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Eishockey-Förderverein: Sonderumlage sorgt für Diskussionen

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Eine Sonderumlage beim Eishockey-Förderverein "Teufelskreis" wird unter den Fans heiß diskutiert. Vorstandsmitglied Alexander Elflein bezieht Stellung und hat gute Nachrichten.

Der "Teufelskreis" (TK) ist der Förderverein des Eishockeys in Bad Nauheim. Und er hält - neben sechs weiteren Gesellschaftern - Anteile an der GmbH, die den Zweitliga-Spielbetrieb der Roten Teufel verantwortet. Am Mittwochabend (19.30 Uhr im VIP-Raum im Colonel-Knight-Stadion) werden die rund 200 Unterstützer im Rahmen einer Mitgliederversammlung mit dem Antrag auf eine Sonderumlage in Höhe von 25 Euro konfrontiert; Geld, um die von der GmbH beschlossene Eigenkapitalerhöhung (je Gesellschafter von 6 250 Euro auf 12 500 Euro) zu finanzieren.

An der Fanbasis wird diese Sonderumlage heiß diskutiert. Ist das Modell, Anteilseigner am Profi-Spielbetrieb mit einem 2,5-Millionen-Etat zu sein, noch zeitgemäß? Werden weitere Umlagen folgen? TK-Vorstandsmitglied Alexander Elflein bezieht im WZ-Gespräch ganz klar Position und erklärt sein Werben um Zustimmung. Eine gute Nachricht für die Mitglieder hat er im Vorfeld ebenso. Ein Mitglied habe bereits signalisiert, dem TK zweckgebunden eine vierstellige Summe zukommen zu lassen. Die geplante Umlage von 25 Euro könne sich demnach reduzieren.

Alexander Elflein, wie haben die TK-Mitglieder auf geplante Sonderumlage reagiert?

Alexander Elflein: Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Während einige dem Antrag sofort ablehnend gegenüber standen, haben wir auch durchaus auch sehr positive Reaktionen erhalten, weil wir weiterhin Verantwortung übernehmen wollen. Zudem gibt es Mitglieder, die ihre anfangs kritische Haltung nach einem aufklärenden Gespräch geändert haben. Prinzipiell hat eine sportliche Situation - egal, wie man sie gerade bewertet - aus unserer Sicht aber keinen Einfluss auf die Entscheidung, da es bei dieser Frage ganz grundsätzlich um die zukünftige Beteiligung des Fördervereins in der GmbH geht.

Erwarten Sie während der Mitgliederversammlung Widerstände?

Elflein: Es wird sicherlich auch Gegner des Antrags geben. Das ist auch völlig in Ordnung. Hier gilt es, offen über verschiedenen Sichtweisen und eventuell bestehende Vorbehalte zu reden. Der Antrag selbst war aufgrund der Entscheidung des Gesellschafterkreises zur Kapitalerhöhung, bei der wir uns enthalten haben, ohnehin zwingend erforderlich. Nun entscheiden wir als Mitglieder des Teufelskreises gemeinsam, wie wir dazu stehen.

Handelt es sich um eine einmalige Zahlung oder ist mit weiteren Sonderumlagen zu rechnen; gerade, wenn am Ende der Saison eventuelle Defizite der GmbH ausgeglichen werden müssen?

Elflein: Weitere Umlagen sind nicht geplant.

Warum ist es wichtig, dass eine Fangruppierung in der GmbH-Anteile hält? Dieses Bad Nauheimer Modell ist doch eher unüblich.

Elflein: Die Stimme im Gesellschafterkreis an unserem Standort ist ein hohes, basisdemokratisches und nicht selbstverständliches Gut, dass wir, vollkommen unabhängig von sportlichen Entwicklungen, bewahren sollten. Auch der Fan, der bei uns Mitglied ist, hat durch uns eine Stimme, wenn es um wichtige Entscheidungen an unserem Standort geht.

Inwiefern kann der TK-Vorstand tatsächlich die Stimme seiner Mitglieder vertreten und in den Gesellschafter-Versammlungen auch durchsetzen?

Elflein: Der Vorstand hat sein Ohr immer am Mitglied. Zudem greifen wir auch konstruktive Vorschläge und mitunter berechtigte Kritik aus dem Umfeld auf und tragen sie in die Gesellschaftersitzungen. Eine Vertretung ist somit immer gegeben. Entscheidungen im Gesellschafterkreis werden grundsätzlich mehrheitlich getroffen. Kein Gesellschafter kann einen Antrag allein gegen den Willen der Mitgesellschafter durchsetzen. Auch von uns eingebrachte Anträge wurden schon angenommen.

Wo ist - den TK betreffend - eine wirtschaftliche Grenze die Einlagenhöhe erreicht?

Elflein: Aktuell sehen wir uns da inzwischen an Grenzen kommend. Grundsätzlich soll aktuell das Wachstum des Eigenkapitals durch weitere neue Gesellschafter erbracht werden. Da wären höhere Summen wohl auch nicht zielführend. Die Entscheidungen hierüber trifft hier die Gesellschafter-Versammlung.

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