Eine »ziemlich große Sache«

  • Michael Nickolaus
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Und der Kanadier hat schon rasch von einer »ziemlich großen Sache« gehört. Vom Stellenwert der Derbys. »Ich bin ja noch nicht lange in Europa. Umso mehr freue ich mich auf das, was mich erwartet.« Heute (19.30 Uhr) ist der Kanadier mit den Roten Teufeln in Frankfurt zu Gast. Am Sonntag (familien-freundlich um 16.30 Uhr) können die Badestädter dann die Kassel Huskies, den amtierenden Meister der Deutschen Eishockey-Liga 2, im Colonel-Knight-Stadion begrüßen.

Und der Kanadier hat schon rasch von einer »ziemlich großen Sache« gehört. Vom Stellenwert der Derbys. »Ich bin ja noch nicht lange in Europa. Umso mehr freue ich mich auf das, was mich erwartet.« Heute (19.30 Uhr) ist der Kanadier mit den Roten Teufeln in Frankfurt zu Gast. Am Sonntag (familien-freundlich um 16.30 Uhr) können die Badestädter dann die Kassel Huskies, den amtierenden Meister der Deutschen Eishockey-Liga 2, im Colonel-Knight-Stadion begrüßen.

Das Personal-Puzzle: Mikko Rämö oder Jan Guryca? Ales Kranjc oder/und Joel Johansson, da Nick Dineen und Charlie Sarault quasi gesetzt sind? Welcher Kontingentspieler muss diesmal zuschauen? Wen verdrängt Steve Slaton in der Abwehr? Und welche Rolle spielt Niklas Mannes, der nach seiner Mandelentzündung wieder dabei ist? Petri Kujala, der Coach, lässt sich nicht in die Karten schauen. Nach dem Training am Donnerstagmittag wirkt der Finne angesichts der zahlreichen Optionen und den Eindrücken der Woche zufrieden. »Ja, defensiv haben wir einige taktische Varianten. Und ich denke, wie wir jetzt aufgestellt sind: Das kann sich so auch sehen lassen.

« Klar ist: Marius Erk wird wieder an den Kooperationspartner Essen ausgeliehen. Klar ist auch: Marcel Pfänder und Vitalij Aab stehen aufgrund von Knieverletzungen nicht zur Verfügung.

Ein Sechs-Punkte-Wochenende sei exakt das, was die Mannschaft gebraucht habe, sagt Kujala. »Aber jetzt müssen wir dort auch anknüpfen.« Trotz der Phase mit 13 Niederlagen aus 15 Spielen hält Bad Nauheim Kontakt zu Platz zehn. Trotz der jüngsten Resultate und dem Derby-Fluch der Löwen: »Frankfurt ist Tabellenzweiter, spielt zu Hause und ist favorisiert«, sagt Kujala. Allerdings: Beide Duelle der laufenden Saison hat Bad Nauheim für sich entschieden.

Kritik in Frankfurt: Das Summergame: verloren. Zehn Derbys in Serie: verloren. Das Sonderzugspiel in Bayreuth: verloren. Dazu wurde zuletzt der Sprung an die Tabellenspitze durch ein Ein-Punkt-Wochenende gegen die Kellerkinder Heilbronn und Crimmitschau verpasst! Warum patzten die Löwen bislang exakt dann, wenn es – aus Sicht der Zuschauer – darauf ankam? In Frankfurt ist in diesen Tagen eine gewisse Unruhe zu spüren; trotz Tabellenplatz zwei. »Natürlich haben wir die Derbybilanz im Hinterkopf und ein Stück weit Druck auf unserer Seite.

Damit müssen wir umgehen. Und mir gefällt, wie die Jungs im Training gearbeitet haben«, sagt Paul Gardner, der Coach der Löwen, die in diesem Jahr mit Hurra-Eishockey zweifellos für Entertainment sorgen. Keine andere Mannschaft hat bislang öfter getroffen (130 Tore), allerdings hat es auch bei keinem anderen Klub auf den vorderen acht Tabellenplätzen derart oft im eigenen Tor geklingelt (108 Gegentreffer). Das große Plus der Löwen: die individuelle Qualität. Spieler wie C. J. Stretch oder Richie Mueller können eine Partie alleine entscheiden. Die zuletzt fehlenden Lukas Laub und Dennis Reimer haben in dieser Woche wieder am regulären Trainingsbetrieb teilgenommen. Sie sollten im Kader stehen. Da mit Nick Mazzolini (Hüftoperation, noch ohne Spiel) in dieser Saison nicht mehr gerechnet wird, wollen die Löwen noch einen Stand-by-Kontingentspieler verpflichten.

Flaute in Kassel: Torlos gegen Bayreuth, torlos in Freiburg. Keine Tore, keine Punkte. »So ein Wochenende habe ich noch nicht oft erlebt«, sagt Rico Rossi, der Trainer der Kassel Huskies. In der Summe hat der Meister vier der letzten sechs Spiele verloren. Die Leichtigkeit fehlt, die Leistungsträger laufen ihrer Form hinterher. Sie ackern, bleiben aber uneffektiv. Die Kritik wächst. Man dürfe das Team aber nicht mit der Mannschaft des Vorjahres vergleichen, entgegnet Rossi. Elf Spieler hatten Kassel im Sommer verlassen. Im Gegenzug wurden mit Cory Mapes (Düsseldorf), Toni Ritter und Philipp Schlager (beide Schwenningen) allerdings auch Spieler aus der DEL verpflichtet. Zuletzt fehlte neben Michi Christ auch Manuel Klinge – auf dem Eis, wie in der Kabine. Ob der Ex-Nationalspieler, mit 14 Treffern der beste Huskies-Torschütze, am Wochenende auflaufen kann, ist noch offen.

Tickets: Der Kartenvorverkauf lässt heute eine ausverkaufte Eissporthalle am Ratsweg erwarten. Die Tageskassen sind aber geöffnet. Bis Mittwochabend waren 5000 Tickets abgesetzt worden. Die Löwen erwarten somit den 100 000-Heimspiel-Besucher in der laufenden Saison. Aus Bad Nauheim werden etwa 800 Fans nach Frankfurt fahren. Der Parkplatz vor der Halle am Ratsweg steht uneingeschränkt zur Verfügung. Für das Heimspiel gegen Kassel wurden bis gestern Abend rund 2500 Karten verkauft. Mit rund 3500 Zuschauern – auch abhängig vom heutigen Resultat – wird gerechnet.

Termine: DEL 2, heute: Frankfurt - Bad Nauheim, Bietigheim - Rosenheim, Dresden - Crimmitschau, Kassel - Riessersee, Kaufbeuren - Heilbronn, Freiburg - Bayreuth (alle 19.30 Uhr), Ravensburg - Lausitz (20 Uhr). - So.: Bad Nauheim - Kassel (16.30 Uhr), Rosenheim - Frankfurt, Riessersee - Ravensburg, Crimmitschau - Kaufbeuren, Lausitz - Freiburg, Heilbronn - Bietigheim (alle 17 Uhr), Bayreuth - Dresden (18.30 Uhr).

DNL 2, Sa: Bad Nauheim - Weißwasser (17.45 Uhr). - So.: Bad Nauheim - Weißwasser (12.15 Uhr).

Regionalliga West: Heute: Herford - Bad Nauheim (20.30 Uhr). - So.: Dortmund - Bad Nauheim (19 Uhr).

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