdebüt, agierte dabei deutlich defensiver als Eric Meland, dessen Position er übernahm.

Bad Nauheim zeigte in den ersten 20 Minuten die reifere Spielanlage, doch hatten die Gäste die besseren Tormöglichkeiten, Mitch Bruijsten und Ivy van den Heuvel verpassten im Powerplay nach Rebounds den Führungstreffer, ein Schuss von Jasper Nordemann landete wenig später auf dem Tor, das von Felix Bick gut verteidigt wurde. Den Führungstreffer erzielten stattdessen die Hausherren. Einen weiten Lehikoinen-Pass leitete Andreas Pauli zu Brandl, der frei vor dem Tor eiskalt verwandeln konnten.

Ab dem zweiten Abschnitt tat Bad Nauheim dann nicht mehr als unbedingt nötig. Offensiv, wo Niko Kolb und Maurice Keil die Rollen von Sylvester und Krestan übernahmen, wurden über Einzelaktionen, beispielsweise ein Unterzahl-Solo von Mike McNamee, Akzente gesetzt, defensiv ließen sich die Teufel mehrfach von den Trappers, die von einer Handvoll Fans begleitet worden waren, im eigenen Drittel festsetzen. Beim Ausgleich - in der 45. Minute - hatten Parker Bowles, Powerplay hin oder her, quasi überhaupt keinen Gegenspieler, der sich ihm in den Weg gestellt hatte. Dieser Treffer schien Bad Nauheim wiederum anzustacheln. Je länger die Partie dauerte, umso vehementer drängten die Hessen auf die erneute Führung, die Livingston spät, aber rechtzeitig noch erzielen konnte. Für den EC Bad Nauheim war’s im dritten und letzten Test vor heimischem Publikum der dritte Sieg.

EC Bad Nauheim: Bick - Lehikoinen, Slaton, Trivellato, Stiefenhofer, Ketter, Erk, Kohl - Livingston, Sylvester, Frosch, Bettahar, McNamee, Krestan, Pauli, Brandl, Meisinger, Ratmann, Lange, Niederberger, Kolb.

Tilburg Trappers: Leuwesteijn - Loginov, Vogelaar, van Oorschot, Collier, van Gestel, Verkiel - van den Heuvel, Bruijsten, Batings, Nagtzaam, de Ruijter, Montgomery, Stempher, Bowles, de Hondt, Hemens, de Booth, Nordemann.

Steno: Tore: 1:0 (17.) Brandl (Pauli, Lehikoinen), 1:1 (45.) Bowles (5-4), 2:1 (59.) Livingston (Frosch, Erk). - Schiedsrichter: Zehetleitner/Westrich. - Strafminuten: Bad Nauheim 8, Tilburg 8. - Zuschauer: 1411.

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