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Noch mit Torwart-Maske der Augsburger Panther: Jonathan Boutin, die neue Nummer 1. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim

Endlich wieder Eiszeit beim EC Bad Nauheim

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Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim ist am Sonntag nach Villach aufgebrochen. Mit reichlich Vorfreude, viel Gepäck und drei Spielern, die sich für einen Vertrag empfehlen möchten.

Oliver König kam im Morgengrauen. Taschen, Kisten, Werkzeug und Ausrüstung lud der Betreuer des EC Bad Nauheim in den Sprinter. Pucks (rund 70 Hartgummischeiben werden im Training genutzt), die Schleifmaschine, Handtücher, Ersatzkufe, unzähligen Rollen Tape in den Farben schwarz und weiß und vieles, vieles mehr wurde verstaut. Bloß nichts vergessen! Eine gute Stunde nach dem Materialfahrzeug verließ am Sonntag dann auch der Mannschaftsbus des Eishockey-Zweitligisten den Parkplatz am Colonel-Knight-Stadion mit Ziel Villach. 750 Kilometer entfernt, wenige Autominuten vom Wörthersee gelegen. Bis Samstag werden sich die Roten Teufel im südlichsten österreichischen Bundesland auf die DEL2-Saison 2018/19 vorbereiten.

Keine fünf Wochen bleiben Christof Kreutzer, dem neuen Trainer, um sechs Neuzugänge zu integrieren, sich ein Bild über drei Tryout-Spieler (Yannick Mund, Artjom Alexandrov, Nicklas Stordel) zu machen und seine Mannschaft auf das Auftakt-Derby gegen Kassel am 14. September einzustellen. "Ich bin froh, dass wir endlich loslegen können. Da ich weiß, dass in Düsseldorf inzwischen schon die zweite Altherren-Mannschaft Eiszeiten hat, dann wird es auch für uns als Profi-Mannschaft langsam Zeit", sagt Kreutzer.

Erster Test am Freitag in Villach

Zehn Eistrainingseinheiten von jeweils 75 bis 90 Minuten, Off-Ice-Einheiten unter dem neuen Fitnesscoach Marc Lubetzki, der ebenso wie Physiotherapeutin Marlen Kehr die Mannschaft begleitet, sowie zwei Testspiele stehen auf dem Programm. Am Freitag (19.30 Uhr) geht’s zunächst gegen Villach, den sechsfachen Meister der multinationalen Erste Bank Liga Österreich, der sich unter anderem mit Spielern wie Torwart Dan Bakala (Düsseldorf) oder auch den Stürmern Blaine Down (Iserlohn) und Brandon Alderson (Heilbronn) verstärkt hat und unter Gerhard Unterluggauer (im Vorjahr Heilbronn) vorne mitmischen will. Am Samstag (16.30 Uhr) in Zell am See gibt’s dann ein Wiedersehen mit Vorjahres-Teufel Fredrik Widen, der im Februar in die Wetterau gewechselt war und nun zu den Eisbären in die Alps HockeyLeague zurückgewechselt ist.

Am Freitagabend waren die Roten Teufel kurzerhand nach Limburg-Diez gefahren. Quasi zum Einlaufen, zur Eisgewöhnung, wie man sagt. Die zum Großteil neue Ausrüstung zwickt und drückt schon mal. "Ich bin schon froh, dass es wieder losgeht", sagt Stürmer Max Brandl nach den 60 Eisminuten. Die quälende Vorbereitung gehöre nun mal dazu, "aber es ist auch schön, wieder mit den Jungs zusammen zu sein. Und Österreich ist ja auch ein schönes Fleckchen Erde, um die Saison einzuläuten", sagt er mit Blick auf die kommende Woche. Brandl zählt zur Gruppe jener Spieler, die ohne Eistraining während der Sommermonate nach Bad Nauheim zurückgekehrt sind. So mancher hat hingegen schon heimatnah in privaten Trainingsgruppen auf dem Eis gestanden. "In den ersten Tagen wird man da sicher Unterschiede sehen. Man braucht etwas Zeit, um reinzukommen. Aber spätestens in zwei Wochen sind wir auf dem gleichen Level", sagt Brandl.

Im Limburg hatte der Spaß im Vordergrund gestanden. Kreutzer und Assistent Harry Lange zeigten sich kommunikativ, suchten immer wieder das Gespräch mit Spielern, die mit einfachen Lauf-, Pass- und Schussübungen vor einer Handvoll Neugieriger die Zeit zur Gewöhnung nutzten.

In Villach logiert die Reisegruppe aus Bad Nauheim in einem Vier-Sterne-Hotel im Zentrum der 60 000-Einwohner-Stadt, nur eine Viertelstunde Fußweg von der Stadthalle, der Trainingsstätte entfernt.

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