Nachgefragt

Dustin Sylvester im Interview "Du musst es mehr wollen als dein Gegner"

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Dustin Sylvester ist der Topscorer des EC Bad Nauheim. Der Kanadier ist aber auch Familienmensch. Bei einem Besuch in seinem Zuhause hat er uns auch ein Interview gegeben.

Dustin Sylvester ist mit 26 Toren und 45 Vorlagen der beste Stürmer des EC Bad Nauheim. Vor den Playoffs haben wir den 30-jährigen Kanadier zu Hause besucht - und ein Interview mit ihm geführt. Darin spricht er über die Bedeutung der heißen Saisonphase für Nordamerikaner, das Erfolgsgeheimnis der Roten Teufel und darüber, worauf es in den Spielen gegen die Ravensburg Towerstars jetzt ankommt.

Dustin Sylvester, die Roten Teufel sind nach der Länderspielpause durchgestartet. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Dustin Sylvester: Manchmal hat man einfach einen Lauf. Jeder Sieg gibt ein gutes Gefühl. Man fühlt sich wohl. Das Selbstvertrauen wächst. Die Chemie in den Reihen hat gestimmt. Die Defensive stand kompakt, und im Tor war Felix Bick immer da, als wir ihn gebraucht haben. Zuletzt haben wir uns sicherlich schwerer getan. Aber man kann nicht jedes Spiel gewinnen.

Über Monate wurde mit kleinem Kader agiert. Ist in den Playoffs der Akku nun möglicherweise leer?

Sylvester: Ich persönlich mag es, mit drei Reihen zu spielen. Man ist mehr im Spiel. Natürlich, im Laufe der Zeit macht sich das bemerkbar, da kommt irgendwann Müdigkeit. Dann müssen andere einspringen und das kompensieren. Erholung spielt sicher eine wichtige Rolle. Andererseits gibt es in den ersten beiden Playoff-Wochen keine Spiele unter der Woche. Das kommt uns entgegen. Letztlich haben wir 52 Spiele lang um unsere Position gekämpft, haben einen Top-Sechs-Rang erreicht. Wir freuen uns auf das, was nun kommt.

Worauf kommt es in den Playoffs an? Individuelle Qualität? Physis? Willensstärke?

Sylvester: Du musst es wollen. Mehr als der Gegner. Und du brauchst ein gutes Klima in der Kabine. Wir können nicht über Vergangenes nachdenken. Nur die Gegenwart zählt. Ich habe in Mannschaften gespielt, da hat uns die positive Atmosphäre durch die Playoffs getragen. Und ebenso war ich in Teams, in denen wir uns durch negatives Denken selbst die Arbeit schwer gemacht haben. Wir müssen sicherstellen, dass wir alle dasselbe wollen.

Nordamerikanern sagt man nach, mit Playoff-Beginn wie auf Knopfdruck die Leistung noch einmal steigern zu können. Wie geht das?

Sylvester: Die Jungs – in Nordamerika vielleicht noch ein bisschen mehr – leben für die Playoffs. Darauf wartet man den ganzen Winter über. Jeder macht noch ein bisschen mehr. Das Tempo, die Intensität – das ist noch mal etwas anderes.

Sie sind auf und abseits des Eises ein eher stiller, ruhiger Charakter. Wie kontrollieren Sie, gerade wenn es auf dem Eis hektisch wird, Ihre Emotionen?

Sylvester: Ich bin keiner, der laut wird, der schreit. Aber ich bin sicherlich auch mal sauer – meist wegen der Schiedsrichter (lacht). Eishockey ist manchmal wie eine Achterbahnfahrt. Ich versuche, mich weder in die eine noch in die andere Richtung mitreißen zu lassen.

Wer ist in Ihren Augen der beste Spieler der DEL 2?

Sylvester: In der DEL 2 gibt es viele gute Spieler, die es verdient hätten, jetzt genannt zu werden. Ein Matt McKnight von Bietigheim beispielsweise, stellt seine schon Klasse seit Jahren immer wieder auf’s Neue unter Beweis.

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