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David Aslin - hier im Trikot der Vienna Capitals - verstärkt den EC Bad Nauheim.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Sechs Lizenzen am letzten Transfertag vergeben

Sportlich ist die Saison für den EC Bad Nauheim wohl gelaufen. Am letzten Tag der Transferperiode haben die Roten Teufel noch sechs Lizenzen vergeben. Am Dienstag die Tölzer Löwen zu Gast.

Platz 14 in der Deutschen Eishockey-Liga 2 mit zwölf Punkten Rückstand auf Playoff-Rang acht; drei Nachholspiele hin oder her. Am letzten Tag der Transferperiode überrascht der EC Bad Nauheim allerdings mit der Verpflichtung des 31-jährigen Schweden David Aslin und vergibt fünf weitere Lizenzen.

David Aslin kommt vom HC Vita Hästen aus der Allsvenskan, der zweiten Liga Schwedens, seiner Heimat. Am Montag haben die Roten Teufel noch fünf weitere Spieler lizenziert; drei U20-Perspektivspieler aus Köln, einen aus dem eigenen Nachwuchs sowie einen Ex-Profi. Vor dem Heimspiel am Dienstag (19.30 Uhr) gegen Bad Tölz hat DEL-Kooperationspartner Köln nämlich drei Förderlizenzspieler (Philipp Maurer, Mick Köhler, Luis Üffing) abgezogen.

»Wir schenken die Saison nicht ab. Und ich lasse mich nicht in die Ecke schieben, nicht alles versucht zu haben«, sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH, am Montagmorgen. Bis in die Nacht hinein hatten Matthias Baldys, der Sportliche Leiter, sowie Trainer Harry Lange und seinen Assistent Patrick Strauch, zusammengesessen; nach einem Null-Punkte-Wochenende aber in erster Linie aus personalpolitischen Gründen.

Auf dem deutschen Markt - das war klar - konnten sportlich und wirtschaftlich in den vergangenen Wochen nur die aufstiegsambitionierten Klubs aus Kassel, Frankfurt und Bietigheim personell punkten. Europaweit wurde nun auf eine Entscheidung zur Weiterführung oder dem Saisonende in Norwegen erwartet, die einen Domino-Effekt bis hin zur DEL2 hätte erzeugen können. Sie blieb aus, und die Roten Teufel wurden in Schweden fündig.

Der Neuzugang: David Aslin soll Trainer Lange Optionen geben, quasi dem Beispiel Kaufbeuren folgend, offensiv auch mal mit vier Kontingentspielern »all-in« gehen zu können. Bad Nauheim konnte in den fünf Spielen unter der Leitung von Lange zwar die Zahl der Gegentore reduzieren, vorne allerdings klemmt’s.

Aslin ist Außenstürmer und hat in seiner Laufbahn fast ausnahmslos in seiner Heimat gespielt; fünf Jahre in der SHL, der höchsten Liga (218 Spiele, 55 Punkte), zehn Jahre zweitklassig (321 Spiele, 127 Punkte). In der Vorsaison spielte Aslin (1,84 Meter groß, 87 Kilogramm schwer) für Graz und Wien in Österreich (20 Spiele, 15 Punkte), ehe es ihn zurück nach Schweden zog. David Aslin ist der Sohn des früheren schwedischen Nationaltorhüters Peter Aslin.

Corona-Fall in Köln: Auch das noch! Kurz vor Spielbeginn am Sonntag hatte DEL-Partner Köln die Förderlizenzspieler Philipp Maurer, Mick Köhler und Luis Üffing angefordert. Ein positiver Corona-Test in Köln samt der Quarantäne-Bestimmungen hatte den DEL-Kader der Haie markant schrumpfen lassen (unter anderem fehlten am Sonntag gegen Krefeld die Förderlizenzspieler Julian Chrobot und Marvin Ratmann). Und wie die Roten Teufel ist auch Köln am Dienstag im Einsatz.

