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Die endgültige Entscheidung: Cody Sylvester (Mitte) bejubelt seinen zweiten Tagestreffer zum 8:5 für den EC Bad Nauheim gegen die Heilbronner Falken mit Verteidiger Daniel Stiefenhofer (l.) und seinem Bruder Dustin. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim

Was für ein Eishockey-Spektakel! EC Bad Nauheim feiert wichtigen Heimsieg mit neun Toren

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Ein gut gefülltes Colonel-Knight-Stadion, tolle Stimmung auf den Rängen und jede Menge Tore auf dem Eis: Der Sonntagnachmittag war für den EC Bad Nauheim (fast) perfekt.

Nur noch eins! Nur noch eins! Nur noch eins!" Die Rufe der 3409 Fans des EC Bad Nauheim hallten am Sonntag ein paar Minuten durch das gut gefüllte Colonel-Knight-Stadion. Der Grund: Ihre Mannschaft führte gegen die Heilbronner Falken bereits mit 9:5. Hätten Zach Hamill und Cody Sylvester ihre gute Leistung mit dem zehnten Treffer 15 Sekunden vor Schluss gekrönt – die altehrwürdige Arena wäre wohl ob des Jubels in ihren Grundfesten erschüttert worden. So blieb am Ende ein über weite Strecken souveräner Sieg gegen einen direkten Verfolger – zudem der erste gegen Heilbronn in dieser DEL 2-Spielzeit.

EC Bad Nauheim: Kreutzer freut sich: "Endlich ein Sieg gegen Heilbronn"

"Endlich haben wir auch gegen Heilbronn mal gewonnen. Das war wichtig. Es war kein einfaches Spiel, vor allem für mich als Trainer, denn wenn sehr viele Tore fallen, werden meist auch viele Fehler gemacht. Im zweiten Drittel haben wir gut gespielt, aber unser Backchecking war insgesamt zu nachlässig. Vor allem, wenn wir Konter gelaufen sind und diese nicht erfolgreich abgeschlossen haben, wurde es hinten gefährlich. Dennoch sind das drei wichtige Punkte", sagte Christof Kreutzer, der Trainer der Roten Teufel.

Wieder einmal konnte er sich auf seine Special-Teams verlassen, denn gegen die Falken machten am Ende zwei Powerplaytore und gar drei (!) Treffer in Unterzahl, davon allerdings zwei ins leere Tor, den Unterschied in einer teilweise vogelwilden Partie, die den Zuschauern zum "Family & Full House" ein regelrechtes Eishockey-Spektakel mit all seinen Facetten bot.

EC Bad Nauheim: Heilbronns Keeper ohne Glück

Doch der Reihe nach: Im ersten Drittel entwickelte sich der erwartete Fight zweier Mannschaften im Kampf um die Playoffs: Heilbronn hatte optisch etwas mehr vom Spiel, die Tore schoss aber – wie schon am Freitag in Crimmitschau – Bad Nauheim: Kapitän Maximilian Brandl aus der Drehung (11.) und Zach Hamill nach eigener Puckeroberung (12.) stellten auf 2:0, die Gäste verkürzten durch Greg Gibson (14.). Der Start in den Mittelabschnitt war dann perfekt: Zuerst verwertete Topscorer Dustin Sylvester ein Powerplay (21.) (hier das Interview im Anschluss an die Partie), dann Dennis Reimer (29.). Die Gäste reagierten mit einer Auszeit und einem Torwartwechsel, sodass Nachwuchskeeper Florian Mnich anstelle des glücklosen Leon Frensel zu seinem ersten Profi-Einsatz kam – ein undankbares Los, musste er bei Treffern von Marcel Kahle (30.), Andrej Bires (33.) und Cody Sylvester (34.) gleich drei Mal binnen vier Minuten hinter sich greifen. Dank Treffern von Samuel Soramies (31.) und Gibson (39.) ging es für ihn "nur" mit 3:7 in den Schlussabschnitt.

EC Bad Nauheim: Colonel-Knight-Stadion mit nach neuntem Tor ein wahres Tollhaus

Dort schlich sich etwas der Schlendrian bei den Hausherren ein, die zudem in Person von Maximilian Brandl gleich zwei vermeidbare Strafzeiten zogen. Die Folge: Gibson mit seinem dritten Treffer (55.) und zuvor Corey Mapes (51.) machten es beim 5:7 noch einmal spannend. Heilbronn setzte bereits 4:08 Minuten vor Schluss alles auf eine Karte, spielte ein Sechs-gegen-Vier ohne Torwart – wurde aber zweimal eiskalt durch Cody Sylvester (57.) und Kahle (59.) bestraft, die je ihren zweiten Treffer markierten.

Das Stadion? Nun endgültig ein Tollhaus. Die Fans spulten ihr gesamtes gesangliches Repertoire ab – und anderem mit dem allseits beliebten "Deutscher Meister wird nur der ECN", sodass sich die Mannschaft auch etliche Minuten nach dem Schlusspfiff noch vom sich nur langsam leerenden Rund feiern lassen durfte. "Man sieht einfach, warum Bad Nauheim einen Lauf hat: Sie sind gut eingestellt, haben gute Einzelspieler, aber das Kollektiv funktioniert trotzdem. Glückwunsch!", zollte auch Gästetrainer Alexander Mellitzer den Roten Teufeln seinen Respekt. Ein (fast) perfekter Sonntag eben.

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Ein Beitrag geteilt von EC Bad Nauheim (@ecbadnauheim_offiziell) am Jan 20, 2019 um 10:08 PST

EC Bad Nauheim: Das spektakuläre 9:5 gegen die Heilbronner Falken im Überblick

EC Bad Nauheim: Bick – Ketter, Shevyrin, Dalhuisen, Stiefenhofer, Slaton, Pruden, Geitner – Kahle, Cody Sylvester, Hamill, Dustin Sylvester, Bires, Krestan, Hadraschek, Brandl, Reimer, Ratmann, Reiter.

Heilbronner Falken: Frensel (ab 29. Mnich) – Götz, Kurz, Sharrow, Maschmeyer, Mapes, Pavlu, Eberhardt – Kirsch, Lavallée, Ross, Damon, Ranta, Gibson, Helms, Soramies, Lambacher, Bernhardt, Gelke.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Brill/Engelmann. – Zuschauer: 3409. – Tore: 1:0 (11.) Brandl (Reimer, Ketter), 2:0 (12.) Hamill, 2:1 (14.) Gibson (Damon, Maschmeyer), 3:1 (21.) Dustin Sylvester (Shevyrin, Cody Sylvester – 5:4), 4:1 (29.) Reimer (Hadraschek, Bires – 5:4), 5:1 (30.) Kahle (Cody Sylvester, Stiefenhofer), 5:2 (31.) Soramies (Helms, Lambacher), 6:2 (33.) Bires (Shevyrin, Krestan), 7:2 (34.) Cody Sylvester (Dustin Sylvester, Slaton – 4:5), 7:3 (39.) Gibson (Ranta), 7:4 (52.) Mapes (Gelke, Pavlu), 7:5 (55.) Gibson (Damon, Ranta), 8:5 (57.) Cody Sylvester (Dustin Sylvester – 4:5/Empty Net), 9:5 (59.) Kahle (Hamill, Slaton – 4:5/Empty Net). – Strafzeiten: 6 Minuten / 10 Minuten.

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