Auf dem Weg zu seinem ersten Pflichtspieltor für den EC Bad Nauheim: Verteidiger Aaron Reinig (l.) hat Kevin Maginot (Heilbronner Falken) abgeschüttelt und umkurvt Gästekeeper Arno Tiefensee. FOTO: CHUC
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Auf dem Weg zu seinem ersten Pflichtspieltor für den EC Bad Nauheim: Verteidiger Aaron Reinig (l.) hat Kevin Maginot (Heilbronner Falken) abgeschüttelt und umkurvt Gästekeeper Arno Tiefensee. FOTO: CHUC

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim mit 7:1-Gala gegen Heilbronn - und einem gewonnenen Faustkampf

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Was für ein Sieg! Der EC Bad Nauheim hat am Freitagabend DEL2-Schlusslicht Heilbronner Falken mit 7:1 aus dem Colonel-Knight-Stadion gefegt - und auch sonst Stärke bewiesen. 

Mit einer 7:1-Gala gegen die Heilbronner Falken ist der EC Bad Nauheim auf Rang drei der Deutschen Eishockey-Liga 2 gestürmt. Gegen das Ligaschlusslicht genügte den "Roten Teufel" ein überragendes zweites Drittel mit 5:0-Toren zu einem überlegenen Sieg. Die Treffer besorgten Jamie Arniel (2), Youngster Julian Chrobot (2), Kelsey Tessier, Freddy Cabana und Aaron Reinig mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für den ECN. Für die Gäste hatte Stefan Della Rovere zwischenzeitlich ausgeglichen.

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EC Bad Nauheim: 19-jähriger Förderlizenzspieler Philipp Maurer als starker Rückhalt

"Das erste Drittel war sehr eng. Im zweiten Drittel war es wie, wenn die Cowboys auf ihren Pferden losreiten - und dann sind die Tore gefallen. Natürlich ist an so einem Tag die Mannschaft der Star", sagte EC-Coach Hannu Järvenpää - um dann noch drei Spieler herauszuheben: "Ich habe Philipp Maurer heute Morgen gefragt, ob er nervös ist, er hat geantwortet, dass er sogar sehr nervös ist. Umso bemerkenswerter war seine Leistung. Für Aaron Reinig freut es mich, dass er getroffen hat, und auch Maximilian Glötzl hat mich glücklich gemacht."

Sieg auch abseits des eigentlichen Matches: Der 18-jährige Förderlizenzspieler Maximilian Glötzl (2. v. l.) bringt Heilbronns Stefan Della Rovere handfest Manieren bei. FOTO: CHUC

Kein Spiel am Sonntag

Der EC Bad Nauheim wird aller Voraussicht nicht am Sonntag spielen – alleine schon, weil die möglichen Gegner Löwen Frankfurt und der EHC Freiburg sich auf ein vorgezogenes Match geeinigt haben. Drei weitere DEL 2-Partien finden regulär statt, die restlichen fünf Teams befinden sich – teilweise oder vollständig – in Quarantäne. Neuer Termin für das ursprünglich am Sonntag geplante Match des ECN gegen die Tölzer Löwen ist Mittwoch, 16. Dezember (19:30 Uhr). Auch die weiteren ausgefallenen Partien von Tölz und Bietigheim, die seit Donnerstag in Quarantäne sind, wurden neu terminiert.

Doch der Reihe nach: Mit dem 19-jährigen Förderlizenzspieler Philipp Maurer für Felix Bick im Kasten, der in seinem ersten DEL 2-Spiel gleich zum "Spieler des Spiels" gewählt wurde, und einer defensiv gut organisierten und einsatzbereiten Mannschaft vor sich geriet der Sieg nie wirklich in Gefahr. In einem sehr schnellen ersten Abschnitt brachte Förderlizenzspieler Chrobot die Hausherren nach Pass von Christoph Körner in Front (11.), Della Rovere egalisierte kurz darauf nach nur 14 Sekunden im ersten Heilbronner Powerplay, als die EC-Hintermannschaft ausnahmsweise mal nicht auf der Höhe gewesen war (14.).

Doch im zweiten Durchgang war der Drops schnell gelutscht: Arniel, erst mit einem wuchtigen Schuss, der im Videobeweis überprüft werden musste, da merkwürdigerweise ein zweiter Puck auf dem Heilbronner Kasten gelegen hatte (23.), und dann mit einem sehenswerten Alleingang (28.) brachte die Hausherren auf die Siegerstraße, ehe Tessier im Powerplay traf (30.), Cabana nach einem starken Konter über Tessier und Reiter vollstreckte (36.) sowie Chrobot nach guter Vorarbeit von Körner erneut netzte (38.).

Doch zu einem neuen Rekordsieg seit dem Wiederaufstieg (ein 7:0 in Weißwasser) sollte es am Ende nicht reichen - auch weil das dritte Drittel von vielen Nickligkeiten und etlichen Strafen geprägt war, Spielfluss kam nur selten auf. Verteidiger Reinig traf noch zum 7:1, bei dem Cason Hohmann seine dritte Vorlage des Abends beisteuerte und damit nach sechs Partien inzwischen bei elf (!) Torvorbereitungen steht.

Unschön wurde es dann vor allem erst in den letzten zehn Minuten: EC-Verteidiger Simon Gnyp musste nach einem harten Angriff von Bryce Gervais verletzt vom Eis (53.), wofür der Gästespieler eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen unerlaubtem Körperangriff kassierte. Wie schlimm es beim jungen Kölner wirklich ist, war am Abend noch unklar. Kurz darauf schnappte sich der junge Maximilian Glötzl Della Rovere, nachdem die Heilbronner Keeper Maurer angegangen waren (59.) - den Fight gewann der 18-jährige Glötzl, den Rest des Spiels mussten beide allerdings von der Strafbank verfolgen.

"Wir haben eine schwierige Zeit, aber wir werden wiederkommen. Der Sieg ist ein bisschen zu hoch ausgefallen, dennoch erwarte ich von meinem Team am Sonntag in Crimmitschau eine Reaktion", sagte Falken-Coach Michel Zeiter.

EC Bad Nauheim: Die 7:1-Gala gegen die Heilbronner Falken auf einen Blick

EC Bad Nauheim: Maurer - Richardson, Glötzl, Sennhenn, Schmidt, Ketter, Reining, Gynp - Hohmann, Pauli, Arniel, Reiter, Tessier, Cabana, Körner, Chrobot, El-Sayed, Leon Köhler, Üffing, Cornett.

Heilbronner Falken: Tiefensee - Götz, Preto, Maschmeyer, Wirth, Maginot, Mapes - Wruck, Della Rovere, Gervais, Pavlu, Kirsch, Miller, Valenti, Preto, Brune, Klos, Schumacher, Knaub.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Apel/Gavrilas. - Zuschauer: keine. - Strafen: 16 / 15 Minuten plus Spieldauer (Gervais). - Tore: 1:0 (11.) Chrobot (Körner, El-Sayed), 1:1 (14.) Della Rovere (Valenti, Maginot - 5:4), 2:1 (23.) Arniel (Hohmann, Pauli), 3:1 (28.) Arniel (Hohmann, Pauli), 4:1 (30.) Tessier (Schmidt, Reiter - 5:4), 5:1 (36.) Cabana (Reiter, Tessier), 6:1 (38.) Chrobot (Körner, Glötzl), 7:1 (58.) Reinig (Pauli, Hohmann).

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