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der zweifache Meister Tobias Wörle wechselt vom ESV Kaufbeuren zum EC Bad Nauheim.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Zwei DEL-Titel, mehr als 700 Erstliga-Spiele - das ist der neue Leitwolf

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Tobias Wörle hat im Laufe seiner Karriere wohl schon alles gesehen. Nach zwei DEL-Titeln und über 700 Erstliga-Spielen kommt der Stürmer nun zum EC Bad Nauheim.

Eineinhalb Jahrzehnte in der Deutschen Eishockey-Liga mit 723 Spielen, zwei Meistertitel mit Red Bull München und zwei Einsätze in der A-Nationalmannschaft - Karriere-Eckdaten von Tobias Wörle. Am Mittwochabend beim virtuellen Fan-Talk hat der EC Bad Nauheim den 36-Jährigen als Neuzugang präsentiert. »Tobi hat in seiner Laufbahn schon alles gesehen. Er soll unsere Scoring-Linien aufwerten und als Führungsspieler vorangehen«, sagt Trainer Harry Lange über den Außenstürmer, der vom Liga-Konkurrenten ESV Kaufbeuren in die Wetterau wechselt (lesen Sie hier das Interview mit Tobias Wörle).

EC Bad Nauheim: Neuzugang Tobias Wörle kommt mit der Erfahrung aus mehr als 700 DEL-Spielen

Mit 20 Treffern (davon vier in fünf Playoff-Spielen) und 29 Vorlagen war Wörle hinter den drei Kanadiern John Lammers, Tyler Spurgeon und Branden Gracel viertbester Scorer im Kader der »Rot-Gelben«. »Von Spiel eins an hätte es kaum besser laufen können. Als Mannschaft hatten wir kein leichtes Jahr, aber wir haben zusammengehalten und standen kurz vor dem Einzug ins Halbfinale. Dann haben wir uns leider selbst ein Bein gestellt«, sagt Wörle. In fünf Spielen war der ESVK an Freiburg gescheitert.

Wörle ist in Füssen geboren, hat in Lechbruck das Eishockey-ABC gelernt und über Crimmitschau den Sprung in die DEL geschafft. Kassel (2005/06), Frankfurt (2006 bis 10), Iserlohn (2010 bis 13), Straubing (2013 bis 16), München (2016/17), Schwenningen (2017 bis 19) waren seine Karriere-Stationen, ehe er heimatnah nach Kaufbeuren gewechselt war. Unter Bundestrainer Jakob Kölliker spielte er einst beim Deutschland-Cup (2011).

EC Bad Nauheim: Einsätze als Nationalspieler beim Deutschland-Cup 2011

Herausstechend waren die Meistertitel mit München. »Der maximale Erfolg. Das ist der Grund, warum man Eishockey spielt. Ich hatte Glück, dass ich - in einer Phase meiner Karriere, in der es nicht so lief - reinrutschen und als durchschnittlich-guter, deutscher DEL-Spieler meine Karriere krönen konnte.«

Während der Saison 15/16 war Wörle aus Straubing nach München gewechselt. Neben den Titeln zählt er sein erstes DEL-Tor sowie den Deutschland-Cup zu den Höhepunkten seiner Laufbahn. »Das war schon toll, das Nationaltrikot zu tragen. Leider hat es nie zu einer WM gereicht.«

EC Bad Nauheim: Bereits sechster Spieler aus Bayern im neun Mann umfassenden Kader der Roten Teufel

Die Entscheidung, das Allgäu nun zu verlassen, überraschend - zumindest im ersten Moment. »Ja, es gibt kaum eine schönere Region, und ich liebe die Berge. Aber es geht auch nicht allein um mich«, sagt Wörle, dessen Frau Julia aus Iserlohn stammt. Gemeinsam sind sie seit wenigen Monaten stolze Eltern von Sohn Benno. »Und vielleicht lässt ihn die hessische Luft besser schlafen als die bayrische«, sagt Wörle augenzwinkernd.

Zu Wochenbeginn war Wörle zur Stippvisite in Bad Nauheim, hat sich das Stadion und mögliche Wohnungen angeschaut. Den Sommer verbringt die Familie in Füssen. Wandern und Mountain-Biken stehen auf dem Trainingsprogramm. »Lieber mit dem Bike im Regen auf eine Hütte radeln und dort zur Belohnung einen Kaiserschmarrn essen als nur auf dem Spinning-Bike sitzen«, sagt der 1,77 Meter große Flügelstürmer.

Kurios: Der Linksschütze ist im aktuell neun Namen umfassenden Kader der sechste in Bayern geborene Spieler. Neben Torhüter Felix Bick, den Verteidigern Tomas Schmidt und Huba Sekesi sind im Sturm in der neuen Spielzeit weiterhin Marc El-Sayed, Andreas Pauli, Stefan Reiter, Christoph Körner sowie die beiden Neuzugänge Fabian Herrmann (kommt von den Eisbären Regensburg) und eben Wörle unter Vertrag. 

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