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Christoph Körner (EC Bad Nauheim) fährt im letzten Drittel zweimal alleine auf Benedikt Hötzinger (r.) zu und scheitert jeweils am ESV-Goalie.

Eishockey

EC Bad Nauheim kassiert 2:3-Niederlage nach Verlängerung

  • Christoph Sommerfeld
    vonChristoph Sommerfeld
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Wieder reicht es zu Hause nicht zum »Dreier«. Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim muss gegen Kaufbeuren spät den Ausgleich hinnehmen und kassiert in der Verlängerung gar noch das 2:3.

Es hätte der große Abend von Christoph Körner werden können. Der derzeit formstarke Stürmer des EC Bad Nauheim erzielte am Dienstagabend in der DEL 2-Partie gegen den ESV Kaufbeuren zwar Saisontreffer Nummer 14, verpasste bei exzellenten Möglichkeiten aber weitere entscheidende Tore. Am Ende glichen die Allgäuer Eishockey-Cracks noch aus und drehten die Begegnung in der Verlängerung. Das 3:2 für die Gäste war deren neunter Erfolg in den letzten zehn Spielen.

Beim ESV fehlten Max Lukes (krank) und Top-Scorer John Lammers, der aus privaten Gründen nicht mit in die Wetterau gereist war. Die Bad Nauheimer mussten kurzfristig auf den angeschlagenen Luis Üffing auskommen. Trainer Harry Lange hatte bei den Kontingentspielern erneut die offensive Variante mit Stürmer David Aslin und ohne Verteidiger Mark Richardson gewählt.

Das sollte sich zunächst nicht auszahlen. Nach drei Minuten kassierten die »Roten Teufel« erneut ein frühes Gegentor, als Fabian Voit einen schlecht verteidigten langen Pass aufnehmen konnte und recht unbedrängt gegen Felix Bick zur Gästeführung einschob. Das erste EC-Powerplay im ersten Drittel sollte das beste von insgesamt vier Überzahlsituationen werden. Immerhin kam Noureddine Bettahar zweimal aussichtsreich zum Abschluss. Doch ESV-Goalie Benedikt Hötzinger parierte jeweils. Die Quantität der Bad Nauheimer Schüsse vor der ersten Sirene stimmte, die Qualität ließ derweil zu wünschen übrig.

Ein Beispiel für ein mäßig vorgetragenes Powerplay lieferten die Gastgeber u. a. im zweiten Drittel, als beim Konter von Branden Gracel das 0:2 drohte. Mit einem satten, direkt genommenem Schuss aus dem linken Bully-Kreis besorgte schließlich Kelsey Tessier kurz vor Ende des zweiten Abschnitts doch noch den 1:1-Ausgleich (39.).

Wieder aus der Kabine gekommen, legte Körner für seine Farben nach. Nach einem Zuspiel von Cason Hohmann traute er sich gegen den ESV-Verteidiger ins Eins-gegen-eins und überwand auch den zu Beginn so gut aufgelegten Hötzinger im Tor.

Ausgleich in der vorletzten Minute

Im Schlussabschnitt taten sich beide Teams bei eigener Überzahl erneut schwer. Die dickste Chance für Bad Nauheim entstand somit im ESV-Powerplay. Während der wieder unauffällige Aslin auf der Strafbank schmorte, lief Körner einen Konter, kam diesmal aber nicht an Hötzinger vorbei (53). Zwei Zeigerumdrehungen später - im Fünf-gegen-fünf - war es erneut Körner, der alleine vor dem Kasten des ESV-Torwarts auftauchte. Und abermals war es der Schoner von Hötzinger, der die Gäste im Spiel hielt. »Von den Alleingängen kann man auch mal einen reinmachen«, bilanzierte Coach Harry Lange später. So kam es, wie es im Sport oft kommt: Die vorletzte Minute im Colonel-Knight-Stadion nutzte Kaufbeuren zum Ausgleich. Sören Sturm entschied sich unweit der blauen Linie für einen Schlagschuss in Richtung Felix Bick. Vor dem EC-Gehäuse war Branden Gracel mit dem Körper noch an der Scheibe und fälschte ab, sodass der EC-Goalie ins Leere griff - 2:2 (59.).

In der Verlängerung tickten nicht einmal zwei Minuten von der Uhr, als Fabian Koziol aus kurzer Distanz und recht spitzem Winkel zum 3:2-Endstand einnetzte. Nur ein Zähler für die Bad Nauheimer, die wie am Freitagabend gegen die Kassel Huskies am »Dreier« schnupperten, aber kurz vor der letzten Sirene wieder den Gegentreffer hinnehmen mussten. »Das hat dann auch nicht immer nur mit Glück und Pech zu tun«, kommentierte Lange die entscheidenden Szenen.

EC Bad Nauheim: Bick - Sekesi, Glötzl, Ketter, Schmidt, Reinig, Korus - Arniel, Aslin, Cabana, Hohmann, Körner, Tessier, Cornett, Reiter, Bettahar, Leon Köhler.

ESV Kaufbeuren: Hötzinger - Thiel, Pfaffengut, Eichinger, Ketterer, Koziol, Sturm - Lewis, Gracel, Blomqvist, Krauß, Wörle, Spurgeon, Voit, Thomas, Oppolzer, Oswald.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Falten/Gavrilas. - Zeitstrafen: 8:8 Minuten. - Tore: 0:1 (3.) Voit (Sturm, Koziol), 1:1 (39.) Tessier (Körner, Hohmann), 2:1 (43.) Körner (Hohmann), 2:2 (59.) Gracel (Koziol, Sturm), 2:3 (62.) Koziol (Spurgeon).

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