Eishockey-Derby

Vor dem Eishockey-Derby: Die Löwen Frankfurt im Check

  • VonUwe Lange
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Am Sonntag empfängt der EC Bad Nauheim die Löwen Frankfurt in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Unser Löwen-Experte Uwe Lange hat den Saisonstart des amtierenden Meisters analysiert.

Die erste Zwischenbilanz könnte nach zehn Spieltagen nicht positiver ausfallen. Die Südhessen rangieren auf Platz zwei hinter Bietigheim, haben in keiner der Partien nach 60 Minuten verloren und mit 50 Toren die meisten Treffer in der Liga erzielt. Beim Blick auf die einzelnen Mannschaftsteile der Frankfurter lasse sich stabile Strukturen schnell feststellen. Der Aderlass mit 13 Abgängen nach der letzten Spielzeit wurde gut verkraftet.

Tor: Zwischen den Pfosten haben die Löwen aktuell Sorgen. Der operierte Stammkeeper Brett Jaeger wird bis Dezember ausfallen, aber bislang glänzend durch die beiden starken Förderlizenzler Florian Proske (Mannheim) und Hannibal Weitzmann (Köln) vertreten wurde. Weitzmann musste zuletzt zwar zurück an den Rhein, da sich dort deren Nummer eins verletzte, wird aber bis zu den Derbys wieder am Main erwartet, da die Haie einen neuen Keeper holen wollen. Da Proske zuletzt angeschlagen schien, gilt Weitzmann als Start-Goalie für das Wochenende.

Abwehr: Die Abwehr hat durch die Abgänge von Joel Keussen (Krefeld) und Matt Tomossoni (Bozen) das Konzept etwas ändern müssen. Beide hatten sehr offensiv als eine Art vierter Stürmer agierte. Tim Schüle (kam von der DEG) und Dominik Tiffels (Fishtown) interpretieren ihre Rolle eher klassisch, schalten sich dann temporär und damit unberechenbarer ein, lassen ihre jungen Keeper nicht im Stich.

Angriff: Wenn der Sturm der Löwen zur Attacke bläst, herrscht »Alarmstufe Rot« bei den Gegnern, was fünf erzielte Tore im Schnitt pro Partie dokumentieren. Da alle vier Importstellen für den Sturm vergeben wurden und jeder der Übersee-Boys über Scorer-Qualitäten verfügt, ist eine enorme individuelle Klasse vorhanden. Publikumsliebling Nils Liesegang erlebt seinen x-ten Frühling, die deutsche Fraktion um die Breitkreuz-Brüder ist nie um ein Tor verlegen, somit gehen drei Sturmreihen aufs Eis, die alle ein Spiel entscheiden können. Auch der vierte Block ist erwähnenswert, denn die jungen Haie-Leihgaben aus Köln sind mehr als nur Ergänzungsspieler, verschaffen ihren eigenen Kameraden die nötigen Verschnaufpausen, die der Gegner jedoch nicht hat, da besonders deren läuferisches Talent sehr ausgeprägt ist.

In Unterzahl fehlt das Tempo

Coaching: Auch im Coaching der Löwen herrscht Kontinuität, denn mit dem alten Fahrensmann Paul Gardner steht ein Trainer an der Bande, der nie die Ruhe verliert und stets kühlen Kopf bewahrt.

Schwächen: Sucht man nach Schwächen der Löwen Frankfurt findet man die am ehesten in der fehlenden höheren Geschwindigkeit einzelner Akteure. Lukas Laub (nun Düsseldorfer EG) und Richie Mueller (SC Riessersee) brachten enormes Tempo mit in die Partien, waren gesetzt im Unterzahlspiel und gefürchtet für ihre schnelle Gegenstöße. Diese Breaks fehlen aktuell fast gänzlich und animieren das angreifende Powerplay-Team zu deutlich mehr Risiken, da der Angstfaktor »Gegentor« etwas genommen wurde.

Fazit: Nur mit 110 Prozent Einsatz über 60 Minuten sind die Löwen zu besiegen, eine kompakte und aufmerksame Defensive vorausgesetzt, die sich gegen alle Reihen richtet.

Die nächsten Spiele

Fr19:30Freiburg-Bad Nauheim
Bietigheim - Crimmitschau
Kaufbeuren - Riessersee
Weißwasser - Dresden
Frankfurt - Kassel
Bad Tölz - Ravensburg
20:00Heilbronn - Bayreuth
So17:00Dresden -  Bietigheim
Crimmitschau - Freiburg
18:00Kassel - Bad Tölz
18:30Bad Nauheim - Frankfurt
Bayreuth - Weißwasser
Riessersee - Heilbronn

Tabelle

TeamSPkt
1Bietigheim1127
2Frankfurt1024
3Riessersee1021
4Kassel1018
5Dresden1017
6Bad Nauheim916
\n\t\t\t\n\t\t\t7\n\t\t\t\n\t\t\tCrimmischtau\n\t\t\t10\n\t\t\t16
8Bayreuth1013
9Kaufbeuren912
10Ravensburg1011
\n\t\t\t\n\t\t\t11\n\t\t\t\n\t\t\tWeißwasser\n\t\t\t9\n\t\t\t9
12Bad Tölz108
13Freiburg118
14   Heilbronn97

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