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Wer holt das Bully? Kelsey Tessier vom EC Bad Nauheim steht hier Scott Allen von den Wölfen Freiburg gegenüber.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: 0,4 Sekunden fehlen zum Punkt

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Das gibt’s doch gar nicht! Der EC Bad Nauheim kommt in Freiburg nach einem Drei-Tore-Rückstand ins Spiel und kassiert 0,4 Sekunden vor dem Ende den Treffer zum 4:5-Endstand.

Das gibt’s doch gar nicht! 0,4 Sekunden haben dem EC Bad Nauheim am Montagabend in Freiburg zum Punktgewinn gefehlt. Nur 0,4 Sekunden! Wie Stehaufmännchen waren die Roten Teufel nach einem Drei-Tore-Rückstand noch einmal zurückgekommen, hatten selbst das vierte Gegentor ausgeglichen, das Remis aber nicht in die Verlängerung retten können. Mit 4:5 (0:1, 1:2, 3:2) unterlag das Schlusslicht der Deutschen Eishockey-Liga 2 beim Tabellendritten.

Frederik Cabana (2), Christoph Körner und Stefan Reiter trafen für die Gäste aus der Wetterau, die überwiegend mit fünf Verteidigern und im Schlussdrittel fast durchgehend mit nur sechs Stürmern agiert haben.

»Die Mannschaft hat Moral bewiesen und ist zurückgekommen. Was zum Schluss passiert ist: Da fehlen mir die Worte«, sagte Harry Lange, Trainer der Roten Teufel.

Seine Mannschaft hatte sich durch fehlende Effizienz im Powerplay, zwei Gegentore bei eigener Unterzahl und wieder einmal einen individuellen Fehler selbst um den Lohn gebracht.

Seine Einstand bei den Roten Teufeln gab Leo Korus aus der U20-Mannschaft von Kooperationspartner Köln. Er bekam in der Verteidigung erste Eiszeiten im Profi-Spielbetrieb.

Bad Nauheim begann vielversprechend. Allein im ersten Abschnitt wurden 15 Torschüsse notiert; so viele wie schon lange nicht mehr nach den ersten 20 Minuten. Und insbesondere in der Anfangsphase hatten die Hessen Tormöglichkeiten der gehobenen Qualität. Da war Körner alleine vor Ben Meisner aufgetaucht (3.), da scheiterte Cabana nach einem Konter (8.), und da versuchte es Kelsey Tessier aus dem Slot (10.). Wenig später lagen die Roten Teufel aber im Rückstand. Wieder einmal war’s ein individueller Fehler, der das Gegentor eingeleitet hatte. Chad Bassen war Nutznießer (10.). Bad Nauheim steckte den Treffer gut weg, konnte aber zwei Überzahl-Situationen drittel-übergreifend nicht nutzen. Das Powerplay war zu statisch, um die Wölfe-Defensive aus der Position zu bringen.

Anschauungsunterricht gab’s diesbezüglich seitens der Gastgeber im zweiten Durchgang. Einmal dauerte es nur 17 Sekunden, bis Georgi Saakyan die Gelegenheit nutzte, als Gäste-Torwart Felix Bick die Sicht genommen war (24). Fünf Minuten später wurde Nikolas Linsenmaier einfach nicht attackiert und schloss kaltschnäuzig zum 3:0 für den EHC ab (29.) Das hatte doch erstmal Wirkung hinterlassen. Freiburg hatte die Partie nun unter Kontrolle, hätte durch Nick Pageau (32.), Christian Billich (35.) noch nachlegen können. Etwas überraschend verkürzte Cabana auf 1:3 (39.).

Richtig turbulent wurde es im Schlussabschnitt: Binnen 63 Sekunden war Bad Nauheim wie aus dem Nichts wieder ins Spiel gekommen, hatte durch Körner und Reiter ausgeglichen (42./43.). Lange setzte ausschließlich auf seine beiden Topreihen, die Meter und Meter abspulten. Selbst das vierte Gegentor durch Saakyan (54.) wurde weggesteckt, und vier Minuten vor Schluss bot sich erneut eine Powerplay-Situation, die nicht genutzt wurde. 31 Sekunden vor der Sirene ließ Cabana die Gäste jubeln - 4:4. Das bittere Ende kam durch das nächste Bassen-Tor in der Schlusssekunde.

EHC Freiburg: Meisner - Pageau, Spornberger, Brückmann, Kurz, Kaisler, Neher - Billich, Hult, Allen, Saakyan, Spiro, Bassen, Danner, Lindenmaier, Wittfoth, Tschwanow, Trinkberger, Rausch.

EC Bad Nauheim: Bick - Sekesi, Richardson, Ketter, Schmidt, Reinig, Korus - Üffing, Arniel, Cabana, Hohmann, Tessier, Körner, Cornett, Reiter, Bettahar, Leon Köhler.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (10.) Bassen (Brückmann, Tschwanow), 2:0 (25.) Saakyan (Hult, Pageau - 5-4), 3:0 (29.) Linsenmaier (Brückmann, Spiro), 3:1 (36.) Cabana (Ketter, Reiter), 3:2 (42.) Körner (Ketter, Hohmann), 3:3 (43.) Reiter (Cabana, Sekesi), 4:3 (55.) Saakyan (Spiro, Bassen), 4:4 (60.) Cabana (Schmidt, Hohmann - 6-5), 5:4 (60.) Bassen (Saakyan (Spiro). - SR.: Brill/Klein. - Strafen: Freiburg 6 plus zehn Minuten (Kaisler), Bad Nauheim 4.

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