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Vor Felix Bick ging’s zeitweise drunter und drüber. Hier scheitert Roope Ranta (Nr. 88).

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Verrücktes Torfestival mit zwei Punkten und einem Verletzten

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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So ein Spiel - verrückt und turbulent - hatte es im Colonel-Knight-Stadion lange nicht gegeben! Bad Nauheim gewann gegen Dresden nach Penaltyschießen und zahlte womöglich einen hohen Preis.

Das war kurios und verrückt. Das war unterhaltsam und abwechslungsreich. Und das war ein Alptraum für jeden Trainer. Der EC Bad Nauheim hat am Donnerstagabend in der Deutschen Eishockey-Liga 2 nach einem Fehler-Festival gegen die Dresdner Eislöwen mit 8:7 (3:1, 1:3, 3:3/1:0) nach Penaltyschießen gewonnen.

Dreifache Torschützen der Roten Teufel waren Frederik Cabana und Jamie Arniel. Der Top-Torjäger - zuletzt in acht Partien glücklos geblieben - verwandelte dabei den entscheidenden Penalty. Zudem konnten sich Cason Hohmann und Leon Köhler in die Torschützenliste eintragen. Für das Eigengewächs der Hessen war’s der erste DEL2-Treffer überhaupt.

Bitter: Stefan Reiter schied in der 35. Minute nach einem Stockschlag von Nick Huard auf den Unterarm etwas abseits vom Spielgeschehens aus und wurde zum Röntgen ins Hochwaldkrankenhaus gebracht.

»Wenn sieben Auswärtstore nicht reichen, dann stimmt etwas in der Defensive nicht. Das tut weh, und macht es schwer, Worte zu finden«, sagte Eislöwen-Coach Andreas Brockmann. Harry Lange, der Trainer der Hessen, sah im ersten Abschnitt »einen Dreier in Reichweite, dann war Dresden besser. Unsere Defensive - das war Wahnsinn. Wir haben uns viel zu viele leichte Fehler erlaubt. Aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt, hat Moral beweisen und ist immer wieder zurückgekommen«, resümierte der Coach.

Die Roten Teufel waren in gleicher Besetzung wie im Heimspiel 48 Stunden zuvor angetreten. Ohne weitere Unterstützung von Kooperationspartner Köln und ohne Verteidiger Mark Richardson, dafür wieder mit Stürmer David Aslin auf der Kontingentposition. Erstaunlich: Der nachverpflichtete Schwede blieb beim munteren Toreschießen gänzlich ohne Scorerpunkt.

Zum achten Mal in Serie musste Bad Nauheim einem Rückstand hinterherlaufen, hatte nach dem Ausgleich (6.) dann bei eigener Überzahl gleich zweimal großes Glück, um schließlich durch einen Doppelschlag (elf Sekunden) mit einer 3:1-Führung in die Drittelpause zu gehen. Zu erklären oder rechtfertigen war das Resultat in einem von beiden Seiten äußerst fehlerbehafteten Spiel nicht.

Die Gäste glichen im zweiten Durchgang aus (3:3/32.), Hohmann traf spektakulär zum 4:3, und nach dem erneuten Ausgleich gings’s zum weiten Mal in die Kabine.

Sechs Treffer - überwiegend Geschenke - verteilten sich über den Schlussabschnitt, wobei diesmal Bad Nauheim zweimal einem Rückstand hinterherlief und vier Minuten vor Schluss die Verlängerung erzwingen konnte.

EC Bad Nauheim: Bick - Sekesi, Glötzl, Ketter, Schmidt, Reinig, Korus - Hohmann, Tessier, Körner, Aslin, Arniel, Cabana, Cornett, Reiter, Bettahar, Leon Köhler.

Dresdner Eislöwen: Vieregge - Dotzler, Flade, Lavallee, Uplegger, Supis, Riedl - Ranta, Ritter, Knackstedt, Filin, Huard, Swinnen, Kiss, Rupprich, Kramer, Mrazek, Trattner.

Tore: 0:1 (5.) Supis (Ranta, Knackstedt), 1:1 (6.) Cabana (Ketter, Arniel), 2:1 (19.) Arniel (Hohmann - 5-4), 3:1 (19.) Köhler (Ketter, Glötzl), 3:2 (30.) Knackstedt (Ritter, Ranta), 3:3 (32.) Ranta (Huard, Ritter - 5-4), 4:3 (33.) Hohmann (Körner, Sekesi), 4:4 (34.) Swinnen, 5:4 (43.) Arniel (Hohmann, Körner), 5:5 (45.) Ritter (Ranta, Knackstedt), 5:6 (48.) Huard (Kiss, Filin), 6:6 (50.) Cabana (Tessier), 6:7 (51.) Ritter (Knackstedt), 7:7 (56.) Cabana (Sekesi, Tessier), 8:7 Penalty Arniel - SR: Gavrilas/Lenhart. - Strafen: 4 / 8.

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