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Kampf um jeden Zentimeter: Beim Bully stehen sich Zach Hamill (links) vom EC Bad Nauheim und dessen Vorjahres-Teamkollege Maximilian Brandl (EV Landshut) gegenüber.

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EC Bad Nauheim: Wie Trainer Christof Kreutzer die Roten Teufel in die Spur gebracht hat

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Der EC Bad Nauheim hat die Gegentorflut eingedämmt und acht der letzten neun Spiele gewonnen. Trainer Christof Kreutzer erklärt, wie er die Roten Teufel wieder in die Spur gebracht hat.

Ist das wirklich wahr? Oder ist’s doch nur ein Traum? Der EC Bad Nauheim steht in der Deutschen Eishockey-Liga 2 so gut da wie seit dem Wiederaufstieg 2013 noch nie zu diesem Zeitpunkt der Saison. Auf Platz zwei! "Die Jungs sind willig, setzen Dinge immer besser um und finden mehr und mehr Vertrauen", sagt Christof Kreutzer, der Trainer. Nach dem 1:7 gegen Heilbronn (11. Oktober) hat der Ex-DEL-Coach ganz offenbar die richtigen Knöpfe gedrückt. Acht der folgenden neun Partien haben die Roten Teufel gewonnen. Enttäuschend bleibt die Zuschauerzahl, die die momentane sportliche Entwicklung nicht widerspiegelt. 2160 Fans kamen gegen den EV Landshut - an diesem DEL2-Sonntag Minuskulisse.

EC Bad Nauheim: Vorteile in tief besetztem Kader und in Nervenstärke trotz vieler junger Spieler

In den Fokus rückte Kyle Gibbons. Den US-Amerikaner hatte man im Grunde die gesamte Partie über nicht gesehen. Zweimal bewies der 28-Jährige aber seine Kaltschnäuzigkeit, schnürte den Doppelpack zum 2:1-Erfolg. "Wir haben großartige Jungs in der Kabine. Die Coaches haben uns hervorragend eingestellt", sagt Gibbons, nachdem die Mannschaft mit einem Sechs-Punkte-Wochenende (am Freitag 3:2 in Bayreuth) nahtlos an die Erfolge vor der Länderspielpause angeknüpft hatte.

Auffallend: Elf der insgesamt 13 Siege wurden mit maximal zwei Treffern Unterschied gewonnen. Das basiert einerseits auf einem tief besetzen Kader ohne nennenswerten Qualitätsverlust, was auch in der Schlussphase das sehr laufintensive Spiel zulässt und die Optionen gibt, ein Spiel zu drehen oder den Vorsprung zu halten. Andererseits spricht es für die Nervenstärke der noch jungen Mannschaft. "Diese Fähigkeit braucht man in dieser ausgeglichenen Liga. Und glücklicherweise bringen wir diese momentan aufs Eis", sagt Kreutzer.

EC Bad Nauheim: Vor allem die Defensivarbeit wurde zuletzt deutlich verbessert

Der Rheinländer bleibt in den Tagen des Höhenflugs Realist. Ein Null-Punkte-Wochenende könne den EC Bad Nauheim schließlich um gleich mehrere Positionen zurückwerfen. "Ziel ist unverändert die Playoff-Qualifikation in bestmöglicher Position. Wir müssen unsere Erfolge nun bestätigen, sonst kann es ganz schnell anders herum laufen."

Insbesondere in der Defensivarbeit haben sich die Roten Teufel zuletzt deutlich verbessert. Nur 17 Gegentreffer haben die Wetterauer in den letzten neun Partien kassiert. Demgegenüber stehen 39 Gegentore in den ersten neun Begegnungen. Die Verpflichtung von Mike Card ist hier gewiss ein bedeutender Faktor, auch taktisch hatte Kreutzer auf die anfängliche Gegentorflut reagiert. "Wir sind insgesamt gefestigter. Das Unterzahlspiel funktioniert besser." All das sei ein Reifeprozess. Und natürlich profitierte man von der personellen Unterstützung von Kooperationspartner Köln, denen zugleich in Bad Nauheim auch in engen Situationen das Vertrauen geschenkt wird.

EC Bad Nauheim: Weiter Spannung in Sachen Torhüterfrage und dem Comeback von Cody Sylvester

Vor dem Wochenende mussten die Roten Teufel dann doch einmal improvisieren. Es fehlte ein zweiter Torwart. Pierluigi Capo, der Torwart aus dem eigenen Nachwuchs, der eigentlich für diesen "Notfall" als Nummer vier vorgesehen war, stand allerdings nicht zur Verfügung, sodass wie im Vorjahr David-Lee Paton noch einmal reaktiviert wurde. Der 34-Jährige steht dienstags abends im Tor der "Traditionsmannschaft", in der neben Kreutzer unter anderem auch Matthias Baldys, der Sportliche Leiter, mitmischt. "Ich werde den Jungs wohl mal ne Kiste Bier hinstellen, dass sie unseren Torwart in Form halten", scherzte Kreutzer am Montag. Ob sich mit Blick auf das Topspiel am Freitag bei Spitzenreiter Kassel Huskies die personelle Lage auf der Keeperposition entschärft, ob Förderlizenzler Mick Köhler vielleicht noch einmal aus Köln zurückkehrt oder Cody Sylvester nach seiner Verletzung den Konkurrenzkampf auf den Kontingentspielerpositionen annimmt und sich für ein Comeback aufdrängt, ist aktuell noch offen.

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