Am 2. Oktober soll die Saison in der DEL2 starten. Wie viele Zuschauer im Colonel-Knight-Stadion mitfiebern können, ist noch offen.
+
Am 2. Oktober soll die Saison in der DEL2 starten. Wie viele Zuschauer im Colonel-Knight-Stadion mitfiebern können, ist noch offen.

EC Bad Nauheim

DEL2-Start am 2. Oktober geplant: Wie die Roten Teufel mit dem Hygienekonzept umgehen

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
    schließen

Der Deutsche Eishocky-Bund hat ein Hygiene- und Zuschauerkonzept vorgestellt. Nun muss der EC Bad Nauheim vor Ort mit der Stadt und dem Gesundheitsamt die Ausgabenstellungen lösen.

(mn/dpa). Der EC Bad Nauheim soll am 2. Oktober in die Hauptrunde der Saison 2020/21 starten; drei Wochen später als ursprünglich geplant. Am Donnerstag hatten der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) ein Hygiene- und Zuschauerkonzept präsentiert und die zweite Profi-Liga Stellung bezogen.

Eine "Task Force" hatte das 80-seitige Konzept entwickelt, das die Rahmenbedingungen für den Wiedereinstieg in den Trainings- und Spielbetrieb beschreibt und sich als Leitfaden für die Eishockey-Klubs vom Profi- bis zum Breitensport versteht. Im nächsten Schritt geht es nun darum, die lokalspezifischen Besonderheiten einzuarbeiten und an die Gesundheitsämter vor Ort heranzutreten. "Wir haben jetzt eine Menge Hausaufgaben zu erledigen, um die Fragen rund um das Colonel-Knight-Stadion anzugehen und zu lösen", sagt Andreas Ortwein, der Geschäftsführer des Zweitligisten EC Bad Nauheim. Ein Eistrainingsbetrieb Anfang September werde angestrebt.

Anders als im Fußball sind die Profiligen der drei anderen großen Teamsportarten Eishockey, Handball und Basketball zwingend auf Zuschauer angewiesen. Geisterspiele sind wirtschaftlich nicht darstellbar. Um Zeit dafür zu gewinnen, sind die Saisonstarts verlegt worden. Die Handball-Bundesliga soll am 1. Oktober starten, die DEL 2 einen Tag später, DEL und Basketball-Bundesliga dagegen erst im November. Nach unseren Informationen ist in der DEL 2 zunächst mit begrenzter Zuschauerzahl zu rechnen, wobei an den Standorten mit prozentualen Staffelungen geplant wird .

Stützpunkt Füssen als Musterbeispiel

Die Fans müssten dann aber wohl einige Einschränkungen in Kauf nehmen. DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel prophezeite genau vorgegebene Wege, etwa zu den Toiletten oder zum Bratwurststand. "Möglichkeiten zu Fiebermessungen im Eingangsbereich vor Betreten des Stadions müssen geschaffen werden", heißt es zudem in dem Konzept.

Der DEB und die beiden Eishockey-Profiligen (DEL/DEL 2) sind aber zuversichtlich, bald wieder einen geregelten Trainings- und Spielbetrieb zu ermöglichen. "Das ist ein ziemlich gutes Konzept, mit dem wir die Spieler wieder aufs Eis bringen", sagt DEL-Spielbetriebsleiter Jörg von Ameln.

Eines der Kernstücke des Konzeptes ist das Musterbeispiel am Bundesstützpunkt Füssen, an dem das erfasste Informationsmaterial einer praktischen Simulation unterzogen wurde. Weiterhin enthalten sind Leitlinien für einen Spielbetrieb mit Zuschauern. "Über allem steht die Absicht, dem deutschen Eishockey in diesen schwierigen Zeiten der Corona-Krise eine rasche Rückkehr zu einem an die Umstände angepassten Normalbetrieb zu ermöglichen und eine ermutigende Perspektive aufzuzeigen", heißt es in der Pressemitteilung der DEL 2. Klar ist auch: Bezüglich eines Spielbetriebs mit Zuschauern herrschen in den oberen drei Ligen (teils Multifunktionsarenen, teils noch seitlich offene Stadien wie beispielsweise in Bad Nauheim) gänzlich unterschiedliche Voraussetzungen. "Was die Belüftungssituation angeht, haben wir in Bad Nauheim sicher einen Standort-Vorteil", sagt Ortwein.

Mit Stadt und Gesundheitsamt

Einige wesentliche Punkte lässt das Dokument aber noch offen. So gibt es bislang noch keine Rückmeldung aus der Politik zum Konzept, das bereits seit Anfang des Monats an entscheidenden Stellen vorliegen soll. "Stand heute haben wir das Feedback noch nicht. Wir werden das in den kommenden Tagen und Wochen mit den Entscheidungsträgern besprechen", räumte Schaidnagel ein.

Auch sieht das Konzept keine einheitliche Testung von Spielern vor. "Wir müssen einen Rhythmus finden, in dem wir Spieler regelmäßig testen. Das entscheidet jeder Verein vor Ort", sagte der medizinische DEB-Koordinator Lutz Graumann. Ungeklärt ist demnach auch, wer für die Kosten aufkommen soll. Schaidnagel spricht von einer "sehr komplexen Aufgabenstellung. Wir hoffen, beitragen zu können, dass Eishockey langsam in die Normalität zurückkehrt."

Am Standort Bad Nauheim sollen bis Monatsende standortspezifische Fragen mit der Stadt und dem Gesundheitsamt des Wetteraukreises erörtert und gelöst werden. "Ich denke, so viel lässt sich schon jetzt sagen, die Betriebssituation in Bad Nauheim wird sich verändern müssen. Die zeitliche Abfolge wird entschärft werden müssen, um Zeit zu erhalten, Hygienebestimmungen einzuhalten", prognostiziert EC-Chef Ortwein. Wirtschaftlich ist Saison schwer zu planen. Wie reagieren die Zuschauer? Wie viel Geld seitens der Politik kommt bei einzelnen Klubs an? Zu welchem Saison-Zeitpunkt kann es Lockerungen geben? Fragen wie diese sind ebenso wie Aufgabenstellungen, etwa wie bei einem möglichen erneuten Lockdown zu verfahren ist, noch zu beantworten. FOTO: ECN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare