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Das Team des EC Bad Nauheim für das Winter-Derby am 14. Dezember im Stadion von Kickers Offenbach am Bieberer Berg (v. l.): Geschäftsstellenleiter Tim Talhoff, Pressesprecherin Jana Duderstadt, Spieler Marc El-Sayed, Geschäftsführer Andreas Ortwein, Sportlicher Leiter Matthias Baldys und Trainer Christof Kreutzer. (Foto:Hübner)

Winter-Derby des EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Alle sind heiß auf das Winter-Derby gegen die Löwen Frankfurt

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Für den EC Bad Nauheim wird es das wohl größte Event der Vereinsgeschichte, für die Fans ein Spektakel, für Spieler, Trainer und Betreuer geht es um die Vorherrschaft in der Region: Das Winter-Derby kann kommen.

Christof Kreutzer war schon in der richtigen Stimmung für ein Eishockey-Derby der besonderen Art. Bei der Pressekonferenz für das Winter-Derby zwischen dem EC Bad Nauheim und den Löwen Frankfurt im Offenbacher Stadion am Bieberer Berg stichelte der Coach der Roten Teufel in Richtung Gegner: Mal rief er seinen Spieler Marc El-Sayed (lesen Sie hier das Interview) zu sich, um den Platz neben ihm nicht von einem Frankfurter besetzen zu lassen, mal ließ er Frankfurts Sportdirektor Franz David Fritzmaier spüren, dass er als Trainer schon einmal ein Freiluftspiel gegen ihn als Spieler gewonnen hat - damals mit der Düsseldorfer EG gegen die Kölner Haie. Und auch für die Fans hatte Kreutzer die passende Botschaft: "Das Spiel damals war für mich unglaublich. Jeder, der das verpasst, ist selbst Schuld. Das wird richtig gut. Und allen neutralen Zuschauern kann ich nur raten, für Nauheim zu schreiben. Dann wird die Stimmung gleich noch etwas besser."

Winter-Derby: Der Plan ist ein mit 20.500 Zuschauern ausverkauftes Stadion

Fünf Monate vor dem wohl größten Spiel in der langen Geschichte der Cracks aus der Kurstadt am 14. Dezember ist die Vorfreude bereits riesig. Dies betonten unisono die Vertreter beider Klubs aber auch der Stadt Offenbach, der Stadiongesellschaft des Zuhauses von Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach sowie DEL 2-Geschäftsführer René Rudorisch. Der ließ durchblicken, warum Bad Nauheim den Zuschlag für das Event-Game bekommen hatte: Leidenschaft. Und davon dürfte im Duell "Kurstadt gegen Metropole", wie das Winter-Derby überschrieben ist, genug vorhanden sein.

Auch wenn für die Fans natürlich auch das Ergebnis eine große Rolle spielen dürfte, der EC Bad Nauheim erhofft sich ebenso wie die Löwen Frankfurt mediale Strahlkraft von dem Spiel vor bis 20 500 Zuschauern in der - geplant - ausverkauften Arena. Der EC Bad Nauheim vor allem mit Blick auf die Stadiondiskussion in der heimischen Kurstadt, die Löwen in Sichtweite der Wiedereinführung von Auf- und Abstieg zur DEL in der Saison 2020/21 - und die Liga, laut Rudorisch die stärkste zweite deutsche Spielklasse hinter den Fußballern, natürlich auch für den Eishockey-Sport ganz allgemein in Hessen, aber auch in Deutschland.

Winter-Derby: EC Bad Nauheim und Löwen Frankfurt wollen Strahlkraft des Events nutzen

"Wir können den politischen Entscheidungsträgern zeigen, wie wichtig der Eishockey-Sport in der Region ist. Dieses Spiel kommt zum optimalen Zeitpunkt", sagte EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein. "Zu Beginn war es eine Schnapsidee, aber aus Spaß wurde mittlerweile noch mehr Spaß. Dieses Event wird ganz Hessen elektrisieren." Seit Monaten arbeiten er und sein Team fieberhaft an der Umsetzung. Auch aufseiten des Gegners, der in Offenbach zumindest auf dem Papier ein Auswärtsspiel haben wird, war die Vorfreude auf das zweite Event-Game nach 2016 (gegen Kassel in der Frankfurter Commerzbank-Arena) spürbar. "Hier schlägt einfach das Eishockey-Herz Hessens", sagte Andreas Stracke, Chief Marketing Officer der Löwen.

In der Tat: Das Sparda-Bank-Hessen-Stadion wirkt aufgrund seiner Nähe zum Geschehen auf dem Feld, seines für ein derartiges Duell realistischen Fassungsvermögens und seiner großen Anzahl an Stehplätzen, die sich beim Eishockey-Publikum besonderer Beliebtheit erfreuen, perfekt. Bonus aus EC-Sicht: Die rote Farbe ist ebenfalls bereits ausreichend vorhanden. Für Offenbachs Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke sei es daher von Anfang an klar gewesen: "Das passt." Er freue sich sehr, dass diese ungewöhnliche Idee im "schönsten Stadions Hessen" nun verwirklicht werde. Nun müsse man dem Durchschnitts-Offenbacher nur noch verklickern, dass dort ein Eishockey- und kein Fußballspiel stattfinde, sagte er mit einem Augenzwinkern, nachdem er sich bereits als Löwen-Sympathisant zu Jugendzeiten geoutet hatte.

Winter-Derby: Technik und Logistik als größte Herausforderung für das "Team hinter den Teams"

Eine Herausforderung wird die Technik. "Das ist eine ganz andere Hausnummer als ein Fußballspiel", stellte Andreas Herzog, Geschäftsführer der Stadiongesellschaft Bieberer Berg mbH, klar. "Es gibt ein komplett neues Setup, aber wir haben ein gutes Team." Zu diesem gehören auch Ortwein und die Mitarbeiter der EC-Geschäftsstelle. Für das Rahmenprogramm sei nicht nur eine Fanmeile vor Beginn, sondern auch ein entsprechend attraktives Programm vor, während und nach dem Spiel geplant - inklusive eines namhaften Musik-Acts, der ebenso wie die Details aber noch nicht verraten wurde.

5800 Karten sind im exklusiven Vorverkauf (lesen Sie hier alle Infos zu Tickets und Vorverkauf) für die Dauerkarteninhaber beider Klubs schon weg, seit Montag, 15 Uhr, läuft der freie Verkauf (www.winter-derby.de). Übrigens: Die Eisfläche soll bis Ende des Jahres stehenbleiben, zum Eislaufen, für einen "Tag des Eissports" aber auch für eine Eisdisco sowie einen weiteren Show-Act. Danach allerdings muss sie weg - und der Rasen der Offenbacher Fußballer gleich mit.

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