1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Schlagabtausch mit dem Spitzenduo

Erstellt:

Von: Christoph Sommerfeld

Kommentare

_20221016_ECN_ECK_058_25_4c
Tristan Keck erzielte in der Vorsaison noch für den EC Bad Nauheim Tore. Jetzt ist er mit 15 Treffern und 21 Scorer-Punkten aus dem Huskies-Angriff kaum noch wegzudenken. © Andreas Chuc

Sportlich anspruchsvoll, emotional brisant. So sieht das Wochenende des EC Bad Nauheim aus, der am Freitag den Zweiten Kaufbeuren empfängt und am Sonntag bei Ligaprimus Kassel gastiert.

(cso). »Es kann Veränderungen geben - im Line-Up überhaupt, aber auch bei der personellen Besetzung der Abwehr und des Angriffs«, blickt Harry Lange auf ein sportlich und emotional anspruchsvolles DEL 2-Wochenende voraus. Der Trainer von Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim muss vor den Duellen seiner Mannschaft gegen den Rangzweiten ESV Kaufbeuren (Freitag, 19.30 Uhr) und beim Klassenprimus Kassel Huskies (Sonntag, 16.30 Uhr) noch immer auf die Rückkehr von Kevin Schmidt warten. Darüberhinaus gibt es weitere Fragezeichen im Kader des Tabellenvierten.

Personal - Auf Schmidt müssen die Kurstädter mindestens bis Ende kommender Woche verzichten. Edwin Tropmann kommt am Wochenende nicht aus Köln in die Wetterau. Zudem ist der Einsatz von Patrick Seifert (krank) fraglich. »In dem Fall hätten wir nur fünf Verteidiger und müssten einen Stürmer in die Abwehr beordern«, erklärt Lange. Wer das sein könnte, ist noch unklar. Tobias Wörle, der in der vergangenen Saison wegen Verteidiger-Mangel schon in der Defensive eingesetzt worden war, musste am vergangenen Freitag vorzeitig vom Eis. »Er kann wahrscheinlich wieder spielen«, sagt Lange. »Ansonsten wären auch Marc El-Sayed oder David Cerny möglich.« Die Förderlizenzakteure sind derweil - bis auf Tropmann - alle an Bord.

Duell gegen Kaufbeuren - Die Joker stellen aktuell das beste Unterzahl-Team der Liga, lassen nur bei jedem zehnten Powerplay des Gegners ein Tor zu. Bei den Bad Nauheimern wird Schmidt - auch als Spieleröffner in Überzahl - seit drei Wochen schmerzlich vermisst. Über diese Angriffsvariante dürfte den Allgäuern also nur schwer beizukommen sein. Beim ESVK fehlen die Langzeitverletzten Fabian Koziol, Yannik Burghart und John Lammers. Ob Förderlizenzspieler Nico Appendino mitmischt, entscheidet sich erst kurzfristig.

Beim EC Bad Nauheim hat indes die Südkurve zum »Traditionellen Fahnenmeer« aufgerufen. Die Fans sind aufgefordert, möglichst viele Fahnen in rot und weiß mitzubringen. Der Verein selbst gab derweil in einer Mitteilung zu verstehen, ein »deutliches Zeichen« setzen zu wollen: »Da wir uns als toleranten, weltoffenen und demokratischen Verein verstehen, werden wir am Freitag unser Logo sowie die Illustrationen mit den Regenbogen-Farben abbilden.«

Derby in Kassel - Nach dem Aufstieg der Löwen Frankfurt bleibt dem EC Bad Nauheim mit Kassel immerhin ein hessischer Derby-Kontrahent. In Nordhessen sitzt der Stachel vom Playoff-Aus gegen den ungeliebten Konkurrenten aus der Wetterau im Frühjahr tief. Bei den Kurstädtern musste man im Sommer den Abgang von Tristan Keck und Philipp Maurer zu den Huskies verkraften. Hugo Boisvert, letzte Saison noch Assistenztrainer beim EC, dann zum Sportdirektor bei den Huskies berufen, lotste das Duo an die Fulda. »Das ist kein Thema mehr für uns. Ich will nicht sagen, wir hätten das vergessen. Das wäre das falsche Wort. Aber es ist eher angebracht, auf sich selbst zu schauen«, kommentiert Lange die Verhältnisse.

Die Huskies, die am Donnerstag die Vertragsverlängerung von Top-Verteidiger Max Faber meldeten, drängen mit aller Macht in die DEL. Keck ist mit 15 Toren wichtiger Faktor im Sturm. Jamie Arniel, Joel Keussen und Denis Shevyrin sind ebenfalls Ex-Nauheimer. Maurer (Knieverletzung) arbeitet am Comeback.

Auch interessant

Kommentare