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Der ehemalige Spieler des VfL Bad Nauheim, Paul Langner, feiert heute seinen 70. Geburtstag.

Eishockey

Diese VfL-Legende feiert am Dienstag den 70. Geburtstag

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Neun Jahre hat er für den VfL Bad Nauheim gespielt. Er hat an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilgenommen. Und er wird heute 70. Jahre alt.

"Paule, Paule." Den älteren Eishockey-Fans in der Wetterau klingen noch die lautstarken Sprechchöre aus teils über 5000 Kehlen in den Ohren. "Für die Mannschaft habe ich immer mein letztes Hemd gegeben", sagt Paul Langner, der zwischen 1971 und 1982 in neun Spielzeiten für die den VfL Bad Nauheim in der Bundesliga auf dem Eis stand, unterbrochen von einer Saison (1977/78) beim Krefelder EV. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag in seinem Haus in Burgrain, einem Ortsteil von Garmisch-Partenkirchen.

"Danke an meine überragenden Fans in Bad Nauheim, die mich damals super unterstützt haben", lässt Langner beim Telefonat "liebe Grüße in die zweite Heimat" ausrichten. Der Mann mit Rückennummer 2 war ein Publikumsliebling im rot-weißen Trikot - und auch im gewöhnungsbedürftigen Dress eines Aschaffenburger Bekleidungsunternehmens, das die Roten Teufel zum Ende der 70er-Jahre vorübergehend überstreiften und sich schlagzeilenträchtig in die "Lila Adler" verwandelten.

Sapporo 1972: Der Karriere-Höhepunkt für Paul Langner. An die Olympischen Winterspiele in der Millionen-Metropole auf Hokkaido, der nördlichsten der vier japanischen Hauptinseln, denkt der agile Verteidiger gerne zurück. Qualifiziert für das olympische Turnier hatte sich die deutsche Mannschaft 1971 bei der Weltmeisterschaft in Bern und Genf. Der Aufsteiger überraschte mit Siegen über Schweden (2:1) und die USA (6:4), schaffte den Verbleib in der A-Gruppe und sicherte sich die begehrten Tickets für die Reise ins Land der aufgehenden Sonne.

Schon früh kreuzten sich Paul Langners Wege in den bundesdeutschen Jugend-/Junioren-Auswahlmannschaften unter Trainer Gerhard Kießling mit VfL-Nationalstürmer Rainer Philipp, der später maßgeblichen Anteil daran hatte, dass es den gebürtigen Ohlstädter vom Ligarivalen SC Riessersee in die Wetterau verschlug. In zahllosen Bundesliga-Begegnungen, den anspruchsvollen Duellen mit osteuropäischen und skandinavischen Spitzenteams im beliebten Wettbewerb um den Thurn&Taxis-Pokal sowie in der Nationalmannschaft (89 Länderspiele, sieben Tore) war Langner ein Leistungsträger.

1988 - nach den Spielertrainer-Stationen beim ERC Rödermark und EC Darmstadt - stellte der Rechtsschütze die Schlittschuhe samt Hockeyschläger endgültig in die Ecke. Paul Langner kehrte zurück nach Oberbayern, wohnte einige Zeit in München und arbeitete als Tankwagenfahrer. 1992 heiratete der gelernte Kfz-Mechaniker in zweiter Ehe seine Frau Sigrid. Im Grandhotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen übernahm er die Haustechniker-Stelle. Seit 2012 genießt er den Ruhestand.

Im Schatten der Zugspitze verfolgt Paul Langner regelmäßig die Ergebnisse seiner Ex-Vereine in der regionalen Tageszeitung. Ins Olympia-Eissportzentrum oder an den Füssener Kobelhang zieht es ihn nur noch gelegentlich, wenn die "Werdenfelser Schandirutscher" mit Sohn Jörg im Kampf um die Deutsche Polizei-Meisterschaft dem Puck hinterherjagen. (Foto: pv)

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