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Zukunft noch offen: Der EC Bad Nauheim würde die Verträge mit den Kanadiern Kelsey Tessier (links) und James Arniel gerne verlängern.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Die Zeugnisse der Roten Teufel (II) - Stürmer

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Mit jeder Vertragsunterzeichnung sind Erwartungen verbunden. Manche werden erfüllt, andere enttäuscht. Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim hat in der Hauptrunde der Saison 2020/21 insgesamt 36 Namen auf den Spielberichtsbögen aufgeführt; darunter zahlreiche Förderlizenzspieler von DEL-Kooperationspartner Kölner Haie. In unserer zweiteiligen Einzelkritik nehmen wir die Roten Teufel und ihre Leistungen in der Spielzeit unter die Lupe - heute die Stürmer:

Cason Hohmann: Der US-Amerikaner war der Hingucker bei den Roten Teufeln. Einer, der die Nebenleute besser macht, einer, der den Unterschied ausmacht. Hohmann hat einen guten Antritt, ist kaum von der Scheibe zu trennen, schafft Räume, weil er die Aufmerksamkeit auf sich zieht. All dies verdeckt Defizite in der Defensivarbeit. Ein deutlich verbessertes Angebot hat er allerdings abgelehnt.

Jamie Arniel: Der Kanadier ist ein kompletter Spieler, gleichermaßen mit Qualitäten in der Offensive und in der Defensive. Sein Spiel hat nicht die Präsenz, deshalb wird er schnell unterschätzt. Gute Hände, ein guter Schuss, die nötige Härte zeichnen ihn aus. Er wird ein Angebot erhalten.

Kelsey Tessier: Der »Königstransfer«. In der Vorbereitung wurde er diesem Ruf gerecht. Nach der Verletzung von Freddy Cabana fehlte ihm ein adäquater Flügelspieler, mit Hohmann an der Seite sah man ihn auch als Torjäger. Sehr mannschaftsdienlich. Mit dem Familienvater werden Gespräche geführt.

Stefan Reiter: Hat sich nach seiner Zeit als Förderlizenzspieler in Bad Nauheim enorm weiterentwickelt. Sehr stark zu Saisonbeginn,, brauchte nach der Corona-Quarantäne seine Zeit, um körperlich wieder in Tritt zu kommen. Im letzten Saisondrittel einer der stärksten Spieler, bringt Geschwindigkeit mit. Auf jeden Fall ein Kandidat für die Saison 21/22.

Andreas Pauli: Eine Identifikationsfigur, große Bindung, großes Herz. Kann offensiv produzieren, hat trotz längerer Verletzungspause erneut im zweistelligen Bereich getroffen. Zu Saisonbeginn etwas unglücklich im Abschluss. Er wird auch in der kommenden Saison im Kader stehen.

Christoph Körner: Er ist schnell auf den Beinen und vielseitig in allen Reihen und in vielen Rollen einsetzbar. Als er in die Scoring-Linien versetzt wurde, hat er seine Chance genutzt. Er wird ein Angebot bekommen.

Freddy Cabana: Ein Gewinn für jeden Kader, wenn er fit und im Rhythmus ist. Fehlte - wie in den Vorjahren - auch in dieser Saison längere Zeit verletzungsbedingt, brauchte dann eine längere Anlaufzeit. Diesen Luxus wird sich der Klub wohl künftig nicht mehr erlauben können.

Nicolas Cornett : Er zeigt Einsatz, bringt Energie aufs Eis, scheint im Vergleich zur Vorsaison aber in der Entwicklung stehen geblieben. Spielerisch ist er limitiert. Als Ü 21-Spieler wird’s sicherlich eng im Kader.

Julian Chrobot: Hat mit Tempo und Energie überzeugt. Bekam unter Hannu Järvenpää auch das Vertrauen und auch gleich Verantwortung in der Verlängerung. Nach der U 20-WM hat Chrobot seine Chance in Köln genutzt. Im besten Fall wird man ihn wohl allenfalls noch gelegentlich in Bad Nauheim sehen.

Leon Köhler: Das Eigengewächs. Er sollte grundsätzlich beim Oberliga-Kooperationspartner Limburg »geparkt« werden. Hat bei seinen Einsätzen in Bad Nauheim mit seinem Offensivdrang einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Ihm fehlen noch Dynamik und Defensivverhalten. Wird sicher eine Chance erhalten, um zu zeigen, dass er ein DEL 2-Spieler werden kann.

Marvin Ratmann: Seine Saison war sehr zerrissen. Mal war er DEL-Spieler, mal DEL 2-Spieler - insgesamt viermal musste Ratmann in Quarantäne. Da ist es schwer, den Rhythmus zu finden und sich weiterzuentwickeln. Ob man ihn in Bad Nauheim wieder sieht, ist auch vom Kooperationspartner abhängig.

Mick Köhler: Hat die Reihen stets aufgewertet, wenn er in Bad Nauheim zum Einsatz kam. Ihm fehlt es allerdings an Effizienz und Gradlinigkeit, oft zu verschnörkelt in seinem Spiel, statt direkt den Abschluss zu suchen. In Bad Nauheim werden die Centerposition sicher anderweitig besetzt.

David Aslin: Er hatte sich durch seinen Wechsel gewiss mehr Eiszeiten erhofft und durch die Rotation einen schweren Stand. Konnte sein Potenzial andeuten, aber nicht aufdrängen. Das reicht nicht, um sich für einen Anschlussvertrag zu empfehlen.

Noureddine Bettahar: Er sollte eine gewisse Härte und Unbequemlichkeit ins Spiel bringen. Spielte mit viel Energie, benötige aber eine lange Anlaufzeit. Überraschte als Verlegenheitslösung mit gutem Spiel auf der Verteidigerposition.

Luis Üffing: Er hat sich gegenüber der Vorsaison kaum steigern können, fehlte immer mal wieder verletzungsbedingt. Als junger Spieler aber sicher mit guten Chancen auf einen DEL-Vertrag.

Marc El-Sayed: Der Kapitän konnte nicht einmal die Hälfte der Hauptrundenspiele bestreiten. Seine Führungqualitäten, seine Ruhe, seine Stabilität und seine Bedeutung für die Mannschaft wurden deutlich, als er aufgrund einer Herzmuskelentzündung nicht mehr dabei war.

Kevin Niedenz: Er hat Shootingstar-Potenzial. Der 18-Jährige überzeugte mit guter Technik, viel Tempo, spielte mutig, forsch und unbekümmert. Ein sicher sehr interessanter Mann für die Zukunft.

Andre Bruch: Zeigte bei seinen wenigen Einsätzen gute Ansätze. Ihn wird man bestimmt wieder in Bad Nauheim sehen.

Pascal Steck: Er war in Bad Nauheim zu ungeduldig, wechselte in der Hoffnung auf mehr Eiszeiten zu seinem Heimatverein nach Landshut. Ein Stürmer mit Potenzial, die DEL 2 kam aber noch zu früh.

Michael Bartuli: Hatte aufgrund der Corona-Restriktionen lange Zeit nicht trainieren können. Körperlich sehr robust, scheut keinen Kontakt. Er wird sicher wieder eine Chance bekommen, sich in der DEL 2 zu behaupten.

Jussi Petersen: Ein weiterer interessanter Spieler aus Nachwuchs-Pool des Kooperationspartners. Wird versuchen, so viel Eiszeit wie möglich zu bekommen. Ob das in Bad Nauheim sein wird?

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