Ordentlich Betrieb vor dem Kasten von Gerald Kuhn (Kassel Huskies), der sich hier - unterstützt von seinem Verteidiger Dominik Tiffels - dem Bad Nauheimer Stürmer Andreas Pauli erfolgreich erwehrt.
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Ordentlich Betrieb vor dem Kasten von Gerald Kuhn (Kassel Huskies), der sich hier - unterstützt von seinem Verteidiger Dominik Tiffels - dem Bad Nauheimer Stürmer Andreas Pauli erfolgreich erwehrt.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Youngster Julian Chrobot wird in Kassel zum Derby-Helden

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Der EC Bad Nauheim das Hessen-Derby bei den Kassel Huskies am Sonntagabend mit 4:3 nach Verlängerung gewonnen - dank Youngster Julian Chrobot.

Gut angefangen, etwas nachgelassen und auf den letzten Metern noch einmal alles rausgehauen: Der EC Bad Nauheim hat sich am Sonntagabend für eine lauf- und kampfstarke Leistung mit einem 4:3-Sieg nach Verlängerung bei den Kassel Huskies belohnt. Der Held im hessischen Derby war Julian Chrobot: Der Förderlizenzspieler der Kölner Haie traf doppelt - und markierte dabei auch seine ersten beiden Prof-Treffer. Jamie Arniel hatte die "Roten Teufel" früh in Führung gebracht, Kelsey Tessier das Team mit einem Treffer 31,4 Sekunden vor Schluss erst in die Overtime gerettet, in der Chrobot die Truppe von Coach Hannu Järvenpää jubeln ließ.

EC Bad Nauheim: Chrobot bekommt Sonderlob von Trainer Hannu Järvenpää

"Normalerweise lobe ich keine einzelnen Spieler, aber ich muss heute Julian Chrobot für seine Leistung und seine ersten beiden DEL 2-Tore danken", sagte der ECN-Coach hinterher. "Aber ich danke auch dem gesamten Team für seinen Einsatz. Das war heute ein sehr gutes, aber auch hartes Spiel von beiden Mannschaften."

Mit vollem Einsatz: Bad Nauheims Stefan Reiter wirft sich ins Kasseler Getümmel um (v. l.) Michael Christ, Derek Dinger und Torhüter Gerald Kuhn. 

Die Bad Nauheimer legten in den ersten beiden Dritteln wie die Feuerwehr los: Arniel nach exakt 60 Sekunden auf Pass des erneut starken Cason Hohmann und Chrobot nach 1:07 Minuten im zweiten Drittel sorgten für die zweifache Führung, die die Kasseler nach jeweils einigen Schockminuten aber durch die Kölner DEL-Leihgabe Marcel Müller egalisierten (14., 28.). "Wir hatten eigentlich eine gute Struktur und eine gute Moral, aber mir hat nicht gefallen, wie wir verteidigt haben. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, das Team zu werden, was wir sein können und wollen", sagte Huskies-Trainer Tim Kehler hinterher.

Besonders bitter für die Nauheimer: Nur Sekunden vor dem 2:2 hatte Stefan Reiters vermeintliches 3:1 nicht gezählt, da Christoph Körner - beinahe handlungsunfähig zwischen Huskies-Keeper Gerald Kuhn und Verteidiger Derek Dinger eingeklemmt - im Torraumabseits gestanden hatte. Die Referees gaben das 3:1 nach Videobeweis nicht, das 2:2, bei dem Simon Gnyp den Schuss von Marcel Müller im Fallen an Bick vorbei ins Tor bugsiert hatte, nach Ansicht der TV-Bilder aber. Die "Krönung" eines aus Gästesicht wirklich unglücklichen Drittels war dann noch der 2:3-Rückstand im Kasseler Fünf-gegen-Drei durch einen wuchtigen Schuss von Troy Rutkowski (36.).

Julian Chrobot: Darum hat Andreas Pauli sein Premieren-Tor besonders gemacht

Das war ein Nackenschlag, waren die ersten 40 Minuten doch sehr ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten gewesen, wobei sich Kuhn und auch Bad Nauheims Torhüter Felix Bick gleich mehrfach hatten auszeichnen können. Entsprechend angefressen war EC-Stürmer Andreas Pauli auch in der zweiten Pause, als er bei Sprade TV "Vollgas zum Tor" forderte, um die "Scheiß-Scheibe endlich reinzuhauen".

Ausgerechnet im Schlussabschnitt, als die Hausherren Puck und Gegner im Griff zu haben schienen, schaffte Bad Nauheim auf den letzten Drücker den nicht mehr für möglich gehaltenen 3:3-Ausgleich: Nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Bick zog EC-Kapitän Marc El-Sayed clever ein Foul von Ryan Olsen, der daraufhin ebenfalls auf die Strafbank musste. Die anschließenden 1:55 Minuten im Vier-gegen-Vier spielten die Gäste ohne Keeper und mit fünftem Feldspieler, doch das Tor von Tessier auf Arniel-Pass fiel erst in dem Moment, als beide Teams wieder komplett waren. In der anschließenden Verlängerung sorgte Youngster Chrobot bei einem Konter nach starker Puckeroberung von Reiter für den Auswärtssieg der Wetterauer.

EC Bad Nauheim: Der Derbysieg der Roten Teufel bei den Kassel Huskies auf einen Blick

Kassel Huskies: Kuhn - Tiffels, Tramm, Moritz Müller, Rutkowski, Marco Müller, Dinger - Cameron, Marcel Müller, Trivino, Moser, Breitkreuz, Olsen, Spitzner, Granz, Laub, Christ, Valentin, Kranz.

EC Bad Nauheim: Bick - Richardson, Glötzl, Sennhenn, Schmidt, Reining, Ketter, Gnyp - Hohmann, Pauli, Arniel, Reiter, Tessier, Cabana, Körner, Chrobot, El-Sayed, Üffing, Köhler, Cornett.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Steingross/Jannsen. - Zuschauer: keine. - Strafen: 8 / 8 Minuten. - Tore: 0:1 (1.) Arniel (Hohmann, Richardson), 1:1 (14.) Marcel Müller (Trivino, Moritz Müller), 1:2 (22.) Chrobot (Schmidt, Pauli), 2:2 (28.) Marcel Müller (Cameron, Trivino), 3:2 (16.) Rutkowskiy (Moser, Olsen), 3:3 (60.) Tessier (Arniel, Schmidt - 6:5), 3:4 (62.) Chrobot (Reiter).

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