Nicht das einzige Mal höchste Not vor dem Tor von Bad Nauheims Torwart Felix Bick (2. v. r.): Während er und Verteidiger Mike Card (r.) bereits geschlagen sind, verhindert James Arniel ein weiteres Tor gegen den Kasseler Eric Valentin (l.). 
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Nicht das einzige Mal höchste Not vor dem Tor von Bad Nauheims Torwart Felix Bick (2. v. r.): Während er und Verteidiger Mike Card (r.) bereits geschlagen sind, verhindert James Arniel ein weiteres Tor gegen den Kasseler Eric Valentin (l.). 

EC Bad Nauheim

Eine historische Demütigung: EC Bad Nauheim verliert Derby gegen Kassel Huskies mit 0:8

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Ein rabenschwarter Tag für den EC Bad Nauheim: Im Derby gegen DEL2-Tabellenführer Kassel Huskies steht es am Ende 0:8 - die zweite hohe Niederlage für die "Roten Teufel" in Serie.

Wenn in der zweiten Drittelpause schon über die Höhe der Derby-Niederlage diskutiert wird, dann war es ein rabenschwarzer Tag: Der EC Bad Nauheim hat am Montagabend das hessische Duell gegen DEL2-Tabellenführer Kassel Huskies mit 0:8 verloren - und kassierte damit eine wohl historische Niederlage. Diese war gleich in mehrfacher Hinsicht noch bitter, da damit einerseits die bislang makellose Heimserie der "Roten Teufel" riss und andererseits das Comeback von Freddy Cabana, der gegen Ende des zweiten Drittels erneut verletzt rausmusste, gründlich misslang.

EC Bad Nauheim: Förderlizenzspieler Sandro Mayr bester Spieler der "Roten Teufel"

"Kassel hat heute sehr gutes und vor allem schnelles Hockey gespielt, aber auch defensiv gut gestanden. Sie waren immer gefährlich", lautete das Fazit von EC-Coach Hannu Järvenpää, der auf der Pressekonferenz nach der Partie versprach: "Es sind harte Zeiten, aber wir haben ein gutes Team und werden zurückkommen."

Bester Mann beim 0:8 im Trikot des EC Bad Nauheim: Der 17-jährige Sandro Mayr (vorn) - hier im Duell mit Alexander Bojarin (Kassel Huskies). 

Symptomatisch für ein Spiel, in dem die Gäste aus Nordhessen zeigten, dass sie nach ihrem siebten Sieg in Serie nicht umsonst an der Spitze der Liga stehen, war die Tatsache, dass ausgerechnet der junge Kölner Förderlizenzspieler Sandro Mayr zum besten Spieler aufseiten der Gastgeber gewählt wurde - und das zu Recht. Auf der Gegenseite bekam Leon Hungerecker, Nummer zwei im Kasten von Trainer Tim Kehler, nach seinem Shootout diesen Titel verliehen.

EC Bad Nauheim: Nach zwei Dritteln haben die Kassel Huskies längst alles klargemacht

Schmidt in Quarantäne

Nun hat es auch die "Roten Teufel" erwischt: Verteidiger Tomas Schmidt wurde positiv auf das SarsCoV 2-Virus getestet. Der Deutsch-Tscheche meldete sich nach der weihnachtlichen Trainingspause am vergangenen Freitag mit leichten Corona-Symptomen. Daraufhin wurden zwei Schnelltests durchgeführt – beide positiv –, Schmidt befindet sich seitdem in Quarantäne. Aufgrund der Pause wurden die anderen Spieler des EC Bad Nauheim von den örtlichen Behörden nicht als Erstkontakt eingestuft. Alle in der Folge bei Spielern, Trainer und Betreuer durchgeführten Tests waren negativ.

Die Partie der Hausherren, die vor allem in der Fremde bereits dreimal deutlich unter die Räder gekommen waren, hätte schlechter nicht starten können: Nach 26 Sekunden saß Stefan Reiter erstmals auf der Strafbank. Und auch wenn die personell weiter dezimierte EC-Hintermannschaft, in der Kapitän Marc El-Sayed den Corona-infizierten Tomas Schmidt (siehe Kasten) vertreten musste, diese erste Unterzahl unbeschadet überstand, wurden ihr ihre Grenzen schnell aufgezeigt: Philippe Cornet traf in seinem erst zweiten Spiel für die Schlittenhunde gleich doppelt (5., 12.), Troy Rutkowski erhöhte auf 3:0 (13.), nachdem beide jedes Mal frei im Slot angespielt worden waren.

Die ersten guten Minuten zu Beginn des zweiten Drittels, in denen die "Teufel" ihren Gästen läuferisch und kämpferisch etwas mehr Paroli boten, ohne selbst zu vielen guten Chancen zu kommen, verpufften, als Lukas Laub per Konter zum 4:0 traf (29.). Clarke Breitkreutz im Nachsetzen (34.), Lois Spitzner im Powerplay nach einer Bankstrafe wegen eines Wechselfehlers (36.) sowie Oliver Granz bei seinem Comeback nach Verletzungspause (39.) machten spätestens zur zweiten Pause bereits den Deckel drauf.

EC Bad Nauheim: Torhüter Felix Bick bleibt nach 40 Minuten auf der Bank

Immerhin blieb den Hausherren ein zweistelliges Ergebnis erspart, auch weil der zum Schlussabschnitt für den glücklosen Felix Bick eingewechselte Förderlizenzkeeper Philipp Maurer dank einiger guter Paraden erst in der letzten Spielminute - Paul Kranz traf zum 8:0 - hinter sich greifen musste.

"Es ist heute gut gelaufen für uns. Wir wollten eine Führung und haben sie bekommen, hatten dann auch das Scheibenglück sowie in Leon Hungerecker einen super Torwart", sagte Huskies-Trainer Kehler - und fügte an: "Ich bin natürlich hochzufrieden."

EC Bad Nauheim: Die 0:8-Derbyniederlage gegen die Kassel Huskies auf einen Blick

EC Bad Nauheim: Bick (1. - 40.) Maurer (ab 41.)- Ketter, Richardson, El-Sayed, Card, Reinig, Mayr - Reiter, Tessier, Cabana, Hohmann, Pauli, Arniel, Körner, Ratmann, Cornett, Köhler, Üffing, Bettahar.

Kassel Huskies: Hungerecker - Keussen, Tramm, Sheyvrin, Müller, Dinger, Rutkowski - Cornet, Trivino, Laub, Cameron, Spitzner, Moser, Granz, Valentin, Breitkreuz, Kranz, Schmidpeter, Bojarin.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Gavrilas/Klein. - Zuschauer: keine. - Strafen: 8 / 6 Minuten. - Tore: 0:1 (5.) Cornet (Rutkowski, Laub), 0:2 (12.) Cornet (Moser, Laub), 0:3 (13.) Rutkowski (Spitzner), 0:4 (29.) Laub (Valentin), 0:5 (34.) Breitkreuz (Shevyrin, Spitzner), 0:6 (38.) Spitzner (Laub, Moser - 5:4), 0:7 (39.) Granz (Cornet, Valentin), 0:8 (60.) Kranz.

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