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Kein Durchkommen: Die Kassel Huskies (in Unterzahl) erlauben den Roten Teufel keine klare Torchance. Hier schlenzt Kevin Schmidt die Scheibe zum Tor, wo Mick Köhler und Taylor Vause (verdeckt, mit Goldhelm) lauern.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Wer im Derby nicht zu sehen war und wer aus Köln kommt

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Fehlende Gradlinigkeit beklagt Trainer Harry Lange nach der Niederlage des EC Bad Nauheim. Zwei Spieler hatten ein schwarzes Wochenende - und in dieser Woche kommt Besuch aus Köln.

Ein Tor. Nur ein einziger Treffer hat in den vier Hauptrunden-Spielen des EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 bislang jeweils den Unterschied ausgemacht (die Empty-Net-Entscheidung im Derby außen vor gelassen) - ein schmaler Grat. »Die Liga ist brutal eng«, beschreibt Harry Lange, der Trainer, seine Eindrücke aus den ersten beiden Wochenenden. Dem Auswärtssieg am Freitag in Bayreuth nach taktisch guter Defensivleistung (2:1) ist die Heim-Niederlage gegen Kassel (1:3) gefolgt; zu viel hatte Bad Nauheim an Möglichkeiten liegen lassen.

Man habe den Preis dafür gezahlt, manche Dinge nicht gemacht zu haben, sagt Lange im Rückblick. Die Entschlossenheit, die Gradlinigkeit, die Gier nach dem Treffer hatten seiner Mannschaft im hessischen Duell mit den zuvor dreimal geschlagenen Kassel Huskies gefehlt. Zu einfach war es Gäste-Torwart Jerry Kuhn und seinen Vorderleuten gemacht worden. Exemplarisch seien die Break-Chancen im Schlussabschnitt genannt, die umständlich und schlampig ausgespielt worden waren. »Da muss ich das Ding eben auch mal reinhausen wollen«, fordert der Coach Zug zum Tor.

Trotz toller Kulisse - mit 3000 Zuschauern war das Stadion »ausverkauft« - wollte erst in der Schlussphase Derby-Stimmung aufkommen. Vielleicht hatte es einfach zu lange, nämlich bis zur 47. Minute, gedauert, ehe bei den Gastgebern der Knoten geplatzt war. Tristan Keck erzielte seinen vierten Treffer. Die Reihe mit Mick Köhler, Stefan Reiter und Fabian Herrmann wirkte obendrein auffälliger, als dies zu erwarten war.

Blass blieben am Wochenende zwei er vier Kontigentspieler, von jenen Profis also, die den Unterschied ausmachen sollen - und an deren Seite war auch von Kapitän Tobias Wörle wenig zu sehen. In Bayreuth hatten zwei Hinausstellungen gegen Jerry Pollastrone (insgesamt sieben Unterzahl-Minuten) die Partie beinahe zum kippen gebracht, und zu Hause fehlte Jordan Hickmott (ein Punkt in vier Spielen) auffällig jede Bindung zum Spiel. Die beiden Nordamerikaner wirken diesmal glücklos in ihren Aktionen, standen gegen Kassel bei allen drei Gegentreffern auf dem Eis und tauchen teamintern in der Plus-/Minus-Statistik aktuell ganz hinten auf.

Bleibt Dobryskin?

In dieser Woche wird sich die Zukunft von Nikonoar Dobryskin entschieden. Drei der vier im Tryout-Vertrag vereinbarten Partien hat der 21-Jährige bestritten; wenngleich auf Grund es Spielverlaufs auch immer wieder nur sporadisch eingesetzt. Das grundsätzliche Interesse an einer Weiterverpflichtung hat der Trainer bereits geäußert, zumal der DEL-erfahrene Neuzugang Patrick Seifert, im Sommer an den Adduktoren operiert, frühestens in der zweiten November-Hälfte, nach dem spielfreien DEL2-Wochenende, zur Verfügung stehen wird.

Der Herbst-Ferien sei Dank erhalten die Roten Teufel in dieser Woche Trainings-Gäste aus Köln. Verteidiger Sandro Mayr sowie die Stürmer Michael Bartuli und Justin van der Ven aus der U20-Mannschaft von DEL-Kooperationspartner aus dem Rheinland werden in Bad Nauheim mittrainieren.

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