Die neuen Lizenzen: Aus dem U20-Kader der Junghaie wurden Verteidiger Leonard Korus (19 Jahre, gebürtig in Köln) sowie die Stürmer Kevin Niedenz (17 Jahre; ein DEL-Spiel, gebürtig in Berlin) und Michael Bartuli (18 Jahre, fünf DEL-Spiele, gebürtig in Hamburg/allesamt U-Nationalspieler) lizenziert; quasi die nächste Generation an Kandidaten für die Kooperation zwischen Bad Nauheim und Köln.

Lizenziert wurden zudem Nicolas Moll und David-Lee Paton. Der 17-jährige Moll ist Keeper der U20-Mannschaft der Roten Teufel Bad Nauheim und ist aktuell im Trainingsbetrieb. Der 35-jährige Paton - nach Ende der Laufbahn in der Hobby-Mannschaft aktiv - hatte sich bereits in der Vorsaison als Notfall-Keeper zur Verfügung gestellt. Moll oder Paton werden auch gegen Bad Tölz zur Absicherung von Felix Bick auf der Bank sitzen. Louis Busch, der eigentlich dritte Torwart, ist aktuell beim Oberliga-Kooperationspartner Limburg als Stellvertreter des verletzten Jan Guryca gesetzt. Die Lahnstädter spielen am Dienstag ebenfalls.

Die Stimmung: Fünf Spiele, fünf Niederlagen, nur ein Punkt: Die sportliche Bilanz von Harry Lange und Patrick Strauch als Nachfolger von Hannu Järvenpää ist ernüchternd. »Wahnsinn, wie wir immer einen Weg finden, Spiele zu verlieren«, sagte Lange nach dem Null-Punkte-Wochenende gegen die (ehemaligen) Platz-acht-Konkurrenten Crimmitschau und Lausitz. »In vier von fünf Spielen hat die Mannschaft wieder Willen und Leidenschaft gezeigt. Nur die Partie in Crimmitschau war inakzeptabel«, sagt Matthias Baldys, der Sportliche Leiter. Man habe Lange in eine schwierige Situation gebracht, ergänzt Ortwein. »Er hat das Team aber gepackt und die Basics wieder hervorgeholt. Ich würde ihm mal eine komplette Trainingswoche wünschen.«

Huba Sekesi hatte das Wochenende rasch abgehakt. »Wir haben vier der vergangenen fünf Spiele mit nur einem Tor Unterschied verloren. Wir hätten vier, fünf statt nur einem Zähler mitnehmen können. Dann würden wir jetzt ganz anders reden, aber wir haben uns nicht belohnt. Nach zwei schnellen Gegentoren ist es momentan schwer, den Reset-Knopf zu drücken. Dafür fehlt uns die mentale Frische. Aber: Wir halten den Kopf hoch! Am Dienstag haben wir wieder 60 Minuten. Ein Sieg würde uns einen Schub geben«, sagt der Kapitän.

Mini-Kader im Marathon: Den Tölzer Löwen geht so langsam die Puste aus. Fünf Verteidiger, acht Stürmer und das war’s - ein Kraftakt, und das seit Wochen schon. Irgendwann ist’s - bei aller individueller Qualität - dann doch zu viel. Dem Heimsieg gegen Bad Nauheim in der vorvergangenen Wochen sind vier Niederlagen gefolgt (am Sonntag 2:7 gegen Kaufbeuren); verbunden mit einer weiteren Hiobsbotschaft: Bei Sasa Martinovic wurde ein Kreuzbandriss diagnostiziert, der nächste Ausfall.

Verabschiedet hat sich Mario Lamoreux. Der Vertrag des nachverpflichteten US-Amerikaners (20 Punkte in 18 Spielen) war ausgelaufen. Den Stürmer zog es aus familiären Gründen zurück in die Vereinigten Staaten. Wieder an Bord ist Tyler McNeely, bislang erst zehn Saisonspiele (14 Punkte).

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