Jamie Arniel, Cason Hohmann und Andreas Pauli (von links) haben sämtliche sechs Treffer in den vergangenen drei Spielen erzielt. Rechts: Maxi Glötzl.
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Die Offensiv-Lebensversicherung des EC Bad Nauheim: Jamie Arniel, Cason Hohmann und Andreas Pauli (von links) haben sämtliche sechs Treffer in den vergangenen drei Spielen erzielt. Rechts: Maxi Glötzl.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Viele Fragezeichen nach Vier-Punkte-Wochenende

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Ein Zwischenstop oder eine Wende? Der EC Bad Nauheim hat sich im Gerangel um die Playoff-Positionen zu Wort gemeldet - und viele Fragen offen gelassen.

Torschütze Jamie Arniel. Zuspiel Cason Hohmann. Oder eben umgekehrt. Das Import-Duo der Roten Teufel hält - was die Offensive angeht - die Playoff-Hoffnungen quasi im Alleingang am Leben. Neun der 13 Treffer in den vergangenen sechs Spielen haben die beiden Nordamerikaner, die gemeinsam mit Andreas Pauli die Top-Reihe bilden, erzielt. US-Boy Hohmann war allein an allen fünf Wochenend-Toren des EC Bad Nauheim beteiligt; ein Wert, der aktuell seinesgleichen sucht.

EC Bad Nauheim vom Eishockey-Gott auf die „leuchtende Seite“ geschickt

Mit einem Vier-Punkte-Wochenende (3:4 n.V in Dresden/2:1 gegen Landshut) haben sich die Hessen nach dem in allen Belangen enttäuschenden Derby am Vorwochen-Dienstag in Frankfurt rehabilitieren, die Talfahrt stoppen und sich im Gerangel um die Playoff-Positionen (vorübergehend?) zurückmelden können. »Die Bereitschaft war da, und die Körpersprache hat gestimmt. Aber: Wie nach einer Niederlage nicht alles schlecht ist, gibt’s jetzt auch keinen Anlass überschwänglich zu werden«, sagt Matthias Baldys, der Sportliche Leiter des Eishockey-Zweitligisten aus der Wetterau am Montag.

»Oft genug hat uns der Eishockey-Gott in dieser Saison schon auf der dunklen Seite geschickt. Diesmal stehen wir auf der leuchtenden Seite«, sagt Hannu Järvenpää mit Blick auf die turbulente Schlussminute im Heimspiel, auf den DEL 2-Krisen-Gipfel. Zweimal - und das teils minutenlang - sahen sich am Sonntag die Unparteiischen Carsten Lenhart und Michael Klein die strittigen Szenen vor dem Tor von Felix Bick auf Video an; und entschieden in beiden Fällen zu Gunsten von Bad Nauheim.

EC Bad Nauheim: Zwischenstopp im Abwärtstrend oder Wende im Playoff-Kampf?

Die Hessen haben nun in drei der letzten vier Spiele gepunktet. Eine Einschätzung, ob damit nach Ergebniskrise die Wende tatsächlich vollzogen wurde, erscheint aber gewagt. Denn: Landshut wirkte - wie schon am Vor-Sonntag Bayreuth (4:1-Erfolg für Bad Nauheim) - mental mindestens gleichermaßen angeschlagen und fahrig in seinen Aktionen, konnte - anders als ein Top-Team eben - die Vorlagen, die Bad Nauheim in Form von Fehlpässen, Unkonzentriertheiten oder auch Hinausstellungen lieferte, nicht nutzen.

Am Freitag in Dresden war den Roten Teufeln ein Zwei-Tore-Vorsprung aus den Händen geglitten, am Sonntag zeichnete sich mit zunehmender Spielzeit im »Eisschrank Colonel-Knight-Stadion« ein ähnliches Bild ab. In der offiziellen Statistik stehen 0:22 Torschüsse in den letzten 20 Minuten; wen’s wundert’s aber angesichts der Ausfälle?

EC Bad Nauheim: Viele personelle Fragezeichen vor dem Spiel in Bad Tölz am Donnerstag

Mit Freddy Cabana/Stefan Reiter sowie Christoph Körner, Marc El-Sayed (Saison-Aus) fehlten Hannu Järvenpää ja gleich zwei Drittel der Sturmreihen zwei und drei, was natürlich auch erneute Umstellungen in den Über- und Unterzahl-Formationen nach sich zog. Ob Cabana, Reiter und Körner am Donnerstag in Bad Tölz wieder zur Verfügung stehen oder möglicherweise auch am Wochenende ausfallen, ist am trainingsfreien Montag offen; ebenso der Arbeitsplatz von Mick Köhler, den Kooperationspartner Köln (anstelle von Julian Chrobot) geschickt hatte und der insbesondere dem Spiel von Kelsey Tessier gut tat. Köhler behauptete die Scheibe, beruhigte das Spiel und gab Tessier Sicherheit. Der Kanadier - herausragend in der Vorbereitung - arbeitet aktuell hingegen mehr und mehr an einem Chancentod-Image. Einen Treffer (ins leere Tor im übrigen) erzielte 30-jährige Center in den vergangenen zehn Spielen, scheitert in nahezu jeder Partie in einer Eins-gegen-eins-Situation vor dem gegnerischen Tor.

Leon Köhler blieb am Wochenende beim Oberligisten Limburg. Dort ersetzt er den verletzten Nils Hildebrand, bekommt viel Eiszeit. »Für das vergangene Wochenende hatten wir uns so entschieden. Jetzt warten wie ab, wie sich die Situation vor den nächsten Spielen darstellt«, sagt Baldys.

